Münster als Stadt des Westfälischen Friedens: Besonderer Verhandlungsort für Treffen der G7-Außenminister:innen

Lokalzeit Münsterland 28.10.2022 02:34 Min. Verfügbar bis 28.10.2023 WDR Von Andrea Hansen

Ist Münster der perfekte Ort für das G7-Treffen?

Stand: 31.10.2022, 07:37 Uhr

Für die einen ist es eine große Ehre, für die anderen eine große Belastung - und für alle stellt sich die Frage: Hat ein Ort Einfluss auf Verhandlungen in der Politik? In Münster findet am 3. und 4. November das G7-Treffen der Außenministerinnen und Außenminister statt.

Von Andrea Hansen

Münster als Stadt des Westfälischen Friedens ist perfekt für ein Treffen der G7-Außenministerinnen und -Außenminister. Das wurde im Vorfeld oft gesagt. Und das aus einem guten Grund, meint der Außenpolitik-Experte Ruprecht Polenz.

Münster mit Absicht Verhandlungsort

"Der Westfälische Frieden ist Teil der Diplomatenausbildung," so Polenz. Weltweit lernten Diplomaten die "Westphalian Order", also die Idee der Souveränität von Nationalstaaten, kennen. Darum sei Münster mit Absicht als Verhandlungsort gewählt worden.

Von hier müsse erneut unbedingt ein "Zeichen der Geschlossenheit" bei der Unterstützung der Ukraine ausgehen, sagt Ruprecht Polenz. Er erwartet ein klares Signal der G7 aus Münster. Und das ist nicht nur für ihn ein wichtiges Thema.

Am Ende muss mehr stehen als Symbolpolitik

Die Gruppe der sieben Jungen Europäischen Föderalisten aus Münster an einem Tisch.

Die "Jungen Europäischen Föderalisten" sind gespannt, ob das G7-Treffen in Münster ein Erfolg wird

Auch die "Jungen Europäischen Föderalisten" (JEF) erhoffen sich das. Die JEF ist eine Gruppe Studierender, die sich für grenzüberschreitende Zusammenarbeit in 30 Ländern einsetzt. Bei dem Treffen müsse mehr als Symbolpolitik herumkommen - für den Frieden weltweit, aber auch in der Klima- oder Flüchtlingspolitik, fordern die jungen Leute.

Um zu konkreten Ergebnissen zu kommen, seien persönliche Treffen effektiver, sind sich die sieben Studierenden sicher. Das hätten sie selbst in den Corona-Semestern erlebt. Online gehe zuviel Zwischenmenschliches verloren - gerade wenn Sprach- und Kulturbarrieren überwunden werden müssten.

Vertrauen durch persönliche Gespräche

Ruprecht Polenz sieht das ganz genauso: Es seien auch neue Gesichter dabei. Vertrauen könne man nur im persönlichen Gespräch aufbauen. Dafür reichten zwei Tage - inhaltlich seien die Treffen extrem gut vorbereitet: "Da setzt man sich ja nicht einfach zusammen und fragt: Worüber sollen wir heute mal reden?"

Studiogespräch: Ruprecht Polenz, ehemaliger CDU-Bundestagsabgeordneter

Lokalzeit Münsterland 28.10.2022 03:46 Min. Verfügbar bis 28.10.2023 WDR

Über das Thema haben wir am 28.10.2022 in der Lokalzeit Münsterland im WDR-Fernsehen berichtet.

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