Eet Smakelijk: Guten Appetit in Nimwegen

Lecker an Bord Staffel 6, Folge 4 26.09.2022 44:08 Min. UT Verfügbar bis 26.09.2023 WDR Von Christina König, Anja Montag

„Lecker an Bord“ – die kulinarische Sommerreise 2022

Eet Smakelijk - Guten Appetit in Nimwegen

Stand: 28.07.2022, 17:21 Uhr

Das Hausboot macht heute Halt in der Nähe Nimwegen. Es ist die letzte Station, die ganz nah an der deutsch-niederländischen Grenze ist. Von hier aus starten Björn Freitag und Frank Buchholz ihre kulinarische Entdeckungsreise in der Provinz Gelderland.

Björns erste Station ist der Hof " De Klispoel" in Ubbergen. In großen, quellgespeisten Wasserbecken züchtet Ivo van Eck Brunnenkresse, das ist einzigartig in den Niederlanden. Björn lernt von Ivo eine spezielle Erntetechnik und wird mit köstlichem Brunnenkresse-Pesto belohnt.
Frank macht sich auf nach Groesbeek um Agrarpionier und Botaniker Wouter van Eck in seinem "Food Forest Ketelbroek" zu treffen. HIer entstand unter seiner Anleitung ein üppiger Lebensmittelwald, der eine beindruckende Vielzahl an Essbarem hervorbringt.

Björn fährt noch ein letztes Mal über die Grenze um den Vlierhof bei Kleve zu besuchen. Die kleine ökologisch-spirituell ausgerichtete Gemeinschaft versorgt sich selbst. Dieuwke Reuwers ist für den Garten verantwortlich und zeigt Björn das vielfältige Areal.
Frank ist derweil zu Besuch bei Winzer Adam Dijkstra im Weinzentrum "De Colonjes". Hier darf er sich um junge Rieslingpflanzen kümmern. Im wohltemperierten Weinkeller darf der Koch dann einen Sektansatz probieren und neben Wein auch naturtrüben Schaumwein mit an Bord nehmen.

Ziemlich nasses Feld und ein essbarer Wald

Die Lecker an Bord-Crew schippert mit bester Laune und Vorfreude weiter auf der Maas Richtung Norden. Ziel: Nimwegen.

Frank Buchholz und Björn Freitag an Bord.

Rund um die älteste Stadt der Niederlande werden die beiden Köche heute kreative Pioniere und ihre spannenden Projekte besuchen ...

Rund um die älteste Stadt der Niederlande werden die beiden Köche heute kreative Pioniere und ihre spannenden Projekte besuchen ...

Für die 4. Etappe steuert Skipper Heinz-Dieter Fröse den idyllischen Jachthaven Stichting de Driesen kurz vor Nimwegen an. Von hier aus erkunden die beiden Köche die Umgebung mit ihren E-Bikes. Das heutige Dinner an Bord soll vegetarisch werden - der Fokus liegt also auf leckerem Gemüse ...

Für Björn geht es zuerst auf eine Brunnenkressefarm bei Ubbergen – es ist die einzige in den Niederlanden. Der Hof „De Klispoel“ ist ein kleiner ökologischer Familienbetrieb. Ivo van Ecken ist hier für die Produktion verantwortlich und packt auch immer selbst mit an. Björn darf beim Schneiden der Brunnenkresse mithelfen. Zuerst wird er von Ivo aber in die besondere Ernte-Technik eingewiesen.

Zum Anbau der Kresse wird vor allem sehr sauberes, fließendes Wasser benötigt. Hier werden die Felder mit Wasser aus einer Quelle aus dem angrenzenden Naturschutzgebiet gewässert. Das Wasser fließt durch die Bio-Kressefelder wieder zurück in das Grundwasser – der Kreislauf ist geschlossen. Brunnenkresse ist nicht nur lecker, sie ist außerdem ein echtes Superfood und enthält viele Vitamine, Mineralien und Antioxidantien. Das Wichtigste für den Koch aber: Die Kresse ist lecker. Er plant daraus ein köstliches Süppchen für das Veggie-Dinner zu kreieren. 

Franks erstes Ziel ist ein ganz besonderer Wald – der „Food Forest Ketelbroek“ von Botaniker Wouter van Eck. Das Stück Land war einst eine Mais-Anbaufläche, bis Wouter 2009 daraus einen Nahrungswald gemacht hat. 450 verschiedene Arten essbarer Wald- und Wildpflanzen wachsen hier. Darunter viele Nussbäume -und Sträucher, unterschiedliche Obstsorten wie Trauben, Äpfel, Aprikose, Pflaumen. Aber auch asiatische Nashi-Birnen wachsen hier. Der Visionär wollte Landwirtschaft in Einklang mit der Natur bringen. Das ist ihm mit seinem Lebensmittel-Wald gelungen.

Wouter wendet hier ein landwirtschaftliches System an, das von den ökologischen Prinzipien eines Waldsystems inspiriert ist. Sobald alles richtig gepflanzt wurde, erledigt die Natur den Rest. Denn dank ihrer großen Biodiversität sind Nahrungsmittelwälder sehr robust. Zum Abschluss gibt es noch ein kühles Bier - auch das mit Zutaten aus dem Wald. Vollgepackt mit Nüssen und Obst macht Frank sich dann auf den Weg zu seiner nächsten Station.

Björn ist auf dem Weg zur Eco-Community Vlierhof in der Nähe von Kleve. Die Öko-Gemeinschaft will hier gemeinsam und möglichst im Einklang mit der Natur leben. „Nachhaltig, autark, bewusst leben“ - das ist ihr Motto. Björn trifft sich mit Dieuwke Reuwers, die sich hier vor allem um den Garten kümmert. Biologisches Gärtnern ist ihre Leidenschaft. Vieles hat sie sich selbst beigebracht, denn eigentlich kommt sie aus der Hotelbranche. Doch irgendwann gefiel ihr dieses Leben nicht mehr, stieß auf den Vlierhof – und ist geblieben.

Auf dem Vlierhof werden seit rund zehn Jahren Bio-Gemüse und Obst angebaut. Alles für den eigenen Bedarf der Mitbewohner:innen. Was in erntereichen Phasen nicht aufgegessen werden kann, wird an einem Straßenstand für einen kleinen Obolus weitergegeben. Fast drei Hektar groß ist der Bio-Garten, Björn kann sich aus dem großen Sortiment nach Herzenslust bedienen. Und mit prall gefülltem Fahrradtaschen macht er sich auf den Weg zurück zur „unaone“ …

Die Niederlande sind nicht gerade als Weinnation bekannt. Wenn es hier auch keine echten Wein"berge" gibt, Weinanbaugebiete finden sich sehr wohl. Frank ist mit dem E-Bike unterwegs nach Groesbeek, zu Winzer Adam Dijkstra und seinem Weinhof De Colonjes. Seine Ausbildung machte der junge Winzer  in der Pfalz. Zurück in den Niederlanden hat Adam dann mit verschiedenen Sorten experimentiert, bis er schließlich die richtigen für die Boden- und Wetterbedingungen in den Niederlanden gefunden hat.

Der Wein wird hier auf 13 Hektar in Bio-Qualität angebaut. Die Pflanzen müssen sich ohne chemische Hilfsmittel auch ein bisschen mehr "anstrengen" - und das wirkt sich auch auf den Geschmack des Weins aus. Die verarbeiteten Trauben reifen schließlich im modernen Weinkeller zum edlen Tropfen. Mit einem kleinen Verkostungs-Paket macht Frank Buchholz sich dann auf den Weg zum Ankerplatz …

Heute ganz vegetarisch!
Abends wird an Bord aus der Tagesbeute einfach und köstlich gekocht! Zur Vorspeise gibt es ein würziges Brunnenkresse-Süppchen mit frischem Gartensalat, gefolgt von einer Gemüse-Paella mit Mangold und Fenchel. Schmackhaftes Dessert sind warme Apfelküchlein vom Grill mit karamellisierten Nüssen und feinem Holunderbeerenjogurt.

Ein „lecker“ Sommer an und auf der Maas – ein perfekter Urlaub gleich nebenan.
Die Maas - der längste Nebenfluss des Rheins – fließt von Frankreich nach Belgien weiter an der niederländischen Grenze zu Nordrhein- Westfalen entlang – immer Richtung Nordsee. An den Flussufern liegen verwunschene Naturparks, romantische Hafenstädtchen und jede Menge Bauernhöfe.