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14. Januar 1972 - Krönung von Margrethe II. von Dänemark

Offizielles Porträt der dänischen Königin Margrethe II.

14. Januar 1972 - Krönung von Margrethe II. von Dänemark

Nach über 500 Jahren bekommt Dänemark mit Margrethe II. erstmals wieder eine Königin. Am 14. Januar 1972 wird sie in Kopenhagen gekrönt. Von Beginn an bringt sie neuen Schwung ins Königreich.

Krönung Margarethe II. von Dänemark (am 14.01.1972)

WDR ZeitZeichen 14.01.2022 14:48 Min. Verfügbar bis 15.01.2099 WDR 5


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Sie ist beliebt, volksnah und gebildet: Königin Margrethe II. von Dänemark. Anders als in vielen anderen Königshäusern üblich, versucht sie, die Distanz zu ihren Landsleuten so gering wie möglich zu halten. So radelt sie oft selbst zum Einkaufen durch Kopenhagen.

Die Dänen nennen Margrethe liebevoll "Vulkan-Königin" - angeblich raucht sie bis zu 30 Zigaretten am Tag. Mittlerweile blickt sie auf fünf skandalfreie Jahrzehnte Regentschaft zurück.

Erste Königin seit 500 Jahren

Es ist der 14. Januar 1972, der Todestag ihres Vaters König Frederik IX., als die schüchtern und unsicher wirkende Kronprinzessin mit 31 Jahren zur Königin ausgerufen wird. Eine feierliche Thronbesteigung gibt es in Europas ältester Monarchie nicht mehr, dennoch ist dieser Tag in Dänemark etwas ganz Besonderes: Erstmals seit gut 500 Jahren wird das Land wieder von einer Frau regiert. Ermöglicht hat das Margrethes Vater. Weil er keine männlichen Nachkommen hat, lässt er 1953 das Thronfolgegesetz durch eine Volksabstimmung ändern.

Margrethe II. kommt im April 1940 in Kopenhagen zur Welt, ihr voller Name lautet Margrethe Alexandrine Thorhildur Ingrid. Ihre Kindheit ist glücklich und unbeschwert. Zusammen mit ihren zwei jüngeren Schwestern wächst sie auf Schloss Amalienborg auf. 1947 wird Margrethes Vater König. Frederik IX. ist der erste Monarch Dänemarks, der konsequent auf jegliche politische Einflussnahme verzichtet.

Margrethe macht unterdessen Abitur und studiert an verschiedenen renommierten Universitäten Archäologie und Politikwissenschaften. Während ihrer Zeit in London lernt die Kronprinzessin den französischen Diplomaten Graf Henri de Laborde de Monpezat kennen. 1967 folgt die Hochzeit und aus Graf Henri wird Prinz Henrik von Dänemark. Gemeinsam haben sie zwei Söhne: Kronprinz Frederik und Prinz Joachim.

Ehe mit Licht und Schatten

Das Paar eint das große Interesse für Kunst, Kultur und Geschichte. Zusammen übersetzen sie verschiedene Romane, zudem entwirft Margrethe II. Bühnenbilder, gibt Kinderbücher mit ihren Zeichnungen heraus und malt. Auch ihre farbenfrohen Outfits gestaltet die Monarchin oft mit.

Trotz vieler Gemeinsamkeiten kriselt es in der Ehe mitunter gewaltig. Der französische Adlige findet sich nur schwer damit ab, dass er in der Öffentlichkeit nur die zweite Geige spielt. Doch Margrethe und ihr Mann raufen sich immer wieder zusammen. 51 Jahre sind die beiden verheiratet, als Prinz Henrik im Februar 2018 stirbt.

Sie selbst ist auch mit über 80 noch immer aktiv und bleibt trotz des Verlusts ihrer "großen Liebe" stark und fröhlich. Ein vorzeitiger Ruhestand kommt für Margrethe II. nicht in Frage, wie sie selbst sagt: "So lange man Aufgaben hat, hat man keine Zeit, in ein Loch zu fallen."

Autorin des Hörfunkbeitrags: Ariane Hoffmann
Redaktion: Gesa Rünker​

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