29. Juli 1981 - Hochzeit von Prinz Charles und Lady Diana

Charles und Diana bei ihrer Hochzeit

29. Juli 1981 - Hochzeit von Prinz Charles und Lady Diana

Es ist die Jahrhunderthochzeit: Eine Milliarde Menschen sehen im Fernsehen oder lassen sich im Radio erzählen, wie Lady Diana mit ihrer acht Meter langen Schleppe die Stufen der St. Pauls Cathedral hinaufläuft. Unendlich langsam schreitet sie am Arm ihres Vaters, gekleidet in ein elfenbeinfarbenes Kleid aus englischer Seide mit einem Rüschenausschnitt aus historischer Spitze. Ihr Gesicht wird von einem Schleier verdeckt, auf dem Kopf sitzt ein Diadem. Die Kommentatoren sind sich einig: Hier geht eine Märchenprinzessin zum Altar. Diana Frances Spencer sagt mehr als zehn Jahre später, dies sei der schrecklichste Tag ihres Lebens gewesen.

Diana ist für den Kronprinzen eine guter Wahl

Näher sind sich Charles und Diana gekommen, als sie neunzehn Jahre alt war und Charles sie zu einem Poloturnier einlud. Diana ist für den Kronprinzen eine gute Wahl. Sie stammt aus bestem Hause: Die Spencers sind eine der ältesten Adelsfamilien Englands und mit dem britischen Königshaus eng verbunden. Zudem ist sie eine Frau ohne schwierige Vergangenheit. Charles hatte mehrere Freundinnen vor ihr. Von 1970 bis 1972 war er mit Camilla Parker Bowles, damals noch Camilla Shand, liiert, bevor er mit der britischen Marine für längere Zeit in See stach und Camilla zurück ließ. Vergessen hat Charles Camilla nie.

Längst vor der Hochzeit spürt Diana die Präsenz dieser Frau, ist wütend und verunsichert. Doch seit Bekanntgabe der Verlobung im Februar 1981 befinden sich viele Briten im Ausnahmezustand, es gibt kein Zurück mehr. Am 29. Juli 1981 findet die Hochzeit statt, Diana ist zwanzig Jahre alt, ihr Bräutigam Prinz Charles zwölf Jahre älter. "Die Briten waren froh über die Wahl: Sie bekamen von Charles, was sie sich selbst wünschten. So wie Diana sah eben eine englische Prinzessin aus", erklärt der Adelsexperte Rolf Seelmann-Eggebert.

Diana: "Wir waren in dieser Ehe immer zu dritt"

Doch das Leben als Kronprinzessin setzt der schüchternen Diana zu. Reporter verfolgen jeden ihrer Schritte. Die Princess of Wales kämpft gegen Depressionen und Bulimie. Doch die Menschen lieben sie, wollen ihr nahe sein, ihr, nicht Prinz Charles. Rolf Seelmann-Eggebert sagt: "Ich bin sicher, dass er am Ende eifersüchtig war. Nicht auf die schöne Frau Diana, sondern auf die erfolgreiche Frau, die vom Volk angenommen worden war."

Lady Diana bringt während der Ehe zwei Söhne zur Welt: William und Henry, genannt Harry. Doch immer wieder nimmt Charles Kontakt zu Camilla Parker Bowles auf. Diana wird später sagen: "Wir waren in dieser Ehe immer zu dritt."

Während sich die Eheleute auseinanderleben, wird Diana zur meist fotografierten Frau ihrer Zeit. Sie setzt sich immer stärker für humanitäre Projekte ein, tut dies mit einer spürbaren Wärme, die anderen Vertretern des Königshauses abgeht. Je erfolgreicher sie wird, desto weiter entfernen sich Charles und sie. 1992 trennen sie sich offiziell, im August 1996 wird die Ehe geschieden.

Diana verlebt gerade glückliche Monate mit Dodi Al-Fayed, einem ägyptischen Kaufmannssohn, als sie plötzlich ums Leben kommt. Am 31. August 1997 stirbt sie mit 36 Jahren bei einem Autounfall im Pariser Alma-Tunnel, nahe der Alma-Brücke. Königin von England ist Diana nie geworden, "Königin der Herzen" war sie allemal. Erst 2005 heiratet Charles Camilla.

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"ZeitZeichen" auf WDR 5 (9.45 Uhr) und WDR 3 (17.45 Uhr) erinnert am 29. Juli 2016 ebenfalls an die Hochzeit von Prinz Charles und Lady Diana. Auch das "ZeitZeichen" gibt es als Podcast.

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Stand: 29.07.2016, 00:00