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23.03 - 06.00 Uhr ARD Infonacht
Mitarbeiterinnen der Trierer Tafel verteilen Obst und Gemüse an Bedürftige.

Tafeln am Limit: Was hilft raus aus der Krise?

Doppelt so viele Menschen, aber nur die Hälfte an Spenden: Die Tafeln fordern Geld vom Staat. Bereits jetzt gibt es Aufnahmestopps, die Sommerpause verschärft die Situation. Wie kann es weitergehen? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Die Schlangen vor den Tafeln in NRW sind deutlich länger geworden. Der Landesverband in Nordrhein-Westfalen schätzt, dass seit Beginn des vergangenen Jahres rund 40 Prozent mehr Menschen darauf angewiesen sind. Weniger Geld für Lebensmittel durch Inflation und steigende Energiekosten gehören zu den Gründen. Ein anderer ist, dass Geflüchtete aus der Ukraine auf Essen der Tafeln angewiesen sind.

Gleichzeitig werden Spenden wie Gemüse, Mehl oder Milch deutlich weniger: Supermärkte kalkulieren wohl knapper. Und auch Privatleute haben ein schmaleres Portemonnaie. So fallen diese überlebenswichtigen Spenden kleiner aus, die in NRW für rund 600.000 Menschen dazugehören, um durch den Alltag zu kommen.

Die Tafeln stehen unter Druck – rund ein Drittel hätte schon Begrenzungen oder ein Aufnahmestopp ausgesprochen. Der Kölner Standort geht bald in Sommerpause, hier fehlt in der Urlaubszeit Personal. Auch um dafür Lösungen zu finden kommen derzeit Vertreterinnen und Vertreter der Tafeln aus ganz Deutschland zusammen. Sie bräuchten Geld vom Staat, um überhaupt weiterzumachen. Das gibt es bisher eigentlich nur für bestimmte Projekte. Die Tafeln finanzieren sich fast ausschließlich durch Spenden – auch Kühlschränke oder Fahrzeuge.

Etwa 90 Prozent der Menschen, die mithelfen, sind Ehrenamtliche. Viele davon packen Tag für Tag und über Jahrzehnte mit an – entsprechend sind Mitarbeitende oft im Seniorenalter und kommen mit der jetzt neuen Situation an ihre Grenzen. Der Ansturm an Bedürftige fordert also auch Nachwuchs in der Freiwilligenarbeit.

Wie erleben Sie die Situation an den Tafeln? Welche Bedeutung hat die Institution für Sie? Die Tafeln übernehmen teils staatliche Aufgaben – sollten sie in Ihren Augen auch Geld vom Bund erhalten? Oder sehen Sie die Gesellschaft insgesamt in der Verantwortung, sich mehr zu engagieren? Was kann in Ihren Augen helfen, damit die Tafeln langfristig weitermachen können? Was muss kurzfristig passieren, damit es jetzt sofort besser wird?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555).

Gast: Sabine Werth, Sozialpädagogin, Gründerin und Vorsitzende der Berliner Tafel

Redaktion: Ulrich Horstmann und Beate Wolff

Tafeln am Limit: Was hilft raus aus der Krise?

WDR 5 Tagesgespräch 07.07.2023 45:22 Min. Verfügbar bis 06.07.2024 WDR 5


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