Befristete Garantie für Stahlsparte bei Thyssen-Krupp

Befristete Garantie für Stahlsparte bei Thyssen-Krupp 01:46 Min. Verfügbar bis 14.05.2020

Befristete Garantie für Stahlsparte bei Thyssen-Krupp

Von Jörg Marksteiner

  • Befristete Job- und Standortgarantie bis Ende 2019
  • 27.000 Arbeitsplätze und alle Standorte erst mal sicher
  • Betriebsräte wollen langfristige Klarheit
  • Kleine Standorte machen sich Sorgen
  • Konzern schließt neue Partnersuche nicht aus

Zumindest so viel wissen die Mitarbeiter von Thyssen-Krupp jetzt: Bis zum Jahresende wird sich in den Stahlwerken trotz der geplatzten Fusion mit Tata Steel nicht sehr viel ändern. Bis dahin drohen in der Stahlsparte von Thyssen-Krupp nach WDR-Informationen vom Dienstag (14.05.2019) weder Stellenabbau noch Stilllegungen.

Vorübergehende Bestandsgarantie für 27.000 Stahlarbeiter

Für alle 27.000 Stahlarbeiter sowie alle Werke und Standorte des Essener Stahl- und Industriekonzerns gibt es demnach eine vorübergehende Bestandsgarantie. Auf einen entsprechenden Tarifvertrag haben sich Konzern und Arbeitnehmer am Montagabend (13.05.2019) geeinigt, hieß es bei einer Betriebsräte-Konferenz in Duisburg.

Geplatzte Fusion "schlug wie eine Bombe ein"

"Für einige Standorte wie Duisburg-Hüttenheim wäre die Fusion ein Segen gewesen", sagt ein langgedienter Betriebsrat dem WDR. Jetzt sei die Unsicherheit zurück. "Die Nachricht, dass die Fusion geplatzt ist, schlug bei den Mitarbeitern wie eine Bombe ein“, erzählt Betriebsrat Mehmet Göktas. "Gerade an den kleineren Standorten machen sich viele wieder Sorgen."

"Im Grunde stehen wir wieder bei Null"

Verbindliche Antworten vom Vorstand hätten sie nicht bekommen, sagen Betriebsräte nach der Sitzung: "Im Grunde stehen wir wieder bei Null."

Manchen mag es wie ein Déjà-vu vorkommen: Ziemlich genau drei Jahre ist es her, da saßen sie schon einmal in der Duisburger Rheinhausenhalle zusammen. Auch damals kämpften die Thyssen-Krupp-Betriebsräte gegen Schließungen und Sparkurs.

2.000 Stellen sollen wegfallen

Bei einer Fusion hätten alle Standorte eine Garantie bis 2026, kriselnde Werksteile in Bochum und im Siegerland immerhin bis 2023 bekommen. Das ist nun hinfällig. Bis zum Jahresende wollen Firmenleitung und Arbeitnehmer nun eine neue Vereinbarung aushandeln. Klar ist aber, dass 2.000 Stellen wegfallen sollen – so, wie es auch bei eine Fusion gekommen wäre.

Thyssen-Krupp: "Kein guter Tag für Beschäftigte"

WDR 5 Morgenecho - Interview 13.05.2019 06:09 Min. Verfügbar bis 12.05.2020 WDR 5

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Weitere Restrukturierungsmaßnahmen nicht ausgeschlossen

Thyssen-Krupp-Chef Guido Kerkhoff hat inzwischen deutlich gemacht, die Mehrheit an der Stahlsparte künftig zu behalten. Weitere Restrukturierungen und Partnerschaften sind aber nicht ausgeschlossen. Die Sparte gilt als konjunkturanfällig. Am Dienstagmorgen gab der Konzern bekannt, dass das Stahl-Ergebnis in den vergangenen sechs Monaten ist deutlich eingebrochen ist.

Stand: 14.05.2019, 14:18

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