Filmauftakt in Ahlen: Stadt der Hoffnung

Lokalzeit Münsterland 11.08.2022 03:59 Min. Verfügbar bis 11.08.2023 WDR Von Christian Schweitzer

Auftakt in Ahlen: Film über Leben in Zechensiedlung

Stand: 12.08.2022, 10:12 Uhr

Die Spannung in der Ahlener Zechensiedlung steigt. Am Freitagabend wird erstmals im Cinema Ahlen ein Film gezeigt, an dem 300 Ahlener mitgearbeitet haben. Und der tiefe Einblicke in die türkische Community gibt.

Von Christian Schweitzer

Die Häuser der Zechensiedlung Ahlen.

Es geht um das Leben in der Ahlener Zechensiedlung

Die Story dreht sich um zwei Teenager. "Enver" und "Selma" sind zwar Kinder türkischer Eltern, wurden aber in Deutschland geboren. Und hängen damit irgendwie zwischen zwei Heimaten. Typisch für junge Menschen mit Migrationshintergrund.

Die beiden suchen ihre Identität, kämpfen gegen Vorurteile, erleben wachsende Drogenkriminalität, die erste Liebe. Ein Stoff mit Spannung, Emotion und Tabubrüchen – geschrieben auch von Ahlener Jugendlichen.

Leben der Menschen im Mittelpunkt

Filmemacherin Julia Jacob in der Ahlener Zechensiedlung.

Julia Jacob hat die Zechensiedlung oft besucht

"Es  ist eine andere Art, Filme machen. Mir ist wichtig, die Beziehung zu den Laiendarstellern zu halten, zu pflegen, ich will wissen, wie es den Leuten geht!" erklärt Filmemacherin Julia Jacob beim Besuch in der Ahlener Zechensiedlung. Im Arm hält sie dabei Alara Mithat, die im Film "Ayda" spielt, die kleine Schwester  mit Downsydrom.

Der Supermarkt des Filmes mit dem Namen: Arican Supermarkt.

Supermarkt und Moschee sind Spielorte des Films

Die Zuschauer erwartet ganz nebenbei ein tiefes Eintauchen in den deutsch-türkischen Mikrokosmos. Auch die aramäische Religionskultur wird beleuchtet. Die Story ist fiktiv, die Kulissen in der Ahlener Zechensiedlung sind real. Der Betrieb im Supermarkt, eine islamische Hochzeit, Gebete in der Moschee, alles passiert wirklich. Was manchmal fast beklemmend wirkt.

Vorurteile abbauen

Yagut Janzen, die Sängerin aus dem Film: Stadt der Hoffnung, steht vor dem Kinoplakat des Filmes.

Yagut Janzen spielt die Eyla

Auch Yagut Janzen spielt mit, kommt aber nicht aus der Zechensiedlung. Wie zum Beispiel auch viele Handballer aus Ahlen. "Auch ich hatte Vorurteile", so "Eyla". "Dann habe ich soviel von den Leuten erfahren, dass ich die heute komplett mit anderen Augen sehe." Sie wird zur Preview den Titelsong des Films live präsentieren.

Eine Traube von Syrern aus dem Film: Stadt der Hoffnung.

Auch eine Hochzeit spielt im Film eine Rolle

Auf die Preview von "Stadt der Hoffnung" freut sich auch Ilkay Daniszmaz, Vorsitzender des Ahlener Moscheevereins. "Jetzt sieht man endlich auch mal, wie schön das bei uns in der Zechensiedlung ist!" Und nicht nur da. Eine besonders emotionale Szene entstand am Tuttenbrocksee in Beckum. Fortsetzung nicht ausgeschlossen.