Maria 2.0: Kirchenrebellinnen haben viele Mitstreiter

Maria 2.0: Kirchenrebellinnen haben viele Mitstreiter

  • Münsteraner Initiative will Erneuerung der Kirche
  • Maria 2.0 ruft erfolgreich zum bundesweiten Streik auf
  • Online-Petition und offener Brief an den Papst

Die bundesweite Bewegung für mehr Frauenrechte in der katholischen Kirche stößt nach Einschätzung der Initiatoren auf große Resonanz. "Unsere Aktion 'Maria 2.0' ist zum absoluten Selbstläufer geworden", sagte Mit-Initiatorin Lisa Kötter. Bis Samstag (18.05.2019) wollen die streikenden Frauen kein Gotteshaus betreten und keine ehrenamtlichen Dienste verrichten.

Gebete vor den Domtüren

In Münster versammelten sich bereits am Sonntagmorgen (12.05.2019) mehrere hundert Frauen und Männer zu einer Mahnwache vor dem Dom. Mit Liedern und Gebeten feierten sie ihren Gottesdienst, bewusst vor den Toren des Doms. Auch in Wuppertal gab es am Sonntag einen Gottesdienst unter freiem Himmel.

Auch an vielen anderen Orten haben sich Menschen dem Kirchenstreik angeschlossen. Bundesweit seien es zehntausende Menschen, so Mit-Initiatorin Lisa Kötter. Hunderte Gruppen, zum Teil ganze Kirchengemeinden, hätten sich mit der Bewegung solidarisiert. Die ganze Woche über wird es verschiedenen Andachten und Aktionen der Frauen geben.

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Protest und Petition gegen Machtstrukturen

Die Frauen aus der Münsteraner Gemeinde Heilig Kreuz wollen es nicht mehr hinnehmen, dass in der katholischen Kirche nur Männer zum Priester geweiht werden können. Sie fordern volle Gleichberechtigung für Frauen, Zugang zu allen geweihten Ämtern und eine schonungslose Aufklärung aller Missbrauchsfälle.

Sie fordern dies auch in einer Online-Petition an Papst Franziskus. Die Petition ist noch bis zum 18. Mai 2019 online.

Unterstützung von Bischöfen

Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode unterstützt die Bewegung. "Ich finde die Aktion gut, um ein Zeichen zu setzen für mehr Beteiligung von Frauen in der katholischen Kirche", sagte Bode. Er glaube aber nicht, dass es in absehbarer Zeit eine Chance gebe, dass das Priesteramt für Frauen geöffnet wird.

Auch der Speyerer Bishof Wiesemann will sich für die Weihe von Freien einsetzten. Er könne die Wut, die Trauer und den Ärger der Frauen darüber verstehen, dass sie von der Kirche seit Jahrzehnten hingehalten werden.

Stand: 12.05.2019, 14:20