Kinder spielen auf einer Straße in Mumbai

Tomatengrippe in Indien - was über das neue Virus bekannt ist

Stand: 23.08.2022, 13:11 Uhr

In Indien gibt es einen Virusausbruch mit der sogenannten Tomatengrippe. Betroffen sind vor allem Kinder. Was wir bisher wissen und was nicht.

Die Erkrankung wurde in drei verschiedenen Bundesstaaten in Indien nachgewiesen. Infiziert sind nach aktuellem Stand mehr als 100 Kinder unter zehn Jahren, aber keines davon so schwer, dass Lebensgefahr besteht.

Der Ursprung des Virus ist bisher noch unbekannt. Allerdings gab es bereits 2007 knapp 2.000 Fälle dieser Erkrankung, von denen viele vorher mit dem durch Mücken übertragenen Chikungunya-Virus infiziert worden waren.

Wie verläuft die Tomatengrippe?

Die Symptome der Tomatengrippe sind vergleichbar mit einer Grippe: Fieber, Gliederschmerzen, aber auch Magen-Darm-Symptome wie Durchfall und Erbrechen können auftreten.

Später kommt es zu Hautausschlag und Hautläsionen, die den Affenpocken bei jungen Menschen ähneln, jedoch bis auf die Größe einer Tomate anschwellen können - daher der Name "Tomato flu". Sie können wohl mitunter sehr schmerzhaft sein.

Wie steckt man sich an?

Die Ansteckung erfolgt nach aktuellem Kenntnisstand vor allem über Körperkontakt, Kontakt mit den Hautläsionen, aber auch mit kontaminierten Oberflächen oder Kontakt mit anderen Körperflüssigkeiten infizierter Personen. Schützen kann man sich deshalb vor allem durch Hygiene. Eine Impfung gibt es nicht.

Wie gefährlich ist das Virus?

Das kann man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Bislang sieht es so aus, dass es zwar relativ leicht übertragen werden kann und sehr unangenehme Symptome macht, aber nicht lebensbedrohlich ist. Allerdings weiß man noch zu wenig, um das genau beurteilen zu können.

Zudem grassiert der Erreger bisher nur in der Gruppe der Kleinkinder, wie es auf Erwachsene, ältere oder Immungeschwächte Menschen wirkt, kann man jetzt noch nicht sagen.

Droht eine neue Pandemie?

Das Forschungsteam, dass den Erreger untersucht, geht zum aktuellen Zeitpunkt nicht davon aus. Natürlich kommt es aber auch darauf an, den Ausbruch jetzt möglichst schnell einzudämmen, die Menschen vor Ort aufzuklären und mehr über den Erreger herauszufinden.

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