Corona-Live-Ticker: Fünf Schulen in Dortmund machen dicht

  • Fünf Schulen in Dortmund machen dicht
  • Lauterbach: Laschet macht sich "lächerlich"
  • Verzicht auf "Lockdown" für Oppostion ein großer Fehler
  • Alle Entwicklungen hier im Corona-Live-Ticker
Aktualisieren

Was gibt es Neues in Sachen Coronavirus? Hier im Live-Ticker halten wir Sie über die Entwicklungen auf dem Laufenden.

Fünf Schulen machen dicht - 8.000 Schüler betroffen

Die Stadt Dortmund schließt ab morgen bis zu den Sommerferien fünf Schulen wegen neuer Corona-Fälle. Davon sind eine Grundschule, eine Hauptschule und drei Berufskollegs betroffen. Die Stadt Dortmund hat bei Tests auf das Corona-Virus am Wochenende jeweils einen Schüler oder Lehrer der betroffenen Schulen positiv auf das Corona-Virus getestet. Weil es anschließend nicht gelang, bei Umgebungsuntersuchungen alle Kontaktpersonen zu ermitteln, wurden die Schulen vorsorglich geschlossen.

Ende vergangener Woche hatte die Stadt bereits eine weitere Grundschule geschlossen, nachdem dort ein Kind und ein Lehrer positiv getestet worden waren. Von den Schließungen sind mehr als 8.000 Schüler betroffen. Die Stadt sagt, dass es zwischen den Fällen keinen Zusammenhang gibt.

"Lockdown" bleibt für Laschet eine Option

Armin Laschet hat die Entscheidung der NRW-Landesregierung, nach dem Corona-Ausbruch bei einem Tönnies-Schlachtbetrieb auf einen regionalen "Lockdown" im Kreis Gütersloh zu verzichten, erläutert. Es gebe ganz wenige Einzelfälle, "wo die Übertragung in die Bevölkerung erfolgt ist. Ich habe heute deutlich gemacht, wenn es sich abzeichnen sollte, dass eine Gefährdung besteht, wird es zum Lockdown kommen müssen. Der Lockdown muss nur Sinn machen", sagte der NRW-Ministerpräsident in der "Aktuellen Stunde".

Nun sei die große Aufgabe, "dass Geschehen, das in der Firma Tönnies entstanden ist, zu lokalisieren. Also, die Beschäftigten so in Quarantäne zu nehmen, dass es eben nicht rüberspringt in die Bevölkerung. Das gelingt bisher", betonte Laschet.

Mit Blick auf die Folgen des Corona-Ausbruchs für die Fleischindustrie kündigte er strukturelle Veränderungen an. "Die Zustände in der Fleischindustrie können so nicht bleiben. Ich glaube, das ist nur mit Gesetzesänderungen möglich. Mit freiwilliger Selbstverpflichtung wird das nicht mehr funktionieren. Wenn irgendwann Schlachtbetriebe wieder geöffnet werden, dann unter anderen Bedingungen als vor der Krise."

Verzicht auf "Lockdown" für Opposition ein großer Fehler

Die NRW-Landesregierung verzichtet nach dem Corona-Ausbruch bei einem Tönnies-Schlachtbetrieb auf einen regionalen "Lockdown". Für die Opposition im nordrhein-westfälischen Landtag ein großer Fehler. Oppostionsführer Thomas Kutschaty (SPD) sagte dem WDR, er habe erhebliche Zweifel daran, ob das Problem noch regional zu begrenzen sei. Die Infizierten hätten massive Kontakte über die Grenzen des Kreises Gütersloh hinaus gehabt.

Zudem kritisierte er, dass in dieser Lage weiterhin Schwimmbäder geöffnet blieben. Auch kulturelle Veranstaltungen müssten auf den Prüfstand. Hier drohe eine Weiterverbreitung des Virus.

Lauterbach: Laschet macht sich "lächerlich"

SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hat das Vorgehen des NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) zur Eindämmung der Corona-Infektionen bei dem Fleischproduzenten Tönnies scharf kritisiert. "Armin Laschet macht sich und die gesamte Politik von Bund und Ländern im Umgang mit lokalen Infektionsausbrüchen lächerlich und unglaubwürdig", sagte Lauterbach der "Rheinischen Post".

Die vereinbarte Grenze von 50 Neuinfektionen pro Woche je 100.000 Einwohner sei in Gütersloh klar überschritten. "Es ist völlig falsch, dass jetzt kein lokaler Lockdown im Kreis Gütersloh verhängt wird", sagte Lauterbach.

NRW-Landesregierung: Vorerst kein flächendeckender "Lockdown"

Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischunternehmen Tönnies wird es vorerst keinen regionalen, flächendeckenden "Lockdown" geben. Einen solchen schließt die Landesregierung aber weiterhin nicht aus. Das sagte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) in einer heutigen Pressekonferenz in Gütersloh.

"Wir haben hier ein enormes Pandemierisiko", sagte Laschet weiter. Daher gelte es weiterhin zu verhindern, dass das Coronavirus auf jenen Teil der Bevölkerung überpringe, der nicht bei Tönnies beschäftigt ist. Momentan allerdings ist das "Problem klar lokalisierbar".

Das Wichtigste sei jetzt, dass die Tests ausgewertet werden, so der Ministerpräsident. Insgesamt wurden rund 7.000 Menschen getestet, die für Tönnies im Einsatz sind - bislang 1.331 positiv.

Der zweite wichtige Schritt sei, die Quarantäne durchzusetzen, so Laschet. Diese gilt für alle Beschäftigten bei Tönnies. Problem dabei sei ihre dezentrale Unterbringung in mehreren Kreisen.

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) bemängelte, dass es bei der Fleischindustrie an Transparenz fehle. "Und wenn es keine Transparenz gibt, kann es auch kein Vertrauen geben." Daher müsse man neue Regeln festlegen, auch im Bereich Arbeitsschutz - aber keine freiwilligen. "Mit der Fleischindustrie kann es keine freiwilligen Vereinbarungen geben."

Wie Landrat Sven-Georg Adenauer auf der Pressekonferenz sagte, könnten sich alle Menschen im Kreis Gütersloh in den kommenden Tagen kostenlos testen lassen. "Vielleicht wäre es für die Firma Tönnies interessant, die Kosten dafür zu übernehmen." Dazu hat sich Tönnies inzwischen bereit erklärt.

Adenauer wies zugleich darauf hin, dass auch eine flächendeckende Testung keine endgültige Sicherheit geben könne. Im Hinblick auf die ausländischen Werkvertrag-Beschäftigten sagte er: "Es ist nicht auszuschließen, dass kranke Menschen den Kreis Gütersloh verlassen haben und in ihre Heimatländer zurückgekehrt sind."

Coronakrise drückt Forschungsausgaben der Unternehmen

Die Coronakrise schlägt einer Umfrage zufolge auf die Forschungsausgaben der Unternehmen durch. 38 Prozent haben ihre Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten reduziert oder sogar ganz gestoppt, geht aus der Umfrage des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) unter 250 Betrieben hervor, die dem "Handelsblatt" am Sonntag vorlag.

Vor der Krise gaben lediglich 13 Prozent an, ihre Forschungsausgaben gegenüber dem Vorjahr senken zu wollen. In der kriselnden Automobilindustrie sind es mittlerweile sogar vier Fünftel.

Tönnies-Beschäftigte vor Quarantäne in Heimatländer zurückgereist?

Der Kreis Gütersloh hat Hinweise, dass Beschäftigte vor Verhängung der Quarantäne für sämtliche Tönnies-Beschäftigte am Standort Rheda-Wiedenbrück abgereist sind. "Wir haben vermehrte Mobilität wahrgenommen", sagte eine Kreissprecherin. Das sei dem Kreis von Bürgern zugetragen worden. "Eine Handhabe, das zu unterbinden, hatten wir zu der Zeit nicht."

Der Kreis hatte die Quarantäne am Freitag angeordnet. Sie gilt auch für sämtliche Haushaltsangehörige der Beschäftigten.

Kreis Gütersloh: Fünf Corona-Erkrankte von Tönnies auf der Intensivstation

Nach dem Corona-Ausbruch in der Fleischfabrik Tönnies werden im Kreis Gütersloh derzeit insgesamt 19 Menschen wegen einer Covid-19-Erkrankung behandelt. Sechs von ihnen würden intensivmedizinisch behandelt, so eine Sprecherin des Kreises. Darunter seien fünf bei Tönnies beschäftigt. Zwei der sechs Patienten würden beatmet.

Gestern hatte die Zahl der positiv getesteten Tönnies-Mitarbeiter in der Fleischfabrik in Rheda-Wiedenbrück bei 1.029 gelegen. Die Behörden haben alle rund 6.500 Mitarbeiter unter Quarantäne gestellt.

Kommt der regionale Lockdown? NRW-Landeskabinett berät über Tönnies-Fall

Reichen die Quarantäne-Maßnahmen für die coronainfizierten Tönnies-Beschäftigten oder sind doch flächendeckende Einschränkungen nötig? Das nordrhein-westfälische Landeskabinett trifft sich heute zu einer Sondersitzung. Nach dem Corona-Ausbruch in der Fleischfabrik Tönnies mit bislang mehr als 1.000 Infizierten hatte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) einen regionalen Lockdown ausdrücklich nicht ausgeschlossen.

Heute will sich der Regierungschef vor Ort ein Bild von der Lage machen. Er trifft sich am Morgen in Gütersloh mit dem Krisenstab des Kreises.

Die Corona-Tests der insgesamt 6.500 Mitarbeiter auf dem Werksgelände der Firma Tönnies in Rheda-Wiedenbrück dauern an.

Westfleisch-Mitarbeiter erneut getestet

Gerade steht zwar Tönnies im Fokus der Öffentlichkeit, doch vor etwa einem Monat kriselte es auch bei Westfleisch. Nach den ersten Massentests in Hamm werden auch dort ab heute etwa 1.000 Mitarbeiter getestet. Dazu wird erneut eine mobile Teststation eingerichtet. Westfleisch erfüllt damit eine Auflage des Gesundheitsministeriums, nach der die Mitarbeiter regelmäßig getestet werden müssen. Testergebnisse werden am Dienstag erwartet.

Soziale Konflikte durch Corona?

Stillgelegte Betriebe, Arbeiter in Quarantäne, geschlossene Schulen - angesichts der teils heftigen Corona-Ausbrüche der vergangenen Tage sieht der Deutsche Städte- und Gemeindebund aber auch noch eine andere Gefahr durch das Virus und warnt vor möglichen sozialen Konflikten. "Wir dürfen Menschen nicht diskriminieren oder benachteiligen, die zum Beispiel im Niedriglohnbereich unter schlechten Wohnverhältnissen die preiswerte Fleischproduktion in bestimmten Betrieben gewährleistet haben", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Landsberg betonte, man dürfe Menschen, die in beengten Verhältnissen wohnen, keinen Vorwurf machen, weil es dort eher zu Infektionen kommen kann. Hier seien insbesondere die Betriebe gefordert, nicht nur für anständige Löhne und Arbeitsbedingungen zu sorgen, sondern insbesondere auch für Wohnverhältnisse, in denen Hygienestandards gewährleistet werden können.

Spanienreisen ohne Quarantäne

Pünktlich zum baldigen Start der Sommerferien in NRW hat Spanien hat in der Nacht seine Grenzen für europäische Reisende wieder geöffnet - nach mehr als drei Monaten. Der Ausnahmezustand ist jetzt aufgehoben und Einreisende müssen nicht mehr in Quarantäne. Häfen und Flughäfen sind für Reisende aus der EU und einigen weiteren Ländern wieder offen, auch die Landesgrenze zu Frankreich. Spaniens Grenze zu Portugal soll erst am 1. Juli wieder öffnen.

Premiere - Konzert hinter Plexiglas

Ungewöhnliche Konzertkulisse gestern Abend in Köln: Vor der Bühne hüpften Zuschauer in kleinen Plexiglasboxen, auf den Rängen klatschten begeistert Fans mit großem Abstand zueinander. Mit dem neuen Show-Konzept macht die Kölner Arena Konzerte auch in Pandemiezeiten wieder möglich. Und so spielte Wincent Weiss eben vor rund 900 Besuchern, in einer Halle, die eigentlich für 20.000 Menschen ausgelegt ist. "Ich bin jetzt Versuchskaninchen für alle", sagte der Popstar. Die meisten Fans zeigten sich nach dem Konzert begeistert. Viel Platz zu haben sei auch ein Vorteil, fanden sie.

Ihre Fragen zu Corona

Ältere Meldungen im Ticker-Archiv

Alle Beiträge

Coronavirus - Informationen aus den Regionen