Corona-Live-Ticker: 80.000 Fans zu Live-Konzerten in Köln erwartet

  • 80.000 Fans bei neuem Konzert-Konzept in Lanxess-Arena erwartet
  • Bundeswehr soll bei Corona-Tests im Kreis Gütersloh helfen
  • Maas fordert Entschuldigung von Laschet
  • Borussia Dortmund testet Wärmebildkameras
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Was gibt es Neues in Sachen Coronavirus? Hier im Live-Ticker halten wir Sie über die Entwicklungen auf dem Laufenden.

Corona-Konzept für Konzerte: 80.000 Fans in Köln erwartet

Abgetrennte Sitzboxen, kontaktloser Einlass, penible Planung der Laufwege: Mit einem neuen Konzept sollen in Köln erstmals nach der Corona-Pause wieder viele Menschen in den Genuss von Live-Konzerten in einer großen Halle kommen. Die Organisatoren erwarten in der Kölner Arena über etwa 100 Shows verteilt rund 80.000 Besucher bis Ende August.

Auch Nena ist bei dem Pilotprojekt mit zwei Auftritten am 27. und 28. Juli am Start. Das Corona-Konzept in Köln sieht vor, dass die Zuschauer im Innenraum in kleinen Plexiglas-Boxen sitzen, die zur Bühne hin geöffnet sind. Das Publikum ist wegen der Auflagen aber deutlich überschaubarer als üblich: Pro Auftritt sind rund 900 Fans zugelassen. Die Konzert-Reihe startet am Samstag mit einem Auftritt von Popsänger Wincent Weiss.

Maas fordert von Laschet Entschuldigung

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) nach dem Corona-Ausbruch in einem Tönnies-Schlachthof kritisiert. Laschets Äußerungen über bulgarische und rumänische Gastarbeiter seien "höchst gefährlich". Bei einem Besuch in Bulgarien forderte Maas Laschet auf, sich zu entschuldigen.

Laschet hatte auf die Frage, was der Corona-Ausbruch über die bisherigen Lockerungen aussage, geantwortet: "Das sagt darüber überhaupt nichts aus, weil Rumänen und Bulgaren da eingereist sind und da der Virus herkommt."

"Es ist höchst gefährlich über solche Schuldzuweisungen, die in der Sache auch noch absurd sind, Diskussionen, die wir auch in Deutschland haben, zu verstärken und auch zu verschärfen", sagte Maas. Laschet gieße damit "Öl ins Feuer", wie es "niemand, der verantwortliche Politik macht, tun darf".

Auch die bulgarische Außenministerin Ekaterina Zaharieva kritisierte die Äußerung scharf. "Ich bin der Meinung, dass dieses Statement wirklich unangemessen war", sagte sie. Sie sprach in dem Zusammenhang laut offizieller Übersetzung auch von Rassismus, ohne Laschet das aber direkt vorzuwerfen.

Scharfe Kritik an Tönnies-Aussage

Die Aussage des Fleischunternehmers Clemens Tönnies, die Corona-Infektionswelle in dem Betrieb sei von osteuropäischen Werkarbeitern von ihrem Heimaturlaub mitgebracht worden, schlägt nicht nur in der Politik hohe Wellen. "Solche Aussagen machen aus Opfern Täter", sagte der katholische Pastor Peter Kossen in Rheda-Wiedenbrück.

"Dann heißt es nachher: Die "dreckigen Rumänen", die es mit der Hygiene nicht so wichtig nehmen, die tragen uns hier die Krankheit rein. Dann sind wir mitten in der Rassismus-Debatte, die wir weltweit haben", sagte der Geistliche heute bei der Vorstellung eines Buches, das sich unter dem Titel "Das Schweinesystem" kritisch mit der Branche aufeinandersetzt.

Laschet stellt umstrittene Corona-Äußerung klar

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat seine umstrittene Äußerung klargestellt, das Coronavirus sei in einen Tönnies-Schlachthofe geraten, "weil Rumänen und Bulgaren da eingereist sind".

"Menschen gleich welcher Herkunft irgendeine Schuld am Virus zu geben, verbietet sich", sagte Laschet heute in Düsseldorf. "Mir ist wichtig, klarzumachen, dass das für mich wie für die gesamte Landesregierung selbstverständlich ist."

Allerheiligenkirmes in Soest abgesagt

Die Allerheiligenkirmes in Soest - die größte Altstadtkirmes in Europa - fällt in diesem Jahr der Corona-Pandemie zum Opfer. Das hat die Stadt Soest heute Abend bekannt gegeben.

Die Stadt erklärt die Entscheidung mit der Verlängerung des Verbots für Großveranstaltungen bis Ende Oktober. "Es wäre fahrlässig, darauf zu setzen, dass wir vier Tage nach dem Auslaufen des Verantstaltungsverbotes die Allerheiligenkirmes für 1,3 Millionen Gäste eröffnen können", sagte Bürgermeister Eckhard Ruthemeyer.

Kreis Gütersloh bittet Bundeswehr um Hilfe

Als Reaktion auf den Corona-Ausbruch mit mehr als 730 Infektionen (Stand Donnerstagabend) im Schlachtbetrieb der Firma Tönnies in Rheda-Wiedenbrück hat der Kreis Gütersloh Amtshilfe bei der Bundeswehr angefordert. Noch 5.300 Arbeiter müssen getestet werden. Bisher werden die Mitarbeiter des Kreises dabei durch ehrenamtliche Kräfte vom Malteser Hilfsdienst und vom Deutschen Roten Kreuz unterstützt, doch die Vielzahl an Tests übersteigt die Kapazitäten.

"Wir rechnen damit, dass uns die Bundeswehr ab Freitag unterstützten wird", sagte ein Sprecher des Kreises Gütersloh. 13 Soldaten sollen im Rahmen der medizinischen Versorgung eingesetzt werden, zwölf weitere bei der Dokumentation helfen.

Gütersloher Polizei appelliert an demonstrierende Eltern

Nach mehreren Demonstrationen von empörten Eltern vor den Tönnies-Schlachtbetrieben und dem Privathaus der Unternehmerfamilie hat die Polizei in Gütersloh an die Teilnehmer appelliert, die Versammlungen anzumelden. Wer eine Versammlung nicht anmelde, müsse mit einer Anzeige rechnen. Zudem seien die Einschränkungen der Corona-Schutzverordnung zu beachten.

Eltern protestieren vor Tönnies' Privathaus

Lehrerverbände und viele Eltern sind über den Umgang der Firma Tönnies mit dem Coronavirus verärgert. Deshalb haben heute um 10 Uhr einige Eltern vor dem Privathaus des Fleischereibetrieb-Besitzers Clemens Tönnies in Rheda-Wiedenbrück demonstriert. Dabei hatten sie Schilder mit Aufdrucken wie "Stoppt die Ausbeute bei Tönnies" bei sich. Protest-Teilnehmerin Melanie Beforth sagte: "Bildung ist offenbar nicht so wichtig, wie ein Stück Fleisch zu essen."

730 von knapp 1.000 Testergebnissen waren bis Donnerstagabend positiv. Unterdessen geht die Fleischverarbeitung im Werk weiter. Das bereits gelieferte Fleisch in den Kühlhäusern werde noch verarbeitet - in Absprache mit dem Gesundheitsamt. In Schulen und Kitas findet seit heute nur Notbetreuung statt.

Arminia verzichtet auf Aufstiegsfeier

Es hätte heute Abend beim Spiel gegen Darmstadt 98 ein rauschendes Fest werden können/sollen/müssen. Verdient hätte es sich Bald-Fußball-Bundesligist Arminia Bielefeld allemal. Doch Corona macht dem Tabelleführer der 2. Bundesliga einen Strich durch die Rechnung. Eine mögliche Aufstiegsfeier findet nicht statt.

Trotz aller Lockerungen "zeigt uns die aktuelle Lage in unserer direkten Nachbarschaft im Kreis Gütersloh deutlich, dass die Gefahr durch COVID-19 noch lange nicht gebannt ist", teilte der Verein mit. Und schickte eine eindringliche Bitte an alle Arminia-Fans hinterher: "Bleibt bitte zuhause, damit wir gemeinsam die Gesundheit aller weiterhin schützen."

Frankfurter Buchmesse soll stattfinden

Im Oktober ist Frankfurt wieder der "Nabel der Buchwelt". Und das soll sich auch in diesem Jahr nicht ändern. Corona hin, Corona her. Aus Sicht der hessischen Landesregierung werden Messen nicht als Teil der Kategorie Großveranstaltung betrachtet, teilte der Veranstalter mit.

Die Zielsetzung von Großveranstaltungen wie etwa dem Oktoberfest unterscheide sich doch maßgeblich von der einer Messe, bei der die Präsentation von Waren im Vordergrund stehe, heißt es weiter. Vom 14. bis 18 Oktober soll die Buchmesse nun über die Bühne gehen.

Borussia Dortmund testet Wärmebildkameras

Das leere Stadion von Borussia Dortmund | Bildquelle: imago

Borussia Dortmund bereitet sich offenbar für Spiele mit Zuschauern vor. Für das letzte Heimspiel der laufenden Bundesliga-Saison am 27. Juni lässt der BVB spezielle Wärmebildkameras installieren, die kontaktlos die Körpertemperatur der noch wenigen Personen vor Eintritt ins Stadion messen.

Zudem soll mithilfe von 3D-Sensoren ermittelt werden, ob im Tribünenblock die Abstandsregel eingehalten wird. "Ob die eingesetzte Technik am Ende zielführend und hilfreich sein wird, müssen wir abwarten", sagte BVB-Marketingchef Carsten Cramer den "Ruhr Nachrichten".

71 Prozent weniger Umsatz im NRW-Gastgewerbe

Wie das Statistische Landesamt IT.NRW heute mitteilte, sanken die Umsätze im Gastgewerbe im April im Vergleich zum Vorjahr um fast 71 Prozent. Die Zahl der Menschen, die in der Branche tätig waren, war um 22,3 Prozent niedriger. Besonders betroffen sind in Nordrhein-Westfalen Hotels (mehr als 90 Prozent Rückgang) sowie Kneipen und Bars (rund 78 Prozent).

Trotz der bisherigen Corona-Lockerungen bleibt die Lage für Gastronomen schwierig: Durch Abstandsregeln und Hygienekonzepte sind sie weiterhin weit von normalen Umsätzen entfernt.

Auch die Industrieproduktion in Nordrhein-Westfalen ist im April mit 19,3 Prozent um fast ein Fünftel im Vergleich zum Vorjahresmonat eingebrochen.

Großveranstaltungen bis Ende Oktober verboten - mit Ausnahmen

Bund und Länder haben sich heute auf eine Reihe neuer Corona-Regeln verständigt. Unter anderem sollen Großveranstaltungen grundsätzlich bis mindestens Ende Oktober verboten bleiben. Dies gelte für solche Veranstaltungen, bei denen eine Kontaktverfolgung und die Einhaltung von Hygieneregeln nicht möglich sei. "Aber wir haben ein paar Kriterien, wenn zum Beispiel rückverfolgbar ist, wer wo gesessen hat, dass man auch schon vorher größere Veranstaltungen durchführen kann", sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU).

Die so genannten Cubes, in denen die Zuschauer sitzen, sind im Innenraum um die Bühne verteilt | Bildquelle: ArenaNow

Eine dieser Ausnahmen findet vom 20.-23. Juni in der Kölner Lanxess-Arena statt. Der Sänger Wincent Weiss wird von Samstag bis Dienstag als erster Künstler seit Ausbruch der Corona-Pandemie dort auftreten. Das Besondere: Das Livepublikum wird im Rahmen eines Hygienekonzepts in Plexiglas-Boxen sitzen.

Heil will verschärfte Regeln in der Fleischindustrie

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will nach Angaben seines Ministeriums "in Kürze" den geplanten Gesetzentwurf für verschärfte Regeln in der Fleischbranche vorlegen. "Der neueste Fall von Hunderten Corona-Infizierten in einem Schlachtbetrieb zeigt den dringenden Handlungsbedarf", teilte das Ministerium mit.

Hubertus Heil | Bildquelle: Phoenix

Die Arbeitsbedingungen in Schlachthöfen mit Sammelunterkünften stehen schon länger in der Kritik. Neu befeuert hat die Debatte nun der Corona-Ausbruch beim Branchen-Riesen Tönnies.

Bielefeld schickt Schulkinder von Tönnies-Mitarbeitern nach Hause

Der Anstieg von Corona-Infizierten im benachbarten Kreis Gütersloh hat Folgen für die Menschen in Bielefeld. Nach Angaben der Stadt wurden am Donnerstag die Schulen und Kitas darüber informiert, dass die Kinder von Tönnies-Beschäftigen nach Hause geschickt werden müssen.

Klöckner fordert Konsequenzen nach Corona-Ausbruch

Der Corona-Ausbruch mit mehr als 730 Infizierten bei einem Schlachtbetrieb von Marktführer Tönnies hat Julia Klöckner auf den Plan gerufen. Die Bundesagrarministerin fordert Konsquenzen für die Schlachthöfe.

"Hunderte von Infektionen in einem Betrieb. Diese Zustände sind nicht haltbar", sagte die CDU-Politikerin. Es sei richtig, Infektionsursachen am Arbeitsplatz und in Unterkünften nun gründlich zu untersuchen. Klöckner bekräftigte Pläne der Bundesregierung für grundlegende Verbesserungen der Arbeitsbedingungen in der Fleischbranche.

Kultusminister beraten über Rückkehr in den Regelbetrieb

Ab heute beraten die Kultusminister der Länder darüber, wie es nach den Sommerferien in den Schulen weitergehen soll. Bereits kurz vor den langen Ferien haben einige Bundesländer in bestimmten Schulformen die Corona-Beschränkungen aufgehoben. In NRW gehen alle Grundschulkinder bereits seit Montag wieder täglich in die Schule. Nach den Sommerferien möchte Schulministerin Gebauer möglichst alle Schüler sämtlicher Schulformen wieder in den Regelbetrieb zurückschicken.

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