Ticker vom Montag (15.06.2020) zum Nachlesen

  • Hohe Investionen in NRW-Werbekampagne
  • Grenzen für Deutsche wieder offen - auch nach Mallorca
  • TÜV prüft türkische Hotels
  • Meldepflicht für Corona-Infektionen bei Haustieren geplant
  • Alle Entwicklungen hier im Corona-Live-Ticker
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Was gibt es Neues in Sachen Coronavirus? Hier im Live-Ticker halten wir Sie über die Entwicklungen auf dem Laufenden.

Urlaub in NRW - Hohe Investionen in Werbekampagne

Flamingos beobachten im Münsterland oder Halden erklimmen im Ruhrgebiet: Mit einer breit angelegten Marketing-Kampagne will das Land NRW auf seine Stärken als Urlaubsziel aufmerksam machen. Das kündigte Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) am Montag in Düsseldorf an. Viele Menschen seien bei der Urlaubsplanung noch unentschlossen und wollten eher auf Reisen innerhalb Deutschlands setzen. Das Land will daher 1,2 Millionen Euro investieren, um die Kampagne #RausZeitLust in Print-, Außen- und Online-Anzeigen und Informationsangeboten zu bewerben und so den heimischen Tourismus anzukurbeln. Im Mittelpunkt steht die Website dein-nrw.de.

Grenzen für Deutsche wieder offen - auch nach Mallorca

Die Deutschen und ihre Nachbarn können untereinander wieder ohne Grenzkontrollen reisen. Die Bundespolizei beendete in der Nacht auf heute die Kontrollen, die vor drei Monaten wegen der Corona-Pandemie eingeführt worden waren.

Zugleich liefen die Reisewarnungen des Auswärtigen Amts für die meisten europäischen Länder aus. In Finnland und Norwegen gelten die Einreiseverbote in bestimmten Fällen allerdings weiterhin. In Großbritannien müssen die meisten Einreisenden für zwei Wochen in Quarantäne. Deshalb wird weiterhin vor Reisen in diese Ländern gewarnt.

Zudem öffnet Spanien seine Grenzen erst am 21. Juni. Auf die Balearen dürfen die ersten deutschen Touristen aber bereits heute wieder reisen. Im Zuge eines Pilotprojekts sollen nach Angaben der Regionalregierung in Palma de Mallorca fast 11.000 deutsche Urlauber einreisen.

Webseite gibt Urlaubern Überblick über Reiseregeln in Corona-Zeiten

Urlauber finden auf einer neuen Webseite einen Überblick über Corona-Reiseregeln in allen EU-Ländern. Die am Montag freigeschaltete Seite zeigt beispielsweise an, wo Touristen noch in Quarantäne müssen, ob Strände zugänglich und Restaurants geöffnet sind und welche Abstandsregeln gelten. Die EU-Kommission hatte die Webseite "Re-open EU" (auf Deutsch ungefähr "EU wieder öffnen") in Betrieb genommen hat. Auf der Seite lassen sich die EU-Länder auf einer Karte anklicken und dann Informationen in den Bereichen Reise, Dienstleistungen sowie Gesundheit und Sicherheit abrufen.

TÜV prüft türkische Hotels

Damit sich Urlauber in türkischen Hotels trotz Corona sicher fühlen, hat das türkische Tourismus-Ministerium Kriterien zum Schutz vor dem Virus festgelegt. Die Einhaltung prüft der deutsche TÜV. Der Spa-Bereich bleibt vorerst geschlossen, statt Glas und Porzellan wird auf Einweggeschirr serviert und Gewürze werden portioniert abgepackt. Die TÜV-Prüfer wollen monatlich kontrollieren, teils auch anonym. So können die Zertifikate bei Nichteinhaltung der Maßnahmen wieder aberkannt werden.

Meldepflicht für Corona-Infektionen bei Haustieren geplant

Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) plant eine Meldepflicht für Corona-Infektionen bei Haustieren. Es habe sich gezeigt, "dass auch bestimmte Tierarten für Sars-CoV-2 empfänglich sind", heißt es im Entwurf für eine Verordnung, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die Meldepflicht richtet sich an Tierärzte, Ämter und andere Teststellen. Sie soll für alle vom Menschen gehaltenen Tiere gelten, auch für Zootiere. Ziel ist, Ansteckungswege und andere Fragen zu erforschen. Eine Testpflicht für Hunde, Katzen oder andere Haustiere ist damit nicht geplant - bisher sind Infektionen auch nur in Einzelfällen bekannt.

Arbeitslose haben höheres Risiko für Klinikaufenthalt

Arbeitslose in Deutschland könnten einer Auswertung zufolge ein höheres Risiko haben, wegen einer Covid-19-Erkrankung im Krankenhaus behandelt werden zu müssen. Bei der Untersuchung der AOK Rheinland/Hamburg und des Instituts für Medizinische Soziologie des Universitätsklinikums Düsseldorf wurden Daten von 1,3 Millionen Versicherten berücksichtigt. 1.415 von ihnen mussten wegen einer Covid-19-Erkrankung ins Krankenhaus.

Als Grund für das erhöhte Risiko vermutet der verantwortliche Autor der Studie, Prof. Nico Dragano von der Uniklinik Düsseldorf, "dass Arbeitslose mehr Vorerkrankungen haben". Die genauen Ursachen müssten aber in weitergehenden Analysen geklärt werden. Diagnosedaten hätten noch nicht ausgewertet werden können. "Soziale Ungleichheit beeinflusst die Gesundheitschancen beträchtlich", erklärte der Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland/Hamburg, Günter Wältermann.

Bundesregierung beteiligt sich an Impfstoffhersteller

Die Bundesregierung beteiligt sich mit 300 Millionen Euro an der thüringischen Firma CureVac, die einen Impfstoff gegen das Coronavirus sucht. Das teilte das Wirtschaftsministerium am Montag mit. Am Wochenende hatten Deutschland, Frankreich, Italien und die Niederlande eine Vereinbarung mit dem Pharmakonzern AstraZeneca bekannt gegeben, mit der sich die EU-Staaten bis zu 400 Millionen Dosen eines in der Entwicklung befindlichen Corona-Impfstoffs sichern.

US-Behörde zieht Corona-Sondergenehmigung für Hydroxychloroquin zurück

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat eine Sondergenehmigung für die Malaria-Mittel Hydroxychloroquin und Chloroquin zum Einsatz gegen das Coronavirus zurückgezogen. Es könne nicht mehr davon ausgegangen werden, dass die Medikamente bei der Behandlung der Lungenerkrankung Covid-19 wirksam seien, schrieb FDA-Chefwissenschaftlerin Denise Hinton am Montag. Auch könne inzwischen nicht mehr davon ausgegangen werden, dass die "bekannten und möglichen Nutzen" von Hydroxychloroquin und Chloroquin größer seien als die "bekannten und möglichen Risiken". Entsprechend entziehe die FDA die Notfall-Sondergenehmigung der beiden Mittel zur Behandlung von Covid-19.

Vorbereitung auf Grippe-Saison leidet unter Corona-Bekämpfung

Die Corona-Pandemie beeinflusst laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Vorbereitung auf die Grippe-Saison sehr negativ. Das Sammeln der nötigen Informationen zu den potenziell gefährlichen Grippeviren leide momentan unter der vom Coronavirus geprägten Beanspruchung unter anderem der Laboratorien und der Fachkräfte, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag in Genf. So sei die Zahl der an die WHO geschickten Viren-Proben um 62 Prozent gesunken. Die Zahl der in eine spezielle WHO-Datenbank hochgeladenen Gen-Sequenzen von Grippeviren sei um 94 Prozent zurückgegangen.

EU-Exporte brechen ein

Die Warenausfuhren der EU sind im April angesichts der Beschränkungen durch die Corona-Pandemie deutlich gefallen. Wie die Statistikbehörde Eurostat mitteilte, lieferten die 27 EU-Staaten noch Güter im Wert von 125,4 Milliarden Euro in die restlichen Länder der Welt. Dies war ein Rückgang von 28,2 Prozent im Vergleich zum April des Vorjahres. Auch die Einfuhren in die EU sanken deutlich auf 125,1 Milliarden Euro. Dies waren 22,7 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Bund plant Rekordschulden von 218,5 Milliarden Euro

Wegen der Corona-Krise will die Bundesregierung in diesem Jahr so viele neue Schulden aufnehmen wie noch nie. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) plant mit einem zweiten Nachtragshaushalt in Höhe von 62,5 Milliarden Euro, wie am Montag aus dem Finanzministerium verlautete. Damit steigt die geplante Neuverschuldung für das laufende Jahr auf 218,5 Milliarden Euro. Kabinett und Bundestag müssen dem zweiten Nachtragshaushalt noch zustimmen.

Eventunternehmen fordern mehr Unterstützung in der Corona-Krise

Unter dem Motto "EVENTuell nie wieder" haben Musiker, Konzert- und Veranstaltungsunternehmen in Hamburg mehr Unterstützung in der Corona-Krise gefordert. "Wenn jetzt nicht gehandelt wird, muss die Konzert-, Kultur- und Eventbranche dicht machen»" sagte Musiker Johannes Oerding am Montag bei einer Podiumsdiskussion. Unter anderem forderten die Vertreter der Veranstaltungsbranche ertragswirksame Subventionen.

Seit dem Lockdown liege das Umsatzniveau der Branche bei null, teilten die Veranstalter mit. Mehr als zwei Millionen Menschen verdienten kein Geld, darunter Künstler, Musiker, Veranstalter, Caterer, Dekorateure, Bühnen- und Messebauer. Laut einer aktuellen Studie sei bereits jetzt jeder dritte Arbeitsplatz in der Veranstaltungsbranche gefährdet.

Peking riegelt weitere Wohnblöcke ab

Über Wochen hatte es laut Angaben der chinesischen Regierung kaum neue Covid-19-Erkrankungen im Land gegeben, doch jetzt sorgt ein neuer Ausbruch in der Hauptstadt Peking für Aufregung. Nach Dutzenden Neuinfektionen riegelten die Behörden zehn weitere Wohnblöcke ab. Wie die nationale Gesundheitsbehörde mitteilte, registrierte sie innerhalb von 24 Stunden 49 neue Infektionen. Darunter seien zehn aus dem Ausland "importierte" Fälle bei Reisenden. Bei 39 Infektionen handele es sich um lokale Ansteckungen.

Indische Millionenstadt Chennai ab Freitag wieder unter strikter Ausgangssperre

Angesichts der stetig steigenden Neu-Infektionen hat die Regierung des südindischen Bundesstaats Tamil Nadu eine Rückkehr zur strikten Ausgangssperre für ihre Hauptstadt Chennai und ihren angrenzenden Bezirken angeordnet. Ab Freitag und noch bis Monatsende müssten die Bewohner wieder zu Hause bleiben, teilte die Regierung am Montag auf Twitter mit. Davon betroffen sind rund 15 Millionen Menschen.

Indien mit seinen 1,3 Milliarden Menschen bekommt den Ausbruch nicht in den Griff. Angesichts der schweren Wirtschaftskrise im Land hob Premierminister Narendra Modi Anfang des Monats einen Großteil der drakonischen Beschränkungen wieder auf, obwohl ein Abflauen der Infektionskurve noch nicht absehbar.

Grundschulen in NRW kehren in Regelbetrieb zurück

Regulärer Unterricht? Den gab es an den Grundschulen in NRW coronabedingt zehn Wochen lang nicht. Heute geht es wieder los. Bis zu den Sommerferien dürfen alle 630.000 Grundschüler im Land wieder an allen Wochentagen zur Schule gehen.

Ein Abstandsgebot in den Klassenräumen gilt nicht. Das hatte zuletzt für Kritik von Elternverbänden und Lehrergewerkschaften gesorgt. Denn: Sie sehen die Gefahr neuer Ansteckungen.

Studierende sollen ab Dienstag Nothilfe beantragen können

Wegen der Corona-Maßnahmen sind hunderttausenden Studierenden die Nebenjobs weggefallen. Das hat viele von ihnen in finanzielle Schwierigkeiten gebracht. Ab Dienstag (16.06.2020) sollen sie nun die lange angekündigte staatliche Nothilfe beantragen können.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) sagte der heutigen "Augsburger Allgemeinen": "Ab Dienstag können die Betroffenen nicht rückzahlbare Zuschüsse von bis zu 500 Euro pro Monat über ein bundesweit einheitliches Online-Verfahren beantragen." Die Anträge würden vom jeweils vor Ort zuständigen Studierendenwerk bearbeitet.

Viel Zustimmung für Lockerung - Skepsis unter Gesundheitsämtern

In NRW ist einer repräsentativen Umfrage zufolge eine Mehrheit mit den Lockerungen der Corona-Beschränkungen im Bundesland zufrieden. 60 Prozent der Befragten findet den Umfang der Erleichterungen alles in allem richtig, so das WDR-Fernsehmagazin "Westpol" am Sonntag (14.06.2020).

Allerdings wird die Entscheidung der schwarz-gelb geführten Landesregierung, die Grundschulen noch vor den Sommerferien wieder vollständig zu öffnen, mit einer knappen Mehrheit abgelehnt. Nach Ansicht von 52 Prozent der Befragten hätte man damit noch warten sollen. 40 Prozent halten das für richtig.

Der Leiter des Dortmunder Gesundheitsamtes, Frank Renken, äußerte sich heute gegenüber dem WDR kritisch zu den Lockerungen: "Als Bürger sehe ich das natürlich mit einem fröhlichen Auge - aber im Sinne des Infektionsschutzes, gebe natürlich zu, auch mit einem skeptischen Auge."


46 Neuinfektionen bei Tönnies - Quarantäne für 100 Mitarbeiter

Im Schlachtereibetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück sind zwischen Freitag und Montag weitere 46 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Laut Krisenstab erlebt der Betrieb schon jetzt die zweite Welle mit mehr Erkrankungen. Nach den aktuellen Tests wurden rund 100 Mitarbeiter in Quarantäne geschickt, so der Tönnies-Sprecher weiter. Bislang sind in dem Unternehmen insgesamt 13.000 Corona-Tests durchgeführt worden. 130 Infektionen seien dabei nachgewiesen worden. Im Kreis Gütersloh stieg die Sieben-Tages-Inzidenz am Montag auf 25,3 an. Das heißt: Es gibt 25,3 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner. Ab 50 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen würden bisherige Lockerungen teilweise wieder aufgehoben werden.

Wohnhaus in Berlin wegen 54 Corona-Fällen unter Quarantäne gestellt

In Berlin-Neukölln ist ein Wohnhaus mit vermutlich mehreren Hundert Bewohnern wegen 54 Corona-Fällen unter Quarantäne gestellt worden. Das sagte Gesundheitsstadtrat Falko Liecke (CDU) am Montag. Die genaue Bewohnerzahl sei unbekannt. "Ich habe keine Idee, wie viele Menschen dort tatsächlich leben", so Liecke. Es werde nicht immer gesagt, wer noch alles in einer Wohnung wohne. Bekannt geworden ist das "erhöhte Infektionsgeschehen" durch Infektionen bei zwei Schulkindern und die anschließende Nachverfolgung der Kontakte. Die Quarantäne für das Wohnhaus war am Samstag verordnet worden. 

Corona-Warn-App startet am Dienstag

Die offizielle Corona-Warn-App des Bundes sollen laut Deutscher Presse-Agentur am Dienstag (16.06.2020) vorgestellt und freigeschaltet werden. Letzte Tests seien gut verlaufen, hieß es.

Noch vor wenigen Tagen hatten sich Wissenschaftler kritisch über die Sicherheit der App geäußert. Demnach könnten durch eine Schwachstelle an der Schnittstelle zwischen dem Programm und den Betriebssystemen der Smartphones von Apple und Google Bewegungsprofile der Nutzer erstellt werden.

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