Kindesmissbrauch in Bergisch Gladbach: Vier Festnahmen

Eine Person vor einem Computerbildschirm

Kindesmissbrauch in Bergisch Gladbach: Vier Festnahmen

  • Opfer im Alter von unter einem Jahr bis zehn Jahren
  • Missbrauchsopfer sollen eigene Kinder und Stiefkinder der Täter sein
  • Innenminister: Kein Vergleich zu Lügde

In dem Fall von Kinderpornographie in Bergisch Gladbach hat die jetzt zuständige Polizei Köln am Donnerstag (31.10.2019) weitere Einzelheiten bekanntgegeben. Nach aktuellem Stand gibt es bislang sechs Missbrauchsopfer im Alter von unter einem Jahr bis zehn Jahren. Bei den Opfern handelt sich, so die Ermittlungen, um die Kinder bzw. Stiefkinder der mutmaßlichen Täter, die derzeit von Mitarbeitern der Polizei betreut werden.

Polizeipräsident Uwe Jakob sagte bei der Pressekonferenz, er sei in Anbetracht der schrecklichen Taten der bisher ermittelten Beschuldigten fassungslos und bestürzt. Die Polizei hatte tausende von Fotos und Videos von Kindern entdeckt.

Bislang vier Festnahmen

Neben dem mutmaßlichen Produzenten der Missbrauchsvideos hat die Polizei drei weitere tatverdächtige Männer festgenommen. Sie sollen zu einem Netzwerk gehören, das Kinderpornographie austauscht.

Die Polizei hat Hinweise, dass diese vier Männer vermutlich Daten mit kinderpornographischem Inhalt besitzen und auch selbst Täter im Bereich des Kindermissbrauchs sind. Bei der Durchsuchung der Wohnung in Bergisch Gladbach zeigte sich, dass in den Räumen Kinder missbraucht und dabei gefilmt worden sind.

Riesige Datenmengen

Polizeipräsident Uwe Jakob sprach bei der Pressekonferenz von einem sehr komplexen Ermittlungsverfahren. Noch sei unklar, seit wann der Missbrauch stattgefunden hat. Um das herauszufinden, untersucht die Polizei jetzt das umfangreiche Datenmaterial mit einer Größe von mehr als drei Terabyte, das in der Wohnung sichergestellt wurde.

Nur die Spitze des Eisbergs?

Außerdem gab es wohl mehrere Tatorte. Spuren führten zu weiteren Männern an den Niederrhein und in den Raum Wiesbaden. Mit ihnen soll sich der Verdächtige aus Bergisch Gladbach über Messengerdienste ausgetauscht haben. Ob es auch Treffen gab, ist aktuell noch nicht sicher.

Fall nicht vergleichbar mit Lügde

Innenminister Herbert Reul (CDU) ist nach Bekanntwerden des Falles "fassungslos". Dennoch ließe sich kein direkter Vergleich mit den Missbrauchsfällen in Lügde herstellen. "Die Geschichten sind andere", so Reul, "die Geschichte von Lügde spielte an einem Platz, wo Kinder von ein, zwei Männern missbraucht wurden. Hier haben wir unterschiedliche Stellen, wo Männer mit ihren eigenen Kindern Missbrauch betrieben."

Kinderpornos: Festnahme in Bergisch Gladbach

WDR Studios NRW 30.10.2019 00:52 Min. Verfügbar bis 30.12.2099 WDR Online

Stand: 31.10.2019, 17:33