A44: Lückenschluss bei Ratingen noch nicht in Sicht

03:42 Min. Verfügbar bis 17.11.2023

A44: Lückenschluss bei Ratingen noch nicht in Sicht

Stand: 15.11.2022, 19:39 Uhr

Seit mindestens anderthalb Jahrzehnten warten die Anwohner auf den Lückenschluss auf der A44 zwischen Ratingen und Heiligenhaus. Der Abschluss der Bauarbeiten lässt aber weiter auf sich warten.

Seit rund 50 Jahren wird der Lückenschluss zwischen Velbert und dem Autobahndreieck Ratingen-Ost auf einer Strecke von 9,8 Kilometern diskutiert und geplant. Ein Teilstück wurde schon 2018 für den Verkehr freigegeben, die restlichen 4,4 Kilometer zwischen Heiligenhaus-Hofermühle und dem Autobahndreieck Ratingen-Ost fehlen aber noch.

Gemeinsame "Heiligenhauser Erklärung"

Dass es nur schleppend voran geht, macht vor allem die für Düsseldorf und Ratingen zuständige IHK zunehmend ungeduldig. Denn der Lückenschluss würde eine schnelle Verbindung zum Düsseldorfer Flughafen und ins Ruhrgebiet darstellen, so die IHK.

A44: Lückenschluss bei Ratingen noch nicht in Sicht

Die Unterzeichner der "Heiligenhauser Erklärung"

Bei einem Ortstermin in Heiligenhaus auf der Angertalbrücke forderten der Unternehmerverband Ratingen, die IHK und drei Bürgermeister am Dienstag eine beschleunigte Fertigstellung des Projekts. Symbolisch unterschrieben sie deswegen gemeinsam die "Heiligenhauser Erklärung".

Fehlendes Planfestellungsverfahren

Der Grund, warum der Bau immer noch nicht fertiggestellt ist: Umweltverbände und Bürgerinitiativen haben das Vorhaben immer wieder verzögert. Was für weitere Bauvorhaben benötigt wird, ist ein sogenanntes Planfeststellungsverfahren, das alle privaten und öffentlichen Rechte von Betroffenen regelt.

Überwiegend sei man hier einverstanden, erklärt Udo Pasderski vom Baudienstleister DEGES, dem Unternehmen, das alles planen und bauen soll. "Aber es gibt einige Private und Verbände, die mit den Maßnahmen nicht einverstanden sind", so Pasderski weiter.

Anwohner zweifeln

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Alfred Bruckhausen steht dem Bauprojekt skeptisch gegenüber

Einer von ihnen ist Alfed Bruckhausen. Er ist Anwohner und seit Beginn des Bauvorhabens skeptisch. "Der Nutzen von dieser Autobahn steht für mich immer noch stark im Zweifel, weil der Verkehr, der hier drauf kommt, nicht zu den versprochenen Verkehrsentlastungen im Nahbereich führt, sondern nur zusätzlichen Verkehr anlockt."

Trasse über die Brücke fehlt noch

Auch die Angertalbrücke zwischen Ratingen und Heiligenhaus kann wohl noch länger nicht befahren werden. Der Baustart war schon 2016. Die Brücke soll bald fertig werden. Was noch fehlt, ist die Trasse der A44, die einmal über die Brücke führen soll.

"Es ist ein Drama zu sehen, dass wir hier 30 Millionen verbaut haben – für nichts. Diese Brücke hat keinen Nutzen", ärgert sich Olaf Tünkers vom Unternehmerverband Ratingen (UVR).