Ein Schild mit der Aufschrift "Konrad-Zuse-Straße" und dutzenden Firmenlogos

Gewerbegebiet Alsdorf-Aldenhoven: Wohin mit den Feldlerchen?

Stand: 06.05.2022, 11:30 Uhr

Neun Lerchenpaare könnten den Bau des gemeinsamen Gewerbegebietes der beiden Kommunen deutlich verzögern. Sie müssten für 1,5 Millionen Euro umgesiedelt werden.

Von Wolfgang Deutz

Gutachter hatten die Tiere bei einer Voruntersuchung entdeckt und Alarm geschlagen. Seitdem herrscht in den Rathäusern von Alsdorf und Aldenhoven Hektik. Das Artenschutzgesetz schreibt vor: Bevor die Bagger rollen, müssen die Tiere umgesiedelt werden. Doch das kann teuer werden. Entweder finden sich Landwirte, die ihre Felder für 30 Jahre so herrichten, dass den Vögeln der Umzug in ihr neues Nest schmackhaft gemacht wird, oder aber, der Auftrag wird extern vergeben. Alsdorf und Aldenhoven sind im Zugzwang.

Angebot für 1,5 Millionen

Auf Landwirte als Helfer in der Not zu hoffen, haben sich die beiden Städte bereits abgeschminkt. Mittlerweile hat sich aber die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft aus Eschweiler gemeldet. Sie bietet geeignete Ausgleichsflächen an. Doch die sind teuer. 1,5 Millionen Euro stehen im Raum. Die Verantwortlichen sind alarmiert. Würde dieser Preis am Ende bezahlt, würde sich das auch auf die Verkaufspreise des neuen gemeinsamen Gewerbegebietes zwischen Alsdorf und Aldenhoven auswirken, sagt, Marc Knisch, Geschäftführer der "Business Park Alsdorf GmbH", der das Projekt mitbetreut.

Ob auch die Vögel umziehen wollen? Unklar!

Eine Feldlerche im Gras mit Beute im Schnabel

Wie sich die Kosten für die Kommunen aufteilen, wenn sie denn letztendlich gezahlt werden sollten, darüber herrscht schon jetzt Klarheit. Alsdorf übernimmt zwei Drittel. Aldenhoven ein Drittel. Viel Geld für einen Umzug der Vögel. Zumal noch niemand weiß, ob die Feldlerchen ihr neues Zuhause auch annehmen. Ähnliche Projekte in der Städteregion Aachen sind in der Vergangenheit oft gescheitert.

Kommt die Feldlerche aus den Niederlanden?

Die betroffenen Tiere wurden nie mehr gesehen. Darunter auch mehrere Kolonien von Saatkrähen im Aachener Nordkreis. Ganz zu schweigen von den legendären Feldhamstern auf dem Gewerbegebiet AVANTIS, über die vor mehr als 20 Jahren die damalige rot-grüne Koalition in Düsseldorf gestritten hatte. Ob die Feldlerche übrigens schon immer vor Ort in Alsdorf heimisch war, weiß keiner so genau. Nur wenige Kilometer weiter wird sie in den Niederlanden gezüchtet. Als Lebendfutter für Greifvögel in freier Wildbahn.

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