Aktenchaos bei der Staatsanwaltschaft Köln

Köln: Bei der Staatsanwaltschaft wird aufgeräumt

Stand: 27.05.2022, 18:55 Uhr

Die Aktenberge stapeln sich bei der Kölner Staatsanwaltschaft. Anfragen von Anwälten und auch Strafbefehle konnten wegen Personalmangels nicht bearbeitet werden. Jetzt sollen Freiwillige helfen.

Von Jochen Hilgers

Weil sich bei der Staatsanwaltschaft Köln die Aktenberge stapeln, hat der Generalstaatsanwalt die rheinischen Justizbeamten aus Köln, Bonn und Aachen um Hilfe gebeten. Freiwillige sollen am Samstag nach dem Brückentag beim Aufräumen helfen. Wegen der Corona-Pandemie und Personalengpässen habe es einen enormen Stau unter anderem in der Poststelle gegeben.

Sprecher Ulrich Bremer versichert, es handele sich nicht um eilige Aktenvorgänge aus dem Bereich der Schwerkriminalität, die dringend hätten bearbeitet werden müssen. Betroffen seien vier von mehr als 30 Fachbereichen. Diese befassen sich mit allgemeiner Kriminalität wie Leistungserschleichung und Diebstählen. Hier sei der Stau aber erheblich. Anwaltsschreiben mit der Bitte um Akteneinsicht, Eingaben von Beschuldigten und Strafbefehle wären liegengeblieben. Jetzt stapeln sich Akten wie auch ein- und ausgehende Briefe.

Hoffen auf den Befreiungsschlag

Der Generalstaatsanwalt Thomas Harden hatte zu Beginn der Woche ein ungewöhnliches Schreiben an die Justizmitarbeitenden in seinem Bezirk mit der Bitte um freiwillige Hilfe gesandt. Einen Lohn gebe es nicht für den Einsatz von 8 bis 15 Uhr. Ziel sei es, zu einem geordneten Geschäftsbetrieb zurückzukehren. Harden und Sprecher Bremer hoffen nun auf einen Befreiungsschlag. 75 Mitarbeiter der Justiz aus Köln, Bonn und Aachen wollen helfen. Die Justiz mahle langsam, diesmal sogar noch langsamer. Aber der ein oder andere, der gedacht habe, er sei in Vergessenheit geraten, müsse bald mit Post rechnen, sagt der Sprecher lächelnd.

Über dieses Thema berichten wir auch um 19:30 Uhr in der Lokalzeit aus Köln im WDR Fernsehen.

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