brieskasten vor einer Hecke

Zunehmend Beschwerden wegen verspäteter oder verlorener Briefe

Stand: 02.10.2022, 18:41 Uhr

Immer mehr Menschen beschweren sich, weil Briefe verspätet oder gar nicht ankommen. Nach Problemen im Sommer hatte die Deutsche Post eigentlich eine "stabile Lage" in Aussicht gestellt.

Die zuständige Bundesnetzagentur teilte mit, dass im September knapp 5.000 Post-Beschwerden eingegangen seien. Damit seien es im dritten Quartal insgesamt rund 11.500 gewesen. Die Zahl ist ungewöhnlich hoch, wie ein Vergleich mit früheren, längeren Zeiträumen zeigt: Im ersten Halbjahr 2022 waren es rund 8.900 Beschwerden, im ganzen Vorjahr nur 15.100.

Behörde kann ermahnen, aber nicht sanktionieren

Bei den Beschwerden in diesem Sommer ging es in den allermeisten Fällen um Briefe und nur in eher wenigen Fällen um Pakete. Die Regulierungsbehörde leitete im September zwölf sogenannte anlassbezogene Prüfungen ein und forderte die Deutsche Post DHL zur Beseitigung der Mängel auf.

Bereits im August hatte die Bundesnetzagentur 17 solcher Prüfungen eingeleitet, 16 zu Briefen und eine zu Paketen. Diese Prüfungen sind aber letztlich nur eine schriftliche Ermahnung. Ein Druckmittel wie Sanktionen hat die Regulierungsbehörde nicht.

Beschwerden vor allem wegen Problemen bei Briefen

Beschweren können sich die Verbraucherinnen und Verbraucher über die gesamte deutsche Post- und Paketbranche. Mit der Kritik kann also nicht nur die Deutsche Post gemeint sein, sondern auch deren Wettbewerber. Da es in diesem Sommer aber hauptsächlich um Briefe ging und nicht um Pakete, liegt nahe, dass sich die allermeisten Beschwerden gegen die Deutsche Post richten: Das Bonner Unternehmen hat beim Verschicken von Briefen in Deutschland einen Marktanteil von etwa 85 Prozent.

Krankenstand und Fachkräftemangel

Mitte September hatte die Post von "Unregelmäßigkeiten bei der Zustellung" in den Sommermonaten Juli und August gesprochen und dies mit einem coronabedingt hohen Krankenstand und mit dem Fachkräftemangel begründet. Eine Firmensprecherin sagte damals, dass die betriebliche Lage inzwischen "wieder stabil" sei. Die nun vorliegenden September-Zahlen deuten aber daraufhin, dass einige Probleme bei der Briefbeförderung noch immer nicht behoben sind.

Etwa eine Milliarde Briefsendungen pro Monat

Etwa eine Milliarde Briefsendungen werden jeden Monat in Deutschland verschickt. Setzt man diese Menge ins Verhältnis zu den aktuellen Beschwerden, so ist deren Zahl verschwindend gering. Nicht jeder beschwert sich jedoch wegen eines verspäteten Briefs bei der Bundesnetzagentur.

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