Pfingsten: Überfüllte Züge - wenig Staus auf Autobahnen

Stand: 07.06.2022, 09:46 Uhr

Am langen Pfingst-Wochenende mit dem 9-Euro-Ticket hat es an vielen Bahnhöfen teils chaotische Zustände gegeben. Manche Züge waren so voll, dass sie nur sehr verspätet abfahren konnten.

Vor allem am Freitagnachmittag und am Montagnachmittag waren viele Züge überfüllt. "Wie erwartet" habe es "regionale Spitzen im Fahrgastaufkommen, insbesondere zu touristischen Zielen" gegeben, sagte am Montag ein Sprecher der Deutschen Bahn. Der Fahrgastverband pro Bahn sprach von einem "vorhersehbaren Chaos".

Fahrgäste müssen warten oder aussteigen

Reisende mussten teilweise am Bahnsteig warten, weil sie nicht mehr einsteigen konnten. Vereinzelt mussten auch einige wieder aussteigen, damit die Züge losfahren konnten. Viele Bahnen waren verspätet. Das betraf sowohl die Bahnhöfe im Ruhrgebiet, als auch Bahnhöfe in Köln, Düsseldorf und Hamm. Dabei waren bereits alle verfügbaren Waggons im Einsatz, sagte Holger Klein, Pressesprecher des Verkehrsverbunds Rhein-Sieg.

"Alles, was fahren konnte, war auf der Schiene und ist gefahren. Kurzfristig noch zusätzliche Kapazitäten konnten wir nicht schaffen. Es gibt keine Fahrzeuge, es gibt auch keinen Platz auf den Schienen. Wir konnten nur Züge verlängern, das haben wir auch gemacht. Mehr ging leider nicht."

Bahn: Jeden Tag 400 Züge zu voll

Der Vize-Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats DB Regio, Ralf Damde, lobte im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland die Rücksichtnahme und Geduld der meisten Fahrgäste. Zu vorab befürchteten tätlichen Übergriffen gegen das Bahnpersonal sei es nicht gekommen, "wohl aber zu verbalen".

Bundesweit seien jeden Tag 400 Züge deutlich zu voll gewesen. Insgesamt habe es pro Tag rund 700 Meldungen von Überlastung, Problemen mit Passagieren oder Störungen an die Einsatzzentrale gegeben. Die Belastungen hätten in ganz Deutschland zu Überstunden für das Bahn-Personal geführt, sagte Damde.

Fahrräder müssen draußen bleiben

Fahrräder konnten häufig nicht mitgenommen werden. Am Kölner Hauptbahnhof versuchten zahlreiche Reisende vergeblich, mit ihren Fahrrädern noch einen Platz in den Abteilen zu bekommen. Auf den Bahnsteigen der Fernzüge, in denen das 9-Euro-Ticket nicht gilt, war die Lage hingegen entspannt.

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Neben dem langen Pfingstwochenende dürfte auch das 9-Euro-Ticket mehr Bahnreisende angelockt haben. Seit vergangenem Mittwoch können Fahrgäste für 9 Euro einen Monat lang bundesweit den Nahverkehr nutzen. Tickets werden für Juni, Juli und August verkauft.

Auf den Autobahnen blieb es ruhig

Auf den Autobahnen blieb es hingegen am Montag relativ ruhig. In der Spitze gab es laut WDR-Verkehrsredaktion 13 Staus mit einer maximalen Gesamtlänge von 65 Kilometern. Der ADAC hatte im Vorfeld vor massiven Verkehrsstörungen am langen Pfingstwochenende gewarnt. Das traf allerdings nur auf den Freitagnachmittag zu: Da hatte sich der Verkehr auf den Autobahnen in NRW auf rund 340 Kilometer gestaut. Am Samstag, Sonntag und Montag war vergleichsweise wenig los.

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