Maskenpflicht: Flickenteppich in den NRW-Städten

Ein Schild, mit dem auf die Maskenpflicht hingewiesen wird, hängt in der Düsseldorfer Altstadt.

Maskenpflicht: Flickenteppich in den NRW-Städten

Von Moritz Börner

In immer mehr Bereichen des öffentlichen Lebens wird das Tragen von Masken zur Pflicht. Doch die Regeln sind nicht in jeder Kommune gleich. Die Diskussion darüber, wer wo Maske tragen soll, geht weiter.

1.700 Mal hat der Ordnungsdienst der Stadt Krefeld am vergangenen Wochenende in den Fußgängerzonen Passanten darauf hingewiesen, dass sie einen Mund-Nasen-Schutz aufsetzen müssen. Dass jetzt nicht nur in geschlossenen Räumen die Maskenpflicht gilt, sondern in den von der Corona-Pandemie besonders stark betroffenen Städten auch in Bereichen wie Fußgängerzonen, hatte sich bei vielen offenbar noch nicht herum gesprochen.

Viel Verständnis für neue Regelung

In Krefeld zeigten die meisten Menschen Verständnis und setzten eine Maske auf. Vier Mal ist gegen Verweigerer ein Bußgeld verhängt worden. In Köln und Düsseldorf gilt die Maskenpflicht in vielen Bereichen der Innenstadt, in Düsseldorf zum Beispiel in der gesamten Altstadt, auf der Königsallee oder am Hauptbahnhof. Die Einhaltung wird seit Dienstag kontrolliert.

Auch am Rheinufer gilt in Düsseldorf die Maskenpflicht.

Auch am Rheinufer gilt in Düsseldorf die Maskenpflicht.

"Wir hoffen angesichts der steigenden Infektionszahlen auf eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung", erklärte ein Stadtsprecher. Damit klar wird, wo die Maske aufgesetzt werden muss, will die Stadt jetzt insgesamt 500 Hinweisschilder aufstellen, die ersten stehen schon.

Essen und Hagen verzichten auf Maskenpflicht

Doch nicht alle Städte mit einem hohen Inzidenzwert haben eine Maskenpflicht eingeführt. Essen verzichtet bisher darauf, trotz eines Inzidenzwerts von 65. Laut Behörden gibt es aktuell keine Hinweise auf ein erhöhtes Infektionsgeschehen in Fußgängerzonen.

Die Essener Innenstadt sei nicht sehr beengt, sodass der Mindestabstand problemlos eingehalten werden könne. Auch die Stadt Hagen argumentiert so und verzichten auf eine Maskenpflicht.

Flicktenteppich unterschiedlicher Maßnahmen

Die Beispiele zeigen wie so oft in der Corona-Pandemie, dass es von Stadt zu Stadt und Region zu Region einen Flickenteppich unterschiedlicher Lösungsansätze gibt.

Genau das kritisierte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder. "Wir brauchen klarere einheitliche Regelungen in Deutschland", sagte er bei einer CSU-Vorstandssitzung in Nürnberg, sonst würden erneut Kontaktbeschränkungen drohen, und damit eine Art Vorstufe zu einem erneuten "Lockdown".

Bundesweit einheitliche Regelungen?

Ein Lösungsansatz wäre eine deutschlandweit einheitliche Maskenpflicht auf belebten öffentlichen Plätzen, in U-Bahnen, Einkaufspassagen und im Schulunterricht. Diese könnte immer dann greifen, sobald die Corona Zahlen den kritischen Grenzwert überschreiten. Das könnte Klarheit schaffen und die Akzeptanz der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in der Bevölkerung erhöhen.

Stand: 20.10.2020, 17:59

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