Ladekabel für Handys

Jetzt kommt das einheitliche Ladekabel

Stand: 04.10.2022, 13:23 Uhr

Ein Ende des Kabelsalats: Ab 2024 soll es innerhalb der EU einheitliche Ladekabel für Elektrogeräte geben. Das hat das EU-Parlament beschlossen. Smartphones, Tablets und Laptops, aber auch E-Reader und Konsolen sollen mit einem USB-C-Kabel aufgeladen werden können.

Ein Ladekabel für das Smartphone, ein anderes für den E-Reader: Oft brauchen wir für unterschiedliche Geräte auch unterschiedliche Kabel. Damit soll jetzt Schluss sein: Das EU-Parlament hat eine Regel für ein einheitliches Kabel beschlossen. Ab Sommer 2024 sollen Elektrogeräte wie Smartphones, Tablets, E-Reader, Konsolen, Lautsprecherboxen und Digitalkameras mit ein und demselben Kabel aufgeladen werden können. Für Laptops soll es eine Übergangsfrist bis 2026 geben.

EU will Elektroschrott einsparen

Die EU will den Verbraucherinnen und Verbrauchern das Leben einfacher machen, aber auch Müll einsparen: Im Jahr 2018 sind durch Handy-Ladekabel rund 11.000 Tonnen Elektroschrott angefallen, heißt es von der EU-Kommission. Die Vereinheitlichung der Ladestecker "wird zur Verringerung von mehr als tausend Tonnen Abfall in der EU pro Jahr beitragen", sagte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager in Straßburg vor der Abstimmung.

Außerdem sollen Kundinnen und Kunden künftig selbst entscheiden können, ob sie beim Kauf eines neuen Geräts ein neues Ladekabel dazunehmen. Auf den Verpackungen soll ein Symbol angeben, ob ein Ladegerät dabei ist oder nicht.

Apple muss künftig auf eigene Anschlüsse verzichten

In der EU wird seit über zehn Jahren über eine Vereinheitlichung der Ladekabel diskutiert. Anfangs hat die EU darauf gesetzt, dass die Hersteller sich untereinander einigen. Dadurch ist die Zahl der unterschiedlichen Ladeanschlüsse deutlich gesunken, von mehr als 30 auf drei. Mit dem neuen Gesetz muss auch Apple seinen Widerstand aufgeben und auf die eigenen Lightning-Anschlüsse verzichten.

Dem Beschluss des EU-Parlaments müssen die Mitgliedsstaaten noch zustimmen, das gilt aber als Formsache. Bereits im Sommer hatten sich Unterhändler des Parlaments und der Mitgliedsstaaten auf die neue Regelung geeinigt.

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