Stichwahlen in Köln und Leverkusen

Stichwahlen in Köln und Leverkusen

Hier gibt es Informationen zu den Kommunalwahlen in Köln und Umgebung.

In Köln läuft es auf Stichwahl hinaus - Grüne im Rat vorne

Henriette Reker liegt mit 45,1 Prozent der Stimmen vorne, verfehlte damit aber die absolute Mehrheit klar.

SPD-Kandidat Andreas Kossiski gewann zwar nur 26,8 % der Stimmen. Er gibt sich aber kämpferisch. Köln wolle den Wechsel, sagte er am Wahlabend. Reker nahm es sportlich. Sie wolle Wahlen gewinnen, nicht Umfragen, sagte sie dem WDR. Bis zur Stichwahl sollen in Köln die Koaltionsverhandlungen für den Rat ruhen. Die Grünen sind erstmals in ihrer Geschichte stärkste Kraft geworden. Sie wollen zunächst den Wahlkampf Rekers unterstützen und dann in 14 Tagen zu Koalitionsverhandelungen einladen. Zunächst mit der CDU und dann mit weiteren Parteien.

Briefwahlzentrum

Ein Blick in eine Halle des Briefwahlzentrums in Köln.

Auch in Leverkusen geht es in die Stichwahl

In Leverkusen wird es ebenfalls eine Stichwahl geben, und zwar zwischen den Kandidaten Frank Schönberger (CDU) und Uwe Richrath (SPD). Richrath liegt mit 46,1 Prozent deutlich vor seinem Herausforderer Frank Schönberger, der auf 23,4 Prozent der Stimmen kam.

Eine Stichwahl wird durchgeführt, wenn ein Kandidat weniger als 50 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen kann. Dann werden die Wählerinnen und Wähler erneut gebeten, ihre Stimme abzugeben. In der Regel finden die Stichwahlen zwei Wochen nach dem ersten Wahlgang statt. Die Stichwahl in Köln wäre am 27. September.

Analyse der Kommunalwahl 2020 für Köln

Wer hat wen warum gewählt? Unsere Fotostrecke liefert die Antworten.

Grafik über Ratswahl Köln Stimmen der 16- bis 24-Jährigen

Bei der Ratswahl bestätigt Köln den Trend im Land: Die Jungen wählen grün. Während die Grünen bei den 16- bis 25-Jährigen 41 Prozent der Stimmen holen, kommt keine andere Partei auch nur über zwölf Prozent. Die CDU, immerhin stärkste Kraft im Land, hat bei den jungen Kölner nichts zu lachen, nur acht Prozent machten ihr Kreuz bei der Union - genauso viele wie bei der Linken. Abgeschlagen ist auch die AfD, sogar hinter der Satire-Partei Die Partei.

Bei der Ratswahl bestätigt Köln den Trend im Land: Die Jungen wählen grün. Während die Grünen bei den 16- bis 25-Jährigen 41 Prozent der Stimmen holen, kommt keine andere Partei auch nur über zwölf Prozent. Die CDU, immerhin stärkste Kraft im Land, hat bei den jungen Kölner nichts zu lachen, nur acht Prozent machten ihr Kreuz bei der Union - genauso viele wie bei der Linken. Abgeschlagen ist auch die AfD, sogar hinter der Satire-Partei Die Partei.

Bei den älteren Wählern sieht das Ergebnis noch so aus wie vielerorts vor ebenso vielen Jahren: CDU und SPD sind mit Abstand vorn, die Grünen kommen abgeschlagen, aber stabil dahinter, nur die FDP will mit ihren vier Prozent nicht an alte Zeiten erinnern. Dennoch gilt: Die Unterschiede zwischen den Generationen sind dramatisch, und das nicht nur bei Grünen (41 gegenüber 12, CDU (8 gegenüber 38) und SPD (12 gegenüber 37), auch die Partei Volt schafft es nicht, ihr Ergebnisse über die Altersgrenzen hinweg zu stabilisieren.

Wie in anderen Städten gibt es zwischen Männern und Frauen kaum Unterschiede im Abstimmungsverhalten. Lediglich die Grünen punkten deutlich besser bei den Frauen, die AfD, die FDP und Volt dafür bei den Männern.

Umwelt und Klima ist das entscheidende Thema für die meisten Wähler - was den Erfolg der Grünen erklärt. Typisch für Köln spielten aber auch Stadtplanung, Verkehr und Mieten eine Rolle. Dahinter folgen Schule und Einwanderung. Keine Top-Positionen erreichen hingegen die vielerorts als wichtig eingeschätzten Politikfelder Wirtschaft und Arbeitsmarkt.

Keine Überraschung liefert das Topthema des Wahlsiegers: Fast acht von zehn Grünen-Wählern geht es vor allem um Umwelt und Klima. Dahinter kommen Stadtplanung und Verkehr, die ja ebenfalls mit der Klimapolitik zusammenhängen. Einwanderung, Bildung und Mieten folgen in den Top-Fünf, in denen die Wirtschaft ebenfalls nicht auftaucht - trotz der Corona-Krise.

Ganz anders sieht es bei den Anhängern der CDU aus - dort geht es um die typischen Themen der Union: Die Wirtschaft dominiert, dahinter folgen Sicherheit und Verkehr. Doch selbst bei den CDU-Wählern hat es die Umweltpolitik in die Top-Fünf geschafft.

Auch die SPD-Wähler bleiben sich treu: Wer sein Kreuz bei den Sozialdemokraten machte, interessiert sich vor allem für Wohnungsbau und Mieten, die in Köln seit Jahren steigen. Dahinter folgen Verkehr, Bildung, Sicherheit und Umwelt - der Arbeitsmarkt als klassisches Thema der Sozialdemokratie schafft es allerdings nicht in die Liste.

Eine Besonderheit in Köln gibt es bei der OB-Wahl. Die Amtsinhaberin Henriette Reker ist parteilos - umso interessanter, wer sie gewählt hat. Das gilt vor allem für die Anhänger von CDU und Grünen, und auch bei FDP-Wählern kommt Reker an - drei Parteien, die selbst keine OB-Kandidaten aufgestellt hatten. Selbst einige Wähler von Parteien, die eigene Kandidaten im Rennen hatten wie SPD oder Linke, konnte Reker Stimmen holen. Anders sieht es bei der AfD aus.

Für den direkten Sieg hat es aber nicht gereicht, Reker muss in zwei Wochen in die Stichwahl gegen den SPD-Kandidaten Andreas Kossiski. Der wurde - wenig überraschend - vor allem von SPD-Anhängern gewählt, allerdings längst nicht von allen. Auch einige Anhänger von FDP, Grünen und sogar von der CDU stimmten für den SPD-Mann.

Bei den Ratswahlen im Land gibt es große Abstimmungsunterschiede zwischen den Altersgruppen, Henriette Reker schafft es hingegen, Menschen in jeglichen Lebensphasen für sich zu begeistern. Nur bei den Jüngsten (16 bis 24) fällt sie etwas ab, das gleicht sie aber bei den Ältesten (70plus) wieder aus. Sehr große Abweichungen gibt es nicht.

Andreas Kossiski wiederum hat Probleme bei den Jüngeren. In den drei unteren Altersgruppen konnte er nur jeden fünften Wähler für sich gewinnen, dann steigt es langsam an. Doch in keiner Gruppe kommt er auch nur ansatzweise an Rekers Werte heran.

Ob unter oder über 60 - Henriette Reker hat in Köln klar die Nase vorn und geht deswegen auch in die Stichwahl als große Favoritin. Bei den unter 60-Jährigen hat sie fast doppelt so viele Stimmen gesammelt wie Kossiski, bei den über 60-Jährigen sind es immerhin zwölf Prozentpunkte.

Bergisch Gladbach: Frank Stein zum Bürgermeister gewählt

In Bergisch-Gladbach wurde die Wahl um das Bürgermeisteramt bereits in der ersten Runde entschieden. Der gemeinsam Kandidat von SPD, Grüne und FDP kam auf Anhieb auf über 50 Prozent der Stimmen. Auch das Ampelbündnis kann im Stadtrat mit einer absoluten Mehrheit rechnen.

Rhein-Sieg-Kreis: Amtierender Landrat bestätigt - SPD liegt über Landesschnitt

Der amtierende Landrat Sebastian Schuster (CDU) ist wiedergewählt. Aber auch sein Gegenkandidat von der SPD ist trotz der Niederlage zufrieden. Immerhin schaffte Denis Waldästl mit knapp 30 Prozent ein Ergebnis, das über dem Landestrend liegt. Er selbst will sich im Kreistag weiter einsetzen.

Stichwahl auch in Troisdorf, Hennef und Lohmar

Auch in Troisdorf wird es zu einer Stichwahl für das Bürgermeisteramt kommen. CDU-Kandidat Alexander Biber erreichte 42,2 Prozent der Stimmen, sein Kontrahent von der SPD, Frank Goossens, kam auf 30,3 Prozent. Die übrigen Stimmen gingen zum Großteil an den Kandidaten der Grünen. Bei der Stichwahl kommt es also darauf an, wie sich die grünen Wähler entscheiden werden.

In Hennef konnte der junge SPD-Kandidat 37,1 Prozent der Wähler für sich gewinnen. Somit wird er in zwei Wochen in die Stichwahl mit dem amtierenden Bürgermeister Klaus Papke (CDU) gehen, der 45,7 Prozent der Stimmen erreichte.

In Lohmar wird es eine Stichwahl geben: zwischen der Bürgermeisterkandidatin der Grünen, Claudia Wieja und dem CDU-Kandidaten Tim Salgert. Im Stadtrat sind die Grünen zweitstärkste Kraft nach der CDU mit 35,2 Prozent. Sie legen um mehr als 7 Prozentpunkte zu. Starke Verluste gab es bei der SPD in Lohmar. Sie erreichte nur 12,5 Prozent der Stimmen.

In Frechen steht ein Wahlkreis noch aus

In Frechen wird nach dem Tod eines Kandidaten in einem Wahlbezirk die Stimmabgabe für die Stadtratswahl verschoben. Die Ergebnisse der anderen Wahlen zum Landrat, zum Bürgermeister und zum Kreistag sind amtlich. Es ist auch nur der Wahlbezirk 18 im Stadtteil Bachem betroffen. Am Donnerstag (10.09.) war der Bewerber der Piraten für den Stadtrat verstorben, teilte die Stadt Frechen mit. In einem solchen Fall sieht das Wahlgesetz vor, die Wahl für den Stimmbezirk auszusetzen und einen neuen Termin anzusetzen.

Für den Posten des Oberbürgermeisters zieht die CDU-Kandidatin Susanne Stupp mit 41,1 Prozent in eine Stichwahl mit Carsten Peters von der SPD, auf den 20 Prozent der Stimmen entfielen.

Kuriose Wahl in Ruppichteroth

Etwas kurios ist die Bürgermeisterwahl in Ruppichteroth. Dort hat Bürgermeister Mario Loskill schon wieder keine Gegenkandidaten. Die Wähler konnten also nur mit ja oder nein stimmen. Für den Parteilosen votierten 87,2 Prozent.

Amtierende Bürgermeisterin in Wachtberg schafft Direktwahl nicht

Die amtierende Bürgermeisterin von Wachtberg, Renate Offergeld (SPD) hat ihre Wiederwahl nicht geschafft. Sie erreichte nur etwas mehr als 30 Prozent der Stimmen. Sie muss gegen einen starken CDU-Kandidaten in die Stichwahl. Das ist Jörg Schmidt, der mehr als 45 Prozent der Wählerstimmen erhalten hat.

Briefwahlansturm in Köln

Briefwahlzentrum

Ein Blick in eine Halle des Briefwahlzentrums in Köln.

Seit 15 Uhr am Sonntagnachmittag wurden im Kölner Briefwahlzentrum die Wahlunterlagen ausgewertet. Die Stadt musste für diese Kommunalwahl gleich zwei Hallen anmieten, um den Briefwahlansturm zu bewältigen. Das Kölner Zentrum ist das größte in ganz Nordrhein-Westfalen. 220.000 Stimmzettel waren allein hier eingegangen. Das waren fast doppelt so viele wie bei der Wahl 2014.

Lange Schlangen vor Wahllokalen in Köln

In den Wahllokalen war bis zum Sonntagabend unterschiedlich viel los. In Köln gab es vor allem um die Mittagszeit lange Schlangen, so etwa in den Wahllokalen in Junkersdorf, der Südstadt, oder in Nippes. Am Vormittag gab die noch amtierende Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker ihre Stimme ab.

Unterschiedliche Wahlbeteiligung in den einzelnen Wahllokalen

Vor allem am Morgen waren die Wahllokale in Leverkusen noch relativ leer. Am späteren Vormittag füllte es sich laufend. Auch im Rhein-Erft-Kreis war es unterschiedlich voll. So mussten in Hürth Wähler 20 Minuten lang warten. In Frechen kamen die Wähler und Wählerinnen in Wellen.

Kaum Schlangen im Rheinisch-Bergischen Kreis

Wahllokal in Kürten Biesfeld

Kaum Betrieb im Wahllokal in Kürten Biesfeld am Vormittag

Im Rheinisch-Bergischen Kreis verlief die Wahl relativ ruhig, vor den Wahllokalen war wenig los. So war am Nachmittag kaum Betrieb vor den Bergisch Gladbacher Wahllokalen. Auch hier haben viele Wählerinnen und Wähler auf Briefwahl gesetzt. 2000 Wahlhelferinnen und Wahlhelfer zählten die Stimmen aus.

Stand: 14.09.2020, 00:59