Reisende am Flughafen Köln/Bonn stehen in der Abflughalle an den Schaltern in Schlangen

Ferienstart: Lange Schlangen und zu wenig Security am Flughafen Düsseldorf

Stand: 01.10.2022, 19:10 Uhr

Trotz Energiekrise und hoher Lebensmittelpreise - viele lassen sich ihre Reiselust nicht vermiesen. Zum Start der Herbstferien wurde es an den Flughäfen teilweise schon wieder voll.

Wenn es an Flughäfen voll wird, ist oft auch Geduld gefragt. Das war in NRW am Samstag, dem Hauptreisetag der zweiwöchigen Herbstferien nicht anders - vor allem am Flughafen Düsseldorf.

Flugreisende müssen sich auf längere Wartezeiten einstellen

An den Sicherheitschecks im Abflugbereich bildeten sich nach Angaben des Flughafens zu den Stoßzeiten am Samstagmorgen und -vormittag längere Schlangen.

Die Wartezeiten lagen demnach zwischen 10 und 60 Minuten, vergleichbar mit den teilweise chaotischen Zuständen zu Beginn der Sommerferien sei es nach Angaben eines Sprechers aber bei weitem nicht gewesen.

Samstag Schwerpunkt in Düsseldorf

Von Freitag bis Montag, dem Tag der Deutschen Einheit, erwartet der größte NRW-Flughafen insgesamt 268.000 Passagiere. Für die beiden Ferienwochen rechnet Düsseldorf mit insgesamt 1,1 Millionen Fluggästen, was einem Durchschnitt von 64.000 pro Ferientag entspricht. 

Verdi: Viel zu wenig Sicherheitspersonal

Die Gewerkschaft Verdi, die den Ferienstart in Düsseldorf beobachtete, kritisierte, dass weiterhin viel zu wenig Sicherheitspersonal zur Verfügung stehe. Vor dem Flugsteig C habe es Schlangen von mehreren Hundert Metern in Fünferreihen gegeben.

"Man musste nach dem Sommer nachlegen, und es ist nichts passiert. Das ist ein Desaster", sagte Sprecher Özay Tarim. Es sei wieder auf Hilfskräfte oder sogar die Bundespolizei am Security-Check zurückgegriffen worden.

Sicherheitsdienst nicht attaktiv für Arbeitnehmer

Schuld sei laut Tarim das gewinnorientierte System im Sicherheitsdienstleistungs-Bereich. Es würden nur Teilzeit-Stellen über zwölf Monate angeboten, dem saisonalen Bedarf entsprechend. Das sei "nicht attraktiv" für Arbeitnehmer, weil eine Perspektive fehle. Der Staat müsse die Kontrolle haben, so wie in Bayern, wo nicht profitorientierte Sicherheitsdienstleister engagiert seien.

Der Verdi-Vertreter warnt mit Blick auf die nächste große Reisewelle an Ostern 2023: "Ich habe die große Sorge, dass die Probleme bleiben. Das ist ein Imageschaden, das darf nicht passieren."

Normaler Betrieb am Flughafen Köln/Bonn

Deutlich entspannter ging es am Samstag am Flughafen Köln/Bonn zu, wo die Fluggäste einen Tag zuvor auch noch in längeren Schlangen standen. Dort habe nach Angaben des Flughafens "normaler Betrieb" geherrscht, mit Wartezeiten an der Sicherheitskontrolle am Vormittag um die fünf Minuten.

Eine Warteschlange am Flughafen Köln Bonn

In Köln-Bonn werden in den Herbstferien rund 560.000 Fluggäste erwartet. Das ist zwar ein Viertel mehr als vor einem Jahr, aber immer noch deutlich weniger als in Düsseldorf. Die Bundespolizei rät Fluggästen, zwei Stunden vor Abflug am Sicherheitscheck zu sein. Der Flughafen informiert via Twitter über die aktuelle Wartezeit.

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Güterzug in Aachen entgleist

Auch im Bahnverkehr gibt es Probleme. Aufgrund der Entgleisung eines Güterzuges in Aachen sind seit dem Vormittag keine durchgehenden Zugfahrten zwischen Köln und Brüssel über Aachen möglich. Alle ICE-Züge zwischen Köln und Aachen würden in beiden Fahrtrichtungen umgeleitet, weshalb mit Verspätungen von etwa 60 Minuten zu rechnen sei. Die Strecke bleibe bis in die Nachtstunden gesperrt.

Der Fernverkehr in NRW laufe aber insgesamt weitgehend normal. "Es gibt nur vereinzelt Zugausfälle", so eine Bahnsprecherin auf WDR-Anfrage.

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