20.06.2019, Bayern, München: Gläubige ziehen in geiner Fronleichnamsprozession durch die Münchner Innenstadt

Langes Wochenende: Was feiern wir eigentlich an Fronleichnam?

Stand: 16.06.2022, 06:00 Uhr

Nach Christi Himmelfahrt und Pfingsten steht das dritte Feiertagswochenende vor der Tür. Ein Überblick über Prozessionen und Traditionen.

Die "Verehrung des Leibes und Blutes Jesu Christi in der Gestalt von Brot und Wein" - dafür steht Fronleichnam in seiner Kurzform. Doch was hat es genau mit dem katholischen Hochfest auf sich? Eine Erklärung in Bildern:

Fronleichnam: Was feiern wir überhaupt?

Spätestens wenn am 16. Juni Prozessionen durch die Straßen ziehen, kommt mindestens eine Frage auf: Was feiern wir an diesem katholischen Hochfest? Eine Erklärung in Bildern.

Kommunion: Ein Weinbecher und Brot liegen auf einem Tisch

Der Begriff "Fronleichnam" kann auch übersetzt werden mit "Leib des Herrn" oder "Fest des heiligsten Leibes und Blutes Christi". Heißt: Im Mittelpunkt steht die Eucharistie, bei der nach katholischer Interpretation Brot und Wein in das Leib und Blut Christi gewandelt werden.

Der Begriff "Fronleichnam" kann auch übersetzt werden mit "Leib des Herrn" oder "Fest des heiligsten Leibes und Blutes Christi". Heißt: Im Mittelpunkt steht die Eucharistie, bei der nach katholischer Interpretation Brot und Wein in das Leib und Blut Christi gewandelt werden.

Wer Fronleichnam in einem Bild darzustellen versucht, würde zwangsläufig wohl auch das einer Prozession zeigen. Sie steht an diesem Tag für gelebtes Christentum und das Ende des Osterfestkreises. Die Prozessionsteilnehmer ziehen damit nach dem Gottesdienst symbolisch durch die Zeit, dem ewigen Vater entgegen – und kehren als Kinder Gottes in das ewige Jerusalem zurück. In vielen Orten hält die Prozession dabei an vier verschiedenen Stationen mit jeweils hergerichteten Altären.

Wer schon einmal an einer Prozession teilgenommen oder Bilder davon gesehen hat, dem wird ein besonderes, goldenes Gefäß aufgefallen sein: In der sogenannten Monstranz wird die Hostie hinter einer dünnen Glasscheibe durch die Prozession getragen. Der Begriff Monstranz kommt vom lateinischen Wort "monstrare" und bedeutet "zeigen".

Die größten Prozessionen in NRW finden unter anderem in Köln, Düsseldorf oder Bonn statt. In Köln bewegt sich eine davon sogar über das Wasser des Rheins: Damit erinnert der Kölner Stadtteil Mülheim an seinen Ursprung als altes Rheinschiffer-Dorf.

Fisch an Karfreitag, Würstchen und Kartoffelsalat an Heiligabend – und was steht an Fronleichnam auf dem Speiseplan? In jedem Fall die Hostie. Die Oblate aus einem kleinen Stück Brot aus Weizenmehl und Wasser wird nach ihrer Wandlung in der Eucharistiefeier zum "Leib Christi". Was sonst an Fronleichnam gegessen wird, kann regional sehr unterschiedlich sein.

Die Traditionen an Fronleichnam beruhen auf Schriften aus der Bibel oder Legenden. Weiter nördlich sind die wichtigsten Traditionen vor allem der Gottesdienst und die Prozession samt Monstranz. In Bayern und im Schwarzwald ziehen die Prozessionen oft rechts und links an prächtigen Blumenteppichen vorbei - bezogen auf den Bibelvers: "Bereitet den Weg des Herrn! Macht gerade seine Straßen!" (Mt 3,3). Einzig der Priester schreitet über den Teppich, während er die Monstranz mit der Hostie trägt.

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