Das Foto zeigt eine täuschend echte blutmondähnlich fotografierte Salamischeibe

Stern entpuppt sich als Wurst - Physiker entschuldigt sich für Scherz

Stand: 04.08.2022, 20:34 Uhr

Etienne Klein hat im Internet eine Scheibe Wurst als Aufnahme vom Stern Proxima Centauri ausgegeben. Was als Scherz gedacht war, hat Anhänger der Astronomie tagelang beschäftigt.

Eine Scheibe Wurst ist eine Scheibe Wurst, ist eine Scheibe Wurst und kein Stern. Wenn ein Physiker allerdings ein Bild von einer solchen Scheibe Wurst vor einem schwarzen Hintergrund ins Internet stellt und mit einem irreführenden Text versieht, ist der Fall offenbar nicht mehr ganz so klar ...

Wurstscheibe soll der Stern Proxima Centauri sein

Eigentlich wollte der französische Physiker und Wissenschaftsphilosoph Etienne Klein mit seinem Posting am vergangenen Sonntag nur zur Vorsicht vor Bildern anregen, die "allein genommen aussagekräftig erscheinen".

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Dabei unterschätzte er allerdings, dass er von Anhängern der Astronomie als seriöse Quelle betrachtet wird. Folglich glaubten sie ihm, wenn er einen vermeintlichen roten Feuerball mit leuchtenden Flecken vor rabenschwarzem Hintergrund bei Twitter postet und behauptet, dass es sich um ein Bild des James-Webb-Weltraumteleskops vom Stern Proxima Centauri handelt.

Huffington Post klärt Fake auf

Dieses Bild hat die Astronomie-Fans wohl tagelang ernsthaft beschäftigt, weshalb Klein sich nun für den Scherz entschuldigt hat. Aufgelöst hat er den Fake indes nicht selbst. Während andere Twitter-Nutzer noch die Details auf dem Bild bewunderten, enthüllte die "Huffington Post", dass es sich in Wirklichkeit um eine Scheibe Chorizo-Wurst handle.

Klein hat mit seinem nach eigenen Worten "wenig originellen" Scherz zum Nachdenken anregen wollen und wird dies selbst künftig ganz sicher tun, wenn er mal wieder in seinen Kühlschrank sieht und dort einen vermeintlichen Schnappschuss des James-Webb-Weltraumteleskops entdeckt.

NASA-Teleskop liefert beeindruckende Bilder des Universums

Die Aufnahmen des James Webb Space Telecope der NASA begeistern die Wissenschaft. Das Weltraumteleskop liefert beeindruckende Bilder von Galaxien, die vor mehr als 13 Milliarden Jahren und damit relativ bald nach dem Urknall entstanden sind.

Die „kosmischen Klippen“ des Carina-Nebels sind auf einem Bild zu sehen mit Daten des James-Webb-Weltraumteleskops der NASA

Was aussieht wie zerklüftete Berge im Mondschein, ist die Entstehung von Sternen im Carina-Nebel. "Die als Kosmische Klippen bezeichnete Region ist eigentlich der Rand eines gigantischen, gasförmigen Hohlraums in der etwa 7.600 Lichtjahre entfernten Region NGC 3324", schreibt die NASA zu dem Bild.

Was aussieht wie zerklüftete Berge im Mondschein, ist die Entstehung von Sternen im Carina-Nebel. "Die als Kosmische Klippen bezeichnete Region ist eigentlich der Rand eines gigantischen, gasförmigen Hohlraums in der etwa 7.600 Lichtjahre entfernten Region NGC 3324", schreibt die NASA zu dem Bild.

Die sehr frühe Sternentstehung sei schwer zu erfassen, da sie für einen einzelnen Stern nur etwa 50.000 bis 100.000 Jahre dauert. Die extreme Empfindlichkeit und exquisite räumliche Auflösung des Teleskops hätten laut der Wissenschaftler aber die Aufzeichung dieses seltenen Ereignisses ermöglicht.

Die vierte Aufnahme zeigt "Stephan’s Quintet", eine Gruppe von fünf Galaxien. "Dieses riesige Mosaik ist die größte Aufnahme von Webb bislang", wie die Nasa mitteilt. Das Bild ist aus fast 1000 Einzelaufnahmen zusammengesetzt.

Es zeigt einen Abschnitt des Universums, der von der Erde aus gesehen etwa einem Fünftel der Fläche des Mondes entspricht. Es sind unter anderem funkelnde Cluster aus Millionen junger Sterne und gerade entstehender Sterne zu sehen.

Aufnahmen von zwei verschiedenen Infrarot-Kameras zeigen auf dem dritten Bild bislang unbekannte Details des Südlichen Ringnebels (NGC 3132), der 2500 Lichtjahre von uns entfernt ist.

Solche planetaren Nebel bestehen aus Gas und Staub, die verlöschende Sterne auswerfen. Bei NGC 3132 beeinflusst das Zusammenspiel von zwei Sternen das Aussehen des Nebels.

Die NASA spricht vom "tiefsten und schärfsten Infrarot-Bild des frühen Universums", das jemals aufgenommen wurde. Das mit etwa zehn Milliarden Dollar teuerste und leistungsstärkste Weltraumteleskop überhaupt war im vergangenen Dezember in Französisch-Guayana mit einer Ariane-Rakete gestartet.

Dr. Tobias Jogler und Dr. Björn Voss sind begeistert von den neuen Weltraum-Aufnahmen. Die Münsteraner Astronomen waren am Mittag bei den letzten Vorbereitungen im Panetarium in Münster. Das Material der NASA muss an den Himmel des Planetariums angepasst werden. Gegen Abend bekommen die beiden fünf Fotos. Eines kam bereits vorab aus Amerika. Die Reaktion: galaktische Begeisterung.

Marie Roßkopp sitzt am Ticketschalter und ist begeistert über das große Interesse. Am Dienstag stand das Telefon nicht still. Viele wollen sich die neuen NASA-Bilder des James-Webb-Teleskops in der Sonderveranstaltung im neuen Planetarium in Münster anschauen.

Der Andrang im neueröffneten Planetarium in Münster ist groß. Die Eintrittskarten zu der Sonderveranstaltung gibt es auch noch zum Nulltarif – die gut 300 Sitze gehen weg wie warme Semmeln.

Am Mittwoch postete der 64-jährige Forschungsdirektor des Energieforschungsinstituts CEA und Produzent einer französischen Wissenschaftssendung erneut eine Aufnahme des Weltraumteleskops. Das Bild von der Wagenrad-Galaxie sei diesmal echt, versicherte er. 

Über diese Thema hat der WDR am 04.08.2022 in den Hörfunk-Nachrichten berichtet.

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