Utensilien, die zum Heroinkonsum genutzt werden. Eine Spritze, Löffel und Feuerzeug

Trauriger Rekord: Fast 700 Drogentote in NRW

Stand: 10.09.2022, 06:40 Uhr

693 Menschen in NRW sind 2021 im Zusammenhang mit Rauschgift-Konsum gestorben. Ein Anstieg von 73 Prozent. Die Zahl der Toten stieg auf den höchsten Stand seit 20 Jahren.

Bereits 2020 war die Zahl der Drogentoten deutlich gestiegen, auf 401 Todesfälle. Im vergangenen Jahr fiel der Anstieg noch deutlicher aus. Es könnte laut der Nachrichtenagentur dpa der höchste Stand in der Landesgeschichte sein. Der habe bisher bei 514 Toten im Jahr 1992 gelegen.

Hilfsangebote wegen Corona eingeschränkt

Ein Grund für die steigenden Zahlen könnte die Corona-Pandemie sein, so das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales. In dieser Zeit seien vor allem niedrigschwellige Suchthilfeangebote nur eingeschränkt verfügbar gewesen.

Ein Mann hält eine Spritze für eine Fentanyl-Injektion in der Hand.

So viele Drogentote wie noch nie

Als Beispiel führt das Ministerium die Drogenkonsumräume in NRW an. Dort habe es 2019 noch etwa 298.000 Konsumvorgänge gegeben, 2021 waren es nur noch rund 212.000, heißt es in der Antwort auf eine Anfrage des SPD-Abgeordneten Serdar Yüksel.

Viele Tote waren Langzeitkonsumierende

Bei knapp 71 Prozent der Toten handelte es sich 2021 um Langzeitkonsumierende, so das Gesundheitsministerium weiter. Der Anstieg verteile sich dabei auf verschiedene Arten von Vergiftungen mit Rauschmitteln. Das Durchschnittsalter der Drogentoten stieg von 43,1 Jahren (2020) auf 44 Jahre (2021) an.

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