Corona-Mutanten zu 95 Prozent verbreitet - wie gefährlich sind sie?

Symbolbild eines mutierenden Coronavirus (Fotomontage)

Corona-Mutanten zu 95 Prozent verbreitet - wie gefährlich sind sie?

Von Jörn Seidel

Coronavirus-Mutationen haben die bisherige Form des Virus in Deutschland nahezu komplett verdrängt. Laut RKI besonders dominant: die "besorgniserregende" britische Variante.

Anfang Februar waren noch sechs Prozent aller Corona-Neuinfektionen in Deutschland auf die sogenannte britische Mutante zurückzuführen. Mittlerweile habe diese "besorgniserregende" Variante die bisherige Coronavirus-Form fast komplett verdrängt, wie das Robert Koch-Institut am Mittwoch mitteilte.

Demnach tragen derzeit 95 Prozent aller Infizierten eine Coronavirus-Variante in sich - 93 Prozent die sogenannte britische. Was muss man über die Mutationen wissen?

Wie viele Mutationen des Coronavirus wurden bislang entdeckt?

Grundsätzlich kommt es bei Viren regelmäßig zu Mutationen. Problematisch ist das, was dabei herauskommt, also die Mutante bzw. Variante, allerdings nicht immer.

In Deutschland zirkulieren laut Robert Koch-Institut (RKI) zurzeit insbesondere drei "besorgniserregende" Mutanten des Coronavirus (Stand: 21.04.2021):

  • die sogenannte britische Variante B1.1.7
  • die sogenannte südafrikanische Variante B.1.351
  • die sogenannte brasilianische Variante B.1.1.248 bzw. P.1, die viele Ähnlichkeiten zur südafrikanischen aufweist.

Darüber hinaus gibt es noch weitere Varianten, zum Beispiel diese:

  • Variante 1.525: Sie gilt als Kombi-Mutante aus der britischen und der südafrikanischen - sie steht beim RKI unter "besonderer Beobachtung".
  • Die sogenannte indische Variante: Auch sie sorgt derzeit für großes Aufsehen und steht beim RKI unter Beobachtung.
  • Die sogenannte kalifornische Variante B.1.427 bzw. B.1.429: Sie ist vor allem in den USA bekannt.

Wie verbreitet sind die Mutanten in Deutschland?

In Deutschland gehen 95 Prozent aller Neuinfektionen der vergangenen Tage auf Coronavirus-Varianten zurück. Das habe eine Erhebung eines Laborverbundes ergeben, wie das Robert Koch-Institut mitteilte. Die Angabe bezieht sich auf mehr als 54.000 Proben aus dem Zeitraum vom 12. bis 18. April.

Demnach ist die sogenannte britische Mutante B1.1.7 zu 93,1 Prozent verbreitet. Die sogenannte südafrikanische Variante B.1.351 ist zu etwa einem Prozent verbreitet, die brasilianische zu deutlich weniger als einem Prozent.

Über Details zur Ausbreitung informiert das RKI in seinem Bericht zu den Virusvarianten und in seinen aktuellen Lage- und Situationsberichten:

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Sind die Mutatanten gefährlicher?

Die britische Mutante gilt als besonders ansteckend, wie es auf der Website zusammengegencorona.de des Bundesgesundheitsministeriums heißt: "Die Variante B.1.1.7 weist eine erhöhte Reproduktionszahl sowie Viruslast auf. Nach bisherigen Erkenntnissen und Studien gibt es zudem Hinweise darauf, dass eine Infektion mit dieser Virusvariante mit einer erhöhten Fallsterblichkeit einhergehen könnte. Weitere Untersuchungen werden ein klareres Bild über die veränderten Eigenschaften der Virusvariante zeichnen." (Stand 21.04.2021)

Auch andere Mutanten gelten als besonders ansteckend.

Schützen die Impfstoffe auch gegen Corona-Mutanten?

Wie Studien belegen, schützen mehrere Impfstoffe auch gegen Corona-Mutanten. Vor allem gegen die britische Corona-Mutante B.1.1.7 schützen die in Deutschland zugelassenen Impfstoffe laut RKI offenbar gut.

Mit vier Impfstoffen gegen Corona Quarks 26.01.2021 02:42 Min. Verfügbar bis 26.01.2026 WDR Von Mathias Tertilt

Was bedeuten die Mutationen für Reisende?

Die britische Virusmutation hat die Zahl der Coronainfektionen in manchen Ländern explodieren lassen. Für Einreisende aus sogenannten Virusvarianten-Gebieten gelten zum Teil besondere Regelungen.

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Stand: 22.04.2021, 15:29

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