Corona-Varianten - Was muss man zu Alpha, Delta, My und Lambda wissen?

Symbolbild eines mutierenden Coronavirus (Fotomontage)

Corona-Varianten - Was muss man zu Alpha, Delta, My und Lambda wissen?

Wir beantworten Ihre Fragen zum Corona-Virus. Hier: Corona-Varianten - Was muss man zu Alpha, Delta, My/Mu und Lambda wissen?

Deutschland erlebt zurzeit die vierte Welle an Corona-Infektionen. Sie ist vor allem auf die Delta-Variante des Coronavirus zurückzuführen. Während der dritten Welle im Frühjahr dominierte noch die Alpha-Variante. Beide gelten wie die Varianten Beta und Gamma als "besorgniserregend". Darüber hinaus gibt es aber noch viele weitere Varianten - zum Beispiel Lambda und My. Was muss man über die Mutationen wissen? Fragen und Antworten:

Was versteht man unter Corona-Varianten?

Grundsätzlich kommt es bei Viren regelmäßig zu Mutationen. Auch das Coronavirus ist schon tausendfach mutiert. Jedes Mal entsteht dabei eine neue Variante, auch Mutante genannt. Schon die ursprüngliche Form des Coronavirus Sars-CoV-2, die oft als Wildtyp bezeichnet wird, trat nach Ansicht von Wissenschaftlern in verschiedenen Varianten auf.

Lediglich vier Varianten hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als "variants of concern" (VOC) eingestuft. Das Robert Koch-Institut (RKI) bezeichnet diese als "besorgniserregende Varianten". Sie gelten als besonders problematisch.

Darüber hinaus listet die WHO einige "variants of interest" (VOI) auf. Das RKI bezeichnet sie als "Varianten unter Beobachtung". Dazu gehört unter anderem die Lambda-Variante, die zuerst in Peru aufgetreten ist, und die My-Variante, die derzeit in Kolumbien für viele Infektionen und Todesfälle sorgt.

Was steckt hinter den Bezeichnungen Alpha, Beta, Gamma, Delta, Lambda, My?

Jede Variante hat einen eigenen Code, bestehend aus Buchstaben und Zahlen. Für die vier "besorgniserregenden Varianten" hatten sich zunächst die Bezeichnungen "britische", "südafrikanische", "brasilianische" und "indische" Variante durchgesetzt. Hintergrund: In Großbritannien, Südafrika, Brasilien und Indien wurden die jeweiligen Varianten zuerst festgestellt, und dort hatten sie sich besonders stark verbreitet.

Ende Mai erklärte WHO-Epidemiologin Maria Van Kerkhove, diese Bezeichnungen könne man sich zwar leichter merken als die wissenschaftlichen Codes, sie seien aber "stigmatisierend und diskriminierend". Und das gelte es zu verhindern. "Kein Land soll für die Entdeckung und die Meldung von Varianten stigmatisiert werden", so Van Kerkhove.

Seitdem bezeichnet die WHO die "variants of concern" ergänzend zu den Codes nun auch nach den Buchstaben des griechischen Alphabets:

  • Alpha, B1.1.7, früher als "britische Variante" bezeichnet
  • Beta, B.1.351, früher als "südafrikanische Variante" bezeichnet
  • Gamma, P.1., früher als "brasilianische Variante" bezeichnet
  • Delta, B.1.617.2, früher als "indische Variante" bezeichnet

Auch mehrere "variants of interest" wurden schon nach einem griechischen Buchstaben benannt, unter anderem:

  • Lambda, C.37, erstmals in Peru nachgewiesen
  • bzw. My oder Mu, B.1.621, erstmals in Kolumbien nachgewiesen

Wie verbreitet sind die Corona-Varianten in Deutschland?

Fast jede Neuinfektion in Deutschland geht derzeit auf eine "besorgniserregende Variante" zurück. Hier ein Überblick, welche Varianten derzeit in Deutschland wie stark verbreitet sind. Quelle: RKI.

Über Details zur Ausbreitung informiert das RKI regelmäßig in seinen Wochenberichten:

Wie gefährlich sind die "besorgniserregenden Varianten"?

Alpha gilt als sehr ansteckend, wie es auf der Website zusammengegencorona.de des Bundesgesundheitsministeriums heißt (Stand 13.10.2021): "Alpha weist eine erhöhte Reproduktionszahl sowie Viruslast auf. Nach bisherigen Erkenntnissen und Studien gibt es zudem Hinweise darauf, dass eine Infektion mit dieser Corona-Variante mit einer erhöhten Fallsterblichkeit einhergehen könnte. Weitere Untersuchungen werden ein klareres Bild über die veränderten Eigenschaften der Virusvariante zeichnen."

Beta: "Auch für diese Variante wird eine höhere Übertragbarkeit diskutiert", so das RKI (Stand 13.10.2021).

Gamma: "Eine erhöhte Übertragbarkeit wird auch für diese Virusvariante angenommen", so das RKI.

Delta gilt ebenfalls als sehr ansteckend. "Delta zeichnet sich durch Mutationen aus, die die Übertragbarkeit des Virus erhöhen und mit einer reduzierten Wirksamkeit der Immunantwort in Verbindung gebracht werden", so das RKI.

Schützen die Impfstoffe auch gegen die "besorgniserregenden Varianten"?

"Alle Impfstoffe, die aktuell in Deutschland zur Verfügung stehen, schützen nach derzeitigen Erkenntnissen bei vollständiger Impfung sehr gut vor einer schweren Erkrankung", so das RKI.

Weitere Informationen zur Wirksamkeit der Impfstoffe gegen die verschiedenen Corona-Varianten gibt es hier:

Wie gefährlich ist die Lambda-Variante?

Japanische Wissenschaftler gehen davon aus, dass die "unter Beobachtung" stehende Lambda-Variante vermutlich ansteckender ist als der Wildtyp des Coronavirus, aber weniger ansteckend als die Delta-Variante.

Die Forscher halten es für möglich, dass die bisher zugelassenen Impfstoffe gegen Lambda weniger gut schützen. Nach Ansicht des RKI bieten die in der EU zugelassenen Impfstoffe aber auch nach einer Lambda-Infektion einen "hohen Schutz" vor einem schweren Krankheitsverlauf.

Bislang lag der Anteil von Lambda an allen Neuinfektionen in Deutschland stets deutlich unter einem Prozent.

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Was weiß man zur Mμ-Variante bzw. My oder Mu?

Auch die My-Variante weise auf eine mögliche Resistenz gegen Impfstoffe hin, so die WHO. "Die My-Variante verfügt über eine Konstellation aus Mutationen, die das Risiko einer immunevasiven Eigenschaft erkennen lassen", erklärte die WHO.

Inzwischen sei die Variante außer in Kolumbien auch in weiteren südamerikanischen Ländern sowie in Europa aufgetreten. Während in Kolumbien 39 Prozent der Corona-Infektionsfälle auf die My-Variante zurückgehen, liege die globale Verbreitung der Variante jedoch bei unter 0,1 Prozent.

Was bedeuten die Mutationen für Reisende?

Die Virusvarianten haben in manchen Ländern für einen starken Anstieg der Corona-Zahlen gesorgt. Aus Sorge vor einer weiteren Verbreitung in Deutschland gelten für Einreisende aus sogenannten Virusvarianten-Gebieten daher zum Teil besondere Regelungen.

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Stand: 13.10.2021, 09:17

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