Symbolbild: Ein ICE der Deutschen Bahn

Höhere Preise: Bahn-Tickets werden deutlich teurer

Stand: 28.09.2022, 18:46 Uhr

Die Deutsche Bahn hebt die Preise im Fernverkehr demnächst deutlich an. Bei den Flexpreis-Tickets sind es sogar deutlich mehr als fünf Prozent.

Auch für Bahnreisende ziehen die Preise demnächst kräftig an. Betroffen sind Bahn-Fahrten in IC, EC und ICE. Im Fernverkehr würden die Tarife zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember um durchschnittlich 4,9 Prozent steigen, teilte die Deutsche Bahn am Mittwoch mit.

Bahn reagiert mit Preiserhöhung auf massive Teuerungen

Wie viele andere Unternehmen sei man gezwungen, auf die massiven Teuerungen mit einer Anpassung der Preise zu reagieren, so das Staatsunternehmen. Man liege damit aber noch deutlich unter der aktuellen Inflationsrate von acht Prozent.

Für den Regionalverkehr war bereits Anfang September im Deutschland-Tarifverbund eine Preiserhöhung von durchschnittlich vier Prozent angekündigt worden.

Die Spar- und Supersparpreise würden ebenso wie die Sitzplatzreservierung nicht teurer. Die Preise für die Bahncards 25, 50 und 100 sowie für die Streckenzeitkarten werden um durchschnittlich 4,9 Prozent erhöht.

Flexpreis-Tickets im Schnitt 6,9 Prozent teurer

Stärker steigen die Tarife für die sogenannten Flexpreise. Diese Normalpreise kosten ab dem Fahrplanwechsel dann im Schnitt 6,9 Prozent mehr.

Detlef Neuß von der Pro Bahn

Detlef Neuß, Fahrtgastverband Pro Bahn

Der Fahrtgastverband Pro Bahn zeigt nur zum Teil Verständnis für die kräftige Preiserhöhung. Erfreulich sei zwar, dass der Anstieg unter der Inflationsrate liege, sagte der Bundesvorsitzende Detlef Neuß aus Mönchengladbach dem WDR. Außerdem müsse man bedenken, dass die Bahn von den steigenden Strompreisen besonders betroffen sei. Aber:

"Was wir nicht so toll finden: Dass viele Stammkunden durch die Preiserhöhung stärker belastet werden." Detlef Neuß, Fahrtgastverband Pro Bahn

Viele Stammkunden hätten eine Bahncard 50, so Neuß. 50 Prozent Ermäßigung gibt es aber nur auf den Flexpreis, und dieser steigt am stärksten.

"Kontraproduktiv" sei die Preiserhöhung auch mit Blick aufs Klima und dem Anliegen, mehr Menschen von der Straße auf die Schiene zu bekommen, so Neuß. "Da muss sich erst noch zeigen, inwieweit die Politik bereit ist, nicht nur einen Nachfolger für das 9-Euro-Ticket einzuführen, sondern auch die Preise im Fernverkehr zu senken."

Zumindest konnte die Bahn ihre Passagierzahlen trotz großer Pünktlichkeitsprobleme zuletzt wieder deutlich auf das Niveau von vor der Corona-Krise steigern.

Über dieses Thema berichteten wir am 28.09.2022 auch in den Hörfunknachrichten - unter anderem um 17 Uhr bei WDR 5.

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