Corona-Schnelltests für zuhause: Das muss man wissen

Zu sehen ist ein Corona Antigen-Schnelltest

Corona-Schnelltests für zuhause: Das muss man wissen

Von Anke Kahle

Den Corona-Schnelltest bequem selber machen – das soll bald möglich sein. Das Bundesgesundheitsministerium hat dazu die entsprechende Verordnung geändert. Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Welche Antigen-Schnelltests werden demnächst zugelassen?

Der Nasenrachenabstrich beim Arzt soll demnächst auch als Selbsttest für zuhause möglich sein. Neben dem bisherigen Nasenrachenabstrich sind auch ein Spuck – und Gurgeltest im Gespräch. Sie sollen etwas einfacher in der Anwendung sein als der Nasenrachenabstrich.

Wie funktionieren diese Tests?

Der Schnelltest weist mit einer Farbreaktion das Virus-Protein auf der Virus-Hülle nach. Das Ergebnis liegt nach etwa 15 bis 30 Minuten vor und ist damit deutlich schneller als beim PCR-Test. Deshalb können solche Tests helfen, Infizierte früher zu finden. Sie können gelegentlich eine Infektion übersehen, weil sie eine niedrigere Sensitivität haben als der PCR-Test.

Kann man bei der Anwendung etwas falsch machen?

Beim Nasenrachenabstrich muss das Stäbchen tief in den Rachen oder durch die Nase eingeführt werden. Allgemeinmediziner Hermann Geldmann, Leiter des Impfzentrums in Recklinghausen, beschreibt es so: Wenn man einen Würgereiz verspüre, mache man es richtig, auch wenn es unangenehm ist. Beim Gurgel- oder Spucktest muss man einmal ordentlich in einen Einweg-Pappbecher spucken. Mit einer Pipette wird die Speichelprobe aufgesaugt. Anschließend wird das Sekret in das Probeentnahme-Röhrchen entleert und wie beim Schwangerschaftstest auf den Testbereich geträufelt.

Was sagt mir das Ergebnis?

Das Testergebnis zeigt an, ob die Probe positiv oder negativ ist. Falls zu wenig Sekret vorhanden ist und der Test nicht durchgeführt werden kann, wird der Test als ungültig angezeigt. Ein positives Ergebnis sollte durch einen PCR-Test überprüft werden. Ein negativer Test ist keine Garantie dafür, dass man nicht ansteckend ist.

Ab wann sind diese Tests verfügbar?

Mit den ersten Sonderzulassungen von Corona-Schnelltests für Laien rechnet das zuständige Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte Anfang März. Bislang seien insgesamt fast 30 Anträge auf eine Sonderzulassung entsprechender Tests gestellt
worden. Alle Anträge würden mit höchster Priorität behandelt, um solche Schnelltests so schnell wie möglich verfügbar zu machen.

Wo bekomme ich diese Tests?

Sobald sie zugelassen sind, werden sie zum Beispiel in Apotheken zu kaufen sein. Wer die Produkte online kauft, sollte einiges beachten. Der Test sollte auf der Liste vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte stehen. Dort werden nur die Tests aufgelistet, die den Anforderungen des Paul-Ehrlich-Instituts und des RKI entsprechen.

Wie teuer ist so ein Test?

Die Preise für die Schnelltests können variieren, da sie von den Herstellern und den Apotheken selbst festgelegt werden.

Werden diese Tests z.B. durch die Krankenkasse erstattet?

Bei Antigen-Selbsttests, die ausschließlich im privaten Umfeld zum Einsatz kommen, ist das bisher nicht vorgesehen. Ob eine Erstattung erfolgen kann, wenn solche Tests zum Beispiel in Pflegeheimen bei der Testung von Besuchern verwendet werden, wird derzeit geprüft.

Was muss ich beim Kauf eines Tests noch beachten?

Um in Deutschland in den Handel kommen zu dürfen, benötigen diese Tests eine CE-Kennzeichnung. Sie müssen zudem mit Beipackzetteln ausgestattet sein, um zur richtigen Anwendung anzuleiten. Die Beipackzettel müssen die Nutzer auch darüber informieren, wie sie mit einem negativen, positiven oder unklaren Ergebnis umgehen sollen. Bei einem positiven Ergebnis ist eine Bestätigungsdiagnostik erforderlich, zum Beispiel durch einen PCR-Test beim Arzt.

Wie unterscheidet sich so ein Antigen-Schnelltest von einem Antikörpertest?

Das Antigen ist das, was uns krank macht. Ob eine Person unter einer akuten Covid-Erkrankung leidet, zeigt der Antigen-Schnelltest. Antikörpertests weisen die körpereigenen Antikörper im Blut des Menschen nach, der gegen das Virus kämpft bzw. angekämpft hat, also sich bereits mit Covid infiziert hat.

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Stand: 13.02.2021, 08:27

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