26. Oktober 1999 - Rex Gildo stirbt

Stichtag

26. Oktober 1999 - Rex Gildo stirbt

Am makellosen Aufstieg des Ludwig Franz Hirtreiter zum Schlagerstar Rex Gildo ist manches nicht ganz wahr - oder bleibt doch zumindest im Dunkeln. Dass der Schauspieler und Sänger seine Karriere bei den Regensburger Domspatzen begonnen habe, wie er bist zu seinem Tod behauptet, ist nicht nachweisbar, seinen dunklen Teint verdankt er teils der Sonnenbank. Die Hochzeit mit seiner Cousine im Jahr 1975 soll vielleicht auch Gerüchten zu Gildos Homosexualität begegnen. Anlass hierfür ist die Beziehung zu seinem Freund und Produzenten Fred Miekley, dessen Name später auch auf Gildos Grabstein steht.  

Für seine Fans sieht Rex Gildos Karriere makellos aus, und mit Hits wie "Chim-Chim-Cheri" (1965) oder "Fiesta Mexikana" (1972) avanciert „Sexy Rexy“ in den 60er und 70er Jahren mit seiner sensiblen Art und seiner feinen Stimme zu einem der populärsten deutschen Schlagerstars. 

Schwarm aller Schwiegermütter 

Geboren wird Gildo 1936 im ostbayerischen Straubing. 1956 erhält er eine erste Nebenrolle bei den Münchner Kammerspielen und kommt auf diesem Weg ein Jahr später zum Film. 1958 bekommt er seine erste Hauptrolle an der Seite des Teenagerstars Conny Froboess in "Hula-Hopp, Conny". 30 Filme sind es insgesamt. 

Vor allem in Duetten mit Sängerinnen wie Froboess, Vivi Bach oder Gitte Hænning singt sich Rex Gildo in die Herzen der deutschen Schlagerfans. Zwischen 1961 und 1966 ist er derart populär, dass er vier Mal den bronzenen "Otto" der Jugendzeitschrift "Bravo" erhält. 1981 bekommt Gildo mit "Gestatten: Rex Gildo" im ZDF eine eigene Fernsehshow. Aber das Image des ewig jungen Liebhabers und Schwarms aller Schwiegermütter ist immer schwerer aufrechtzuerhalten. 

Torkelnd im Möbelhaus 

30 Millionen Platten verkauft Rex Gildo insgesamt. Als in den 80er Jahren die Schlagerwelle abebbt, wird es auch stiller um ihn - auch wenn er noch einige Hits verzeichnen kann und durch Belgien und die Niederlande tourt. Privat ist es der Tod seines Managers Fred Miekley, der ihn 1988 aus der Bahn wirft. Statt sich rarzumachen, tritt er in den 90er Jahren auf Kaffeefahrten und in Einkaufszentren auf – und steht dabei auf der Bühne wegen seiner Rückenschmerzen unter dem Einfluss starker Medikamente. Oft übergrölen ihn die Anwesenden mit seinem eigenen Schlachtruf "Hossa! Hossa!". Einmal fällt er von der Bühne, was Gerüchten über seinen Alkoholismus neue Nahrung gibt.

Auch Ende Oktober 1999 muss eine Autogrammstunde nach einem Auftritt von Gildo in einem Möbelhaus abgesagt werden. Sein jugendlicher Freund und Chauffeur Dave Klingeberg bringt ihn in seine Münchner Wohnung, wo es zum Streit gekommen sein soll. Gildo schließt sich in offenbar verwirrtem Zustand im Badezimmer ein. Als die herbeigerufenen Sanitäter eindringen wollen, springt er aus dem Fenster. Rex Gildo stirbt am 26. Oktober 1999 im Krankenhaus an den Verletzungen.

Stand: 26.10.2014

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