06. Februar 2009 - Vor 80 Jahren: Pierre Brice in Brest geboren

Stichtag

06. Februar 2009 - Vor 80 Jahren: Pierre Brice in Brest geboren

Als junger Mann kämpft Pierre Louis Baron de Bris  mit der Waffe in der Hand. In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs schließt sich der am 6. Februar 1929 in Brest geborene Adlige den französischen Widerstandskämpfern an. Später kämpft er als Soldat in Algerien und Indochina. Aber ab 1954 rührt er nur noch Waffen-Attrappen an - als Schauspieler. Zunächst bringt er es bloß zu Nebenrollen in Streifen wie "Harte Fäuste - heißes Blut" oder "Geheimagent Suzuki". 1962 meldet sich der deutsche Produzent Horst Wendlandt bei Pierre Brice, wie sich der Schauspieler nennt. Er soll den Winnetou in einer Karl-May-Verfilmung spielen.

Brice kennt Karl May nicht und möchte eigentlich keinen Indianer spielen, weil die in Western meist die Bösen sind. Aber er nimmt doch an und reist sogleich nach Jugoslawien, wo "Der Schatz im Silbersee" gedreht wird. Zunächst trägt er von der Rolle eine Narbe am Po davon, weil Brice (noch) nicht reiten kann. Später bringt sie ihm jedoch fünf Bambis, die Goldene Kamera und das Bundesverdienstkreuz ein. Pierre Brice wird in Deutschland ein Teenie-Star. 56 Mal ist er auf der Titelseite der Jugendzeitschrift "Bravo" zu sehen. Der Film "Winnetou I" erhält eine Goldene Leinwand für drei Millionen Zuschauer.

Als der Apachenhäuptling in "Winnetou III" der Roman-Vorlage entsprechend sterben soll, reagieren die Fans mit Protestbriefen und Boykott-Aufrufen. Winnetou stirbt trotzdem, erscheint aber in weiteren Karl-May-Filmen. Bis 1968 dreht Pierre Brice - meistens an der Seite von Lex Barker als Old Shatterhand - elf Wendlandt-Filme. Danach versucht er in anderen Film- und Fernsehrollen dem Indianer-Image zu entkommen. Doch der Erfolg ist mäßig. So lässt Pierre Brice es schließlich zu, dass er für das Publikum stets Winnetou ist. 1978 spielt er die Rolle in der Fernsehserie "Mein Freund Winnetou", in der ein historisch echteres Indianer-Bild gezeigt werden soll. Den romantischen Winnetou gibt er bei den Karl-May-Festspielen in Elspe und Bad Segeberg.  Noch 1997 reitet er in "Winnetous Rückkehr" über die Leinwand.Pierre Brice ist es ernst mit Winnetou. Deshalb ärgert er sich öffentlich über die Parodie in Bully Herbigs "Der Schuh des Manitu". Auf seinem Landsitz nahe Paris, wo er mit Frau Hella und zahlreichen Pferden, Hunden, Schafen und Schweinen lebt, schreibt er seine Memoiren. Titel: "Winnetou und ich".

Stand: 06.02.09