27. Februar 1996 - Das erste Pokémon-Spiel kommt auf den Markt

Werbeposter für die 1. Pokémon-Ausgabe 1999

27. Februar 1996 - Das erste Pokémon-Spiel kommt auf den Markt

Mit Pokémon erobert die Globalisierung von Japan aus die Kinderzimmer. Alles dreht sich um eine Anime-Armada quietschbunter Fabelwesen und Monster mit knuffigen Namen. Pokémon ist die Kurzform von Poketu Monsatu, auf Deutsch Taschenmonster.

Spielreihe Pokémon startet (am 27.02.1996)

WDR 2 Stichtag 27.02.2021 03:57 Min. Verfügbar bis 25.02.2031 WDR 2


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Die von Satoshi Tajiri erfundene Monster-Gang treibt auf Sammelkarten, Spielekonsolen, in Kinofilmen und auf unzähligen Merchandising-Artikeln ihr Unwesen. Seit Ausgabe der ersten Spiel-Edition am 27. Februar 1996 hat der Nintendo-Konzern rund 100 Milliarden Dollar mit der Marke Pokémon verdient.

Nachfrage gewaltig unterschätzt

Ziel des Spiels ist, unterschiedliche Pokémon-Arten zu sammeln. Sie können eingefangen, eingetauscht und trainiert werden, um auf diese Weise den eigenen Pokédex zu füllen. Was nichts weiter ist als die digitale Ausgabe jener Alben, in die schon frühere Generationen Sammelbildchen eingeklebt haben.

151 Monster treten in der ersten von mittlerweile Dutzenden von Editionen auf, die Nintendo für seinen Gameboy auf den Markt bringt. Anfangs unterschätzt der japanische Spieleriese die Nachfrage erheblich. Nur 200.000 Spiele werden in den Handel gebracht. 25 Jahre später schätzen Experten die Zahl der verkauften Monster-Games auf weit mehr als 200 Millionen.

Maskottchen Pikachu fliegt um die Welt

Zum omnipräsenten Merchandising-Idol der Pokémon-Welt wird Pikachu, ein niedliches, gelbes Wesen mit Kulleraugen und roten Wangen. Selbst Jets von Japans Fluglinie All Nippon Airways fliegen im knalligen Pikachu-Design durch die Welt.

Touristen fotografieren Pikachu-Parade in Yokohama, Japan

Touristen-Event: Pikachu-Parade in Yokohama

Im Spiel treten kleine und längst auch große Pokémon-Fans gegen konkurrierende Jäger und Sammler an. "Man muss erst ein paar Arena-Kämpfe bestreiten, um Orden zu erlangen. Hat man alle Orden einer Welt gesammelt, darf man sich dem Champion stellen", erklärt Spielejournalist Malte Küppers, selbst Pokémon-Fan von Anfang an.

Schulen warnen vor Tauschtricks

Die sich pandemisch verbreitende Spiel- und Sammellust wird von vielen Pädagogen und Pikachu-genervten Eltern allerdings kritisch beurteilt. Schulen erteilen Pokémon Hausverbot oder warnen Schüler in Durchsagen, sich bei Tauschgeschäften nicht austricksen zu lassen.

Elterliche Sorge vor Verdummung und Gewalt im Monsterkampf hält der Erziehungswissenschaftler Jürgen Oelkers von der Universität Zürich aber für unbegründet. Pokémon habe gerade deshalb weltweiten Erfolg, weil es Lernbedürfnisse befriedige und soziale Interaktion fördere. "Ich glaube, ich kann da Entwarnung geben", urteilt Oelkers: "Pokémon ist nicht schädlich, es macht einfach nur Spaß."

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