04. Oktober 2007 - Vor 10 Jahren: Gameboy-Erfinder Gumpei Yokoi gestorben

Stichtag

04. Oktober 2007 - Vor 10 Jahren: Gameboy-Erfinder Gumpei Yokoi gestorben

In den siebziger Jahren werden auch in deutschen Kantinen, Kinos und Kaufhäusern klotzige Automaten aufgestellt. Für ein paar Groschen kann man hier per Joystick auf einem Bildschirm zwei Stäbe auf- und abschieben, an denen ein Ball mit Ping-und-Pong-Geräusch hinter die gegnerische Linie bugsiert werden kann. Das legendäre Tele-Tischtennis-Spiel "Pong", von dem schon bald eine heimische TV-Version erhältlich ist, steht am Beginn einer Revolution auf dem Spielesektor. Vorläufiger Höhepunkt ist die erste handliche Spielkonsole "Gameboy", die sich bis heute gegen die Konkurrenz behauptet hat. Erfunden hat sie Gumpei Yokoi von Nintendo.

Gumpei Yokoi wird 1914 geboren. Eigentlich ist der Elektrotechniker beim japanischen Spielkartenhersteller Ninetendo für die technische Wartung innerhalb des Unternehmens zuständig. Als der Konzern in den siebziger Jahren den boomenden Markt der Unterhaltungselektronik für sich entdeckt, wird Gumpei Yokoi nebenbei als Erfinder aktiv. Neben bekannten Spielen wie "Metroid", "Donkey Kong", "Mario Bros" und "Kid Icarus" erfindet er unter anderem eine "Teufelstonne" genannte Kugel-Variante des Zauberwürfels und das digitale Steuerkreuz D-Pad, das inzwischen zum Standard von Spielkonsolen gehört. Noch 2007 wird diese Neuerung bei der Consumer Electronics Show in Las Vegas mit einem Emmy ausgezeichnet. Gumpei Yokois größte Erfindung aber bleibt der Gameboy, den er als Leiter eines Entwicklungsteams bis zur Marktreife treibt und der 1989 auf den Markt kommt. Vor allem durch die interaktiven Abenteuer des knollennasigen Klempners Super Mario entwickelt er sich zum Exportschlager.

Nachdem eine weitere Spielkonsolenentwicklung floppt, verlässt Gumpei Yokoi 1996 Nintendo und arbeitet anschließend mit wenig Erfolg als Entwickler in seiner eigenen Firma weiter. Seinem Gameboy prophezeit er keine lange Zukunft. Bald schon, so mutmaßt er, werde sein handliches Spielzeug vom "großen Bruder" Computer aufgesaugt. Wie falsch er damit liegt, kann der Erfinder nicht mehr erleben. Gumpei Yokoi stirbt am 4. Oktober 1997 bei einem Autounfall. Bis zu seinem Tod hat sich der Gameboy rund 55 Millionen Mal verkauft.

Stand: 04.10.07