17. August 1936 - Geburtstag Margaret Hamilton

Margaret Hamilton Mathematikerin und Programmiererin am MIT im Instrumentenlabor der Raumfähre Apollo, aufgenommen am 25.11.1969

17. August 1936 - Geburtstag Margaret Hamilton

Kurz bevor Neil Armstrong im Juli 1969 als erster Mensch den Mond betreten will, droht die Mission zu scheitern: Der Apollo-Bordcomputer schlägt Alarm, er ist überlastet. Und jetzt? Die Software-Entwicklerin Margaret Hamilton hat zum Glück vorgesorgt.

Margaret Hamilton, US-Informatikerin (Geburtstag 17.08.1936)

WDR ZeitZeichen 17.08.2021 14:51 Min. Verfügbar bis 18.08.2099 WDR 5


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Das Programm für den Bordcomputer, das Margaret Hamilton und ihr Team entwickelt haben, schaltet nach dem ausgelösten Alarm in den Notfallmodus: Alle momentan irrelevanten Aufgaben werden ignoriert und nur die Aufgaben mit höchster Priorität durchgeführt, also Neil Armstrong und Buzz Aldrin weiter für die Landung angeleitet. Mission erfolgreich!

Ohne die Weitsicht von Margaret Hamilton hätte es den historischen "Sprung für die Menschheit" womöglich nicht gegeben. Genau genommen sorgt ihre Tochter, die sie während der unzähligen Überstunden mit zur Arbeit nehmen muss, für die Notfallsicherung. Das Mädchen drückt während einer Simulation einen falschen Knopf an der Apollo-Test-Konsole und bringt das System zum Abstürzen. Unter realen Bedingungen wäre die Mission beendet gewesen.

Auch Astonauten machen Fehler

Hamilton ist überzeugt, dass kann auch den Astronauten jederzeit passieren. Sie warnt die zuständigen Leute bei der NASA und am MIT: "Aber die sagten: Das wird nie geschehen, weil die Astronauten so gut trainiert und ausgebildet sind." Doch beim nächsten Flug, Apollo 8, unterlaufen den "gut ausgebildeten" Astronauten mehrere gefährliche Fehler. Nun bekommt Hamilton die Freigabe für ihr Sicherungssystem.

Lieber Programmieren statt Tee servieren

Geboren wird Margaret Hamilton am 17. August 1936 als Margaret Heafield im US-Bundesstaat Indiana geboren. Sie studiert Mathematik, heiratet mit 21 Jahren den Juristen James Hamilton. Als dieser an die Harvard-Universität wechselt, will sie sich nicht wie die anderen Juristen-Gattinnen damit begnügen, den Männern Tee einzuschenken.

Sie bewirbt sich auf eine Stelle in der Meteorologie-Abteilung des Massachusetts Institute of Technology (MIT) und entwickelt Software für Wettervorhersagen. Zu einer Zeit, in der die Computertechnologie noch in den Kinderschuhen steckt. Hamilton hat Spaß an dem kniffligen Job, für den es noch keine Ausbildung gibt.

Späte Würdigung ihrer Leistung

Barack Obama zeichnet die US-Software-Entwicklerin Margaret Hamilton mit der "Presidential Medal of Freedom" am 26.11.2006 aus.

Mit 80 Jahren wird Margaret Hamilton von Barack Obama geehrt

Von der Meteorologie wechselt sie in eine weitere Abteilung des MIT, wo sie unter anderem Programme entwickelt, die es der U.S. Airforce ermöglichen sollen, feindliche Flugzeuge im Luftraum zu entdecken.

Als John F. Kennedy 1961 den Mond zur nationalen Aufgabe erklärt, soll das MIT die Computertechnik für das Apollo-Programm entwickeln. Margaret Hamilton übernimmt die Leitung für die Software-Programmierung – und schreibt mit der Apollo 11-Mission Geschichte.

Allerdings bleibt ihre Leistung lange der breiten Öffentlichkeit verborgen. Erst 2003 wird sie mit einem "NASA Exceptional Space Act Award" geehrt. Und Präsident Barack Obama überreicht ihr 2016 die "Presidential Medal of Freedom" – die höchste zivile Auszeichnung der USA.

Autorin des Hörfunkbeitrags: Daniela Wakonigg
Redaktion: Ronald Feisel

Programmtipps:

"ZeitZeichen" auf WDR 5 (9.45 Uhr) und WDR 3 (17.45 Uhr) erinnert am 17. August 2021 an Margaret Hamilton. Das "ZeitZeichen" gibt es auch als Podcast.

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