11. Dezember 1972 – Letzte Landung auf dem Mond

Apollo-17-Astronaut Harrison H. Schmitt vor der Challenger

11. Dezember 1972 – Letzte Landung auf dem Mond

Nachdem er den Adler gelandet hat, steigt Neil Armstrong am 21. Juli 1969 um 3.56 Uhr mitteleuropäischer Zeit die Leiter der Mondfähre "Eagle" hinab und hinterlässt als erster Mensch der Welt seine Fußabdrücke im Mondstaub. Die weihevollen Worte, die er dabei spricht, kennt heute jedes Kind.

Als Gene Cernan und Harrison Schmitt drei Jahre später mit der 17. als Nummer Elf und Zwölf den Mond betreten, klingt alles etwas entspannter. Cernan blödelt darüber, dass Schmitt den Schlüssel zur Fähre verlieren könnte, und der singt die Melodie des Liedes "Strolling Through the Park One Day" mit veränderten Text: "Strolling On the Moon One Day". Irgendwie muss dem Publikum zu Hause ja etwas geboten werden. Mondlandungen locken kaum noch jemanden hinter dem Ofen hervor. Oder, wie Schmitt es sagt: "Hast du eine Erde gesehen, kennst du alle."

Letzte Mondlandung (am 11.12.1972)

WDR 2 Stichtag 11.12.2017 04:16 Min. Verfügbar bis 09.12.2027 WDR 2

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Ein Fooball-Match ist interessanter

Überhaupt: Die Landung auf dem Mond. Auslöser hierfür ist der so genannte Space Race zwischen den USA und der Sowjetunion. Begonnen hat er 1957, als die UdSSR die ersten künstlichen Satelliten und mit Hündin Laika das erste Lebewesen ins Weltall schicken. 1960 folgt mit Jurij Gagarin der erste Kosmonaut. Der "Sputnik-Schock" ringt John F. Kennedy 1961 das Versprechen ab, noch vor Ende des Jahrzehnts Menschen auf den Mond zu schicken. Daraus erwächst das Apollo-Programm, das auf seinem Höhepunkt fünf Prozent des US-Staatsbudgets verschlingt. Bis zu 400.000 Menschen sind zeitweise am "Space Race" beteiligt.

Als Armstrong 1969 mit der ihm eigenen stoischen Ruhe die "Eagle" ins "Meer der Ruhe" auf den Mond hinabsenkt, verfolgen 384.000 Kilometern entfernt rund 600 Millionen Menschen auf der ganzen Welt das Spektakel. 1970 stellt US-Präsident Richard Nixon fest, dass mehr Zuschauer einem Football-Match folgen als Apollo 14. Mit der Landung der Kommandokapsel von Apollo 17 am 11. Dezember 1972 ist dann endgültig Schluss. Die schon geplanten nachfolgenden drei Missionen werden eingestampft.

Wirklich der letzte?

Trotzdem gibt es eine Reihe von Rekorden. Apollo 17 bringt den längsten Aufenthalt auf dem Mond und in seinem Orbit. Cernan und Schmitt sind länger als jeder ihrer Kollegen auf Mondspaziergängen unterwegs - ganze 22 Stunden. Und noch eine Premiere gibt es: Mit Schmitt als zwölftem und letztem Menschen auf dem Mond ist erstmals ein Wissenschaftsastronaut auf dem Erdtrabanten. Bisher waren es vor allem Militärpiloten gewesen.

Knapp 111 Kilo Mondgestein bringt Schmitt mit nach Hause. Er ist der letzte Mann, der den Mond betritt, Cernan der letzte, der ihn verlässt. Wirklich der Letzte? "Ich bin der letzte Mann des 20. Jahrhunderts auf dem Mond", präzisiert Cernan. "Ich möchte den Stab an jemanden weitergeben, an einen jungen Mann, eine junge Frau, die dorthin zurückkehren."

Auf WDR 2 können Sie den Stichtag immer gegen 9.40 Uhr hören. Wiederholung: von Montag bis Samstag um 18.40 Uhr. Der Stichtag ist nach der Ausstrahlung als Podcast abrufbar.

"ZeitZeichen" auf WDR 5 (9.45 Uhr) und WDR 3 (17.45 Uhr) erinnert am 11. Dezember 2017 ebenfalls an die bisher letzte Mondlandung. Auch das "ZeitZeichen" gibt es als Podcast.

Stichtag am 12.12.2017: Uraufführung des Films "Der Schatz im Silbersee"

Stand: 11.12.2017, 00:00