25. Mai 1961 - John F. Kennedy kündigt bemannten Flug zum Mond an

Edwin E. Aldrin beim Aufstellen der amerikanischen Flagge auf dem Mond

25. Mai 1961 - John F. Kennedy kündigt bemannten Flug zum Mond an

Ein leises Piepen aus dem Universum versetzt die USA im Oktober 1957 in Schockzustand. Gesendet wird es von der Raumsonde Sputnik, die die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (UdSSR) kurz zuvor ins All geschossen haben. Im Kalten Krieg sorgt dieses Piepen in Amerika für heiße Diskussionen und hektische Betriebsamkeit. Wie kann man verhindern, dass sich die Sowjetunion die Vormachtstellung im Universum sichert und aus dem "Sputnik-Schock" ein nationales Trauma wird?

US-Präsident Dwight D. Eisenhower muss handeln und gründet per "Space Act" die Weltraumbehörde Nasa. Bevor die aber handlungsfähig ist, landen die Russen einen Punktsieg nach dem anderen. Mit Juri Gagarin schicken sie nach dem ersten Hund 1961 auch den ersten Menschen ins All. "Unter dem Jubel der Moskauer verlässt Juri Gagarin, Major Juri Gagarin, allein die Maschine", heißt es in einer Live-Reportage von der Ankunft des Weltraumpioniers. "Beifall für den Helden des Tages".

"Klare Führungsrolle im Weltraum"

Eisenhowers Nachfolger John F. Kennedy muss einsehen, dass die UdSSR den Amerikanern auch beim Versuch, einen ersten Menschen ins All zu schießen, mit Riesenschritten weggelaufen sind. Das Mercury-Programm unter der Ägide des deutsch-amerikanischen Raumfahrpioniers Wernher von Braun hat sich als zu lahm erwiesen. Jetzt muss schnell etwas ganz Großes her. Geld darf keine Rolle spielen. Und auch kein Zögern. Deshalb tut Kennedy etwas, was heute kein Politiker mehr wagen würde: Er setzt sich und seinen Wissenschaftlern ein Ultimatum, dessen Einhaltung nicht zuletzt auch über seine politische Karriere entscheidet.

Am 25. Mai 1961, sechs Wochen nach dem Gagarin-Coup der Sowjets, tritt US-Präsident John F. Kennedy vor die Mikrofone. Und er gibt die entscheidende Parole aus: Noch vor Ablauf der nächsten zehn Jahre solle ein US-Amerikaner den Mond betreten und gesund wieder auf die Erde zurückkehren. "Es ist an der Zeit, dass diese Nation eine klare Führungsrolle im Weltraum einnimmt", sagt Kennedy.

Ein kleiner Schritt, ein großer Schritt

Mit seiner Grundsatzrede schwört Kennedy die Nation auf einen langen, Unsummen verschlingenden Wettlauf ein. Unter der abermaligen Leitung von Wernher von Braun startet das Gemini-Projekt, mit dem die Flüge der Apollo-Missionen zu Mond vorbereitet werden sollen. Rund 400.000 Menschen arbeiten zeitweise am Programm. 1965 und 1966 finden insgesamt zehn Weltraumflüge statt, die zum Großteil Weltraumausstiegen und Kopplungsmanövern dienen. 1968 startet ein Astronautenteam zum ersten Flug von Menschen in den Mondorbit. James Lovell,Frank Borman und William Anders und sind die ersten, die die Rückseite des Mondes sehen.

Kennedys Traum wird 1969 mit der Mondlandung der Mission Apollo 11. Neil Armstrong und Edwin Aldrin sind die ersten Menschen, die den Erdtrabanten betreten. Bis zur Einstellung des Apollo-Programms 1972 sind es insgesamt zwölf. John F. Kennedy erlebt den Triumph nicht mehr mit. Er wird bereits 1963, zwei Jahre nach seiner Grundsatzrede, im texanischen Dallas ermordet.

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Stand: 25.05.2016, 00:00