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Erlebte Geschichten mit Hermann Scheipers

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Symbolbild, Hermann Scheipers

Erlebte Geschichten mit Hermann Scheipers

Von Kirsten Serup-Bilfeldt

"Staatsfeind", so stand es auf der Karteikarte, als der junge Priester Hermann Scheipers ins KZ Dachau eingeliefert wurde. Wegen "freundschaftlichem Verkehr mit Angehörigen feindlichen Volkstums" habe er den Staat gefährdet.

Gemeint waren damit polnische Zwangsarbeiter, um die sich der Seelsorger Scheipers kümmerte und für die er in ihrer Muttersprache die Messe las. "Staatsfeindliche Hetze nach § 106 Strafgesetzbuch", so lautete Scheipers "Delikt" in den Akten der DDR-Volkspolizei, Dienststelle Bautzen.

15 Spitzel hatte die Stasi auf den Priester angesetzt

Die Stasi wollte einen Strafprozess gegen den unliebsamen Seelenhirten einzuleiten. Nur aus taktischen kirchenpolitischen Erwägungen kam das Verfahren dann doch nicht zustande. Scheipers, inzwischen 96 Jahre alt und wieder in seiner münsterländischen Heimat ansässig, überlebte Dachau und übernahm nach dem Krieg eine Gemeinde in Sachsen – um dort prompt anzuecken.

Redaktion: Mark vom Hofe

Erlebte Geschichten: Hermann Scheipers (24.05.2010)

WDR 5 Erlebte Geschichten 23.06.2013 Verfügbar bis 30.12.2099 WDR 5