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Galeria kündigt Tarifvertrag

Stand: 07.10.2022, 20:03 Uhr

Die Warenhauskette Galerie hat den Tarifvertrag mit der Gewerkschaft Verdi einseitig gekündigt. Grund sei die wirtschaftlich angespannte Situation.

Der Integrationstarifvertrag war nach dem Zusammenschluss von Karstadt und Kaufhof geschlossen worden. Ziel der Vertragskündigung ist laut Galeria, das Unternehmen "wieder insgesamt nachhaltig zu stabilisieren". Die Möglichkeit zu diesem Schritt sei für solche Fälle im Tarifvertrag ausdrücklich vorgesehen, betonte das Unternehmen.

Das bedeute aber nicht, dass Galeria nun nicht mehr tarifgebunden sei, hieß es weiter. Die Folge dieser Kündigung sei zum einen das "Einfrieren" der Vergütung auf dem aktuellen Lohnniveau und zum anderen die Verpflichtung, mit Verdi zu verhandeln, um den Tarifweg nunmehr an die neue Situation anzupassen.

Der Tarifvertrag war nach der Fusion von Karstadt und Kaufhof unterzeichnet worden und sicherte nicht nur den Erhalt von Standorten, sondern auch Entgeltsteigerungen für die Mitarbeitenden analog zum Flächentarifvertrag.

Der Galeria-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Jürgen Ettl sagte, dass der Schritt keine unmittelbaren Auswirkungen habe. Doch werde die eigentlich vorgesehene schrittweise Annäherung der Löhne und Gehälter an das Tarifniveau damit erst einmal gestört.  

"Gipfel sozialer Verantwortungslosigkeit"

Kritik kam von Verdi: "Den Integrations- und Überleitungstarifvertrag ohne jede Vorankündigung zu kündigen, ist der Gipfel sozialer Verantwortungslosigkeit des Galeria Managements und der Eigentümergesellschaft Signa mit dem Hauptgesellschafter Benko an der Spitze", erklärte das bei Verdi für den Handel zuständige Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger am Freitag.

Staatliche Hilfen Anfang des Jahres

Der Warenhausriese war in der Corona-Krise erneut unter Druck geraten und griff auf staatliche Hilfen zu. Erst im Januar hatte die Bundesregierung das Unternehmen mit weiteren 220 Millionen Euro gestützt. Galeria hatte sich schon 2021 mit dem Bund auf einen Kredit in Höhe von 460 Millionen Euro verständigt. Galeria Karstadt Kaufhof gehört der Signa Holding des österreichischen Investors Rene Benko. Diese verfügt unter anderem über ein milliardenschweres Immobilien-Portfolio.

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