Fischsterben in der Stever bei Haltern am See

Lokalzeit Münsterland 22.08.2022 02:40 Min. Verfügbar bis 22.08.2023 WDR Von Matthias Wagner

Fischsterben in der Stever bei Haltern

Stand: 22.08.2022, 19:59 Uhr

In der Stever an der Grenze der Kreise Coesfeld und Recklinghausen sind am Sonntag Tausende tote Fische entdeckt worden. Als Ursache dafür wird Sauerstoffmangel vermutet.

Gefunden wurden die toten Fische zwischen der Talsperre Hullern und dem Halterner Stausee. Dieser ist ein wichtiges Trinkwasserreservoir und gehört der Gelsenwasser AG. Nach deren Angaben sind in den vergangenen Tagen die Sauerstoffwerte in der Stever rapide zurückgegangen. Sie belüftet den Fluss bereits seit Tagen. Seit Sonntagmittag ist auch die Feuerwehr im Einsatz, die das Wasser mit mehreren Pumpen umwälzt.

Fauliger Geruch macht sich breit

Kleine Fische schnappen nach Luft, auf dem Grund der Stever liegen tote Fische

Kleine Fische schnappen nach Luft, viele andere liegen tot im Flussbett.

Im Wasser liegen unzählige kleine und mittelgroße tote Fische, andere schnappen nach Luft. Es riecht faulig. Die Untere Wasserbehörde des Kreises Recklinghausen, das Halterner Ordnungsamt und die Feuerwehr stimmen die Maßnahmen mit der Gelsenwasser AG ab.

In der Stever hat es in den vergangenen Jahren schon mehrfach große Fischsterben gegeben. Das Gewässer fließt relativ langsam zwischen den Talsperren.

Weitere Belüftungs-Maßnahmen geplant

Ein Belüftungssystem lässt an der Wasseroberfläche runde weiße Sprudel entstehen

Schon seit Tagen wird die Stever belüftet

Gelsenwasser nimmt hier regelmäßig Proben und hat vor wenigen Jahren ein Belüftungssystem installiert, das sie in Trockenperioden wie jetzt einschaltet. In der gegenwärtigen Situation reicht das aber offensichtlich nicht aus.

Das Unternehmen hat am Montag eine zusätzliche Belüftungspumpe am Grund der Stever installiert. Eine "etwas aufwändigere" Maßnahme, sagte Wasserwerksleiter Magnus Meckelburg bei der Ankündigung am Montagvormittag.

700 Kilo tote Fische

Parallel werden verendete Fische eingesammelt, die am Ufer liegen und auf der Wasseroberfläche treiben. Mehr als 700 Kilo wurden bereits geborgen."In erster Linie um eine weitere Belastung der Ökologie in der Zwischenstever zu vermeiden“, so Meckelburg.

Die Gelsenwasser AG vermutet, dass ein erhöhtes Algenaufkommen im warmen Wasser zu einem niedrigen Sauerstoffgehalt der Stever geführt hat. Es seien vermehrt Algen aus dem flussaufwärts liegenden Hullerner Stausee in das Gewässer übergetreten, so Magnus Meckelburg. Die Gelsenwasser AG wertet aber weiterhin Wasserproben aus, um die Ursache für das Fischsterben konkretisieren zu können.