Menschengruppe mit Traktor und Protest-Banner.

Protest gegen Konverteranlage in Dorsten

Stand: 12.12.2023, 09:13 Uhr

Im Dorstener Stadtteil Altendorf-Ulfkotte soll ein Konverter gebaut werden, der Gleichstrom in Wechselstrom umwandelt. Die Einwohner sind gegen die Pläne des Übertragungsnetzbetreibers Amprion, denn sie fürchten um um ihre Lebensqualität im Dorf. Sie wollen, das der Konvertor woanders gebaut wird.

Von Dennis Burk

Rund 200 Menschen stehen an diesem Montagabend vor der Mehrzweckhalle in Altendorf-Ulfkotte. Sie wollen Netzbetreiber Amprion nochmal klar machen: "Wir wollen keinen Konverter in unserem Dorf!" Der Konverter, der Gleichstrom in Wechselstrom umwandelt, besteht aus zwei riesigen Hallen, die 400 Meter vom Dorfkern entfernt sind. Das passt den Menschen nicht. Zwar sind sie auch für die Energiewende und wissen, wie wichtig es ist, dass Strom von Norddeutschland über Leitungen in den Süden transportiert werden muss.

"Aber nicht vor unserer Haustür!" sagt Detlef Damen. Er findet den Konverter zu groß, zu laut und zu nah am Dorf. Wie viele andere auch, hat er Angst, das ihr Haus bald nichts mehr wert ist, das Dorf Lebensqualität verliert. Das die Infoveranstaltung von Amprion in der Mehrzweckhalle die Dorfbewohner umstimmen wird, galt schon vorher als unwahrscheinlich.

Amprion-Infoveranstaltung ähnelt einer Messe

Viele Menschen auf einer Infoveranstaltung.

Infoveranstaltung von Amprion in Mehrzweckhalle.

Mehrere Infostände hatte der Netzbetreiber aufgebaut, Experten erklärten das Bauvorhaben, um welche Leitungen es sich handelt oder wie die Konvertertechnik funktioniert. Und immer werden die Mitarbeiter um Projektleiter Arnd Feldmann mit der Frage konfrontiert, warum es Altendorf-Ulfkotte sein muss. Das Uniper-Kraftwerk in Gelsenkirchen-Scholven sei doch die bessere Alternative!?

"Geht nicht", sagt Feldmann. Mit Uniper habe man über zwei Jahre Gespräche geführt, aber Uniper benötige die Flächen selbst. Und Amprion habe letztlich in Altendorf-Ulfkotte eine passende Fläche gefunden und werde kommendes Jahr für den Bau des Konverters das Genehmigungsverfahren beim Kreis Recklinghausen beantragen.

"Nicht in unserem Dorf - Altendorf-Ulfkotte wehrt sich gegen geplante Konverteranlage

00:43 Min. Verfügbar bis 12.12.2025


Dorstens Bürgermeister fordert Minister Habeck auf, zu vermitteln

Dorstens Bürgermeister Tobias Stockhoff Seiner Meinung nach habe Amprion nicht mit dem nötigen Willen geprüft, ob der Konverter nicht doch noch auf dem Uniper-Gelände gebaut werden könne. Er fordert deshalb vom Land NRW, vor allem aber von Bundeswirtschaftsminister Habeck, zu vermitteln.

Detlef Damen hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, den Konverter vor seiner Haustür doch noch verhindern zu können. Auch im Sinne seiner Familie
"Wir wollen unser Haus irgendwann auch mal an unsere Kinder übergeben, ohne schlechtes Gewissen zu haben."

Über dieses Thema berichtete der WDR am 11.12.23 auch im Hörfunk auf WDR2 und WDR5.