Wildschwein-Wald an A2: Aktivisten verhindern Rodung

Stand: 17.01.2022, 10:55 Uhr

Aus Angst vor Wildschweinen wollte die Autobahn GmbH ein zwei Hektar großes Waldstück roden lassen. Aktivisten haben das durch die Besetzung des Baggers vorerst abgewendet.

Am Montag gab es keine Baumfällungen an der Autobahn 2 bei Vlotho. Der Bagger, der diese Arbeit übernehmen sollte, wird abtransportiert. Drei Aktivisten hatten den Bagger am frühen Morgen besetzt. Außerdem protestierten etwa ein Dutzend Vertreter des BUND und der Stadt Vlotho friedlich außerhalb des Geländes.

Neue Gespräche vor Baumfällung

Nach dem ungeplanten Stopp der Rodung kommt jetzt neue Bewegung in das Thema. In den kommenden Tagen wollen sich alle Beteiligten zusammensetzen und nach möglichen Lösungen suchen. Denn der Sinn der Baumfällung ist nicht allen klar.

Auch der Landrat des Kreises Herford, Jürgen Müller, setzt sich für den Erhalt des Wäldchens ein und hat die Autobahn Gesellschaft aufgefordert, die Verkehrssicherheit bis Ende Januar zu gewährleisten, ohne das Waldstück zu roden. Die Naturschutzbehörde des Kreises führt zur Zeit Gespräche mit der Autobahngesellschaft.

Rodung soll Wildschweine von Autobahn fernhalten

Aktivisten im Rodungsgebiet | Bildquelle: WDR; Behlke

Die Rodung soll eine reine Vorsorgemaßnahme der Autobahn GmbH sein. In dem Waldstück könnten sich, so die Gesellschaft, Wildschweine ansiedeln. Wenn das passiert, wäre es möglich, dass die Tiere auf die Autobahn laufen und den Verkehr gefährden.

Vlothos Bürgermeister protestiert gegen Abholzung

"Das ist veraltet, fadenscheinig und willkürlich, und passt einfach nicht mehr in den Umgang, wie wir ihn erwarten. Und wir erwarten auch, dass sich eine Bundesbehörde mit den regionalen Behörden auseinandersetzt",sagte Vlothos Bürgermeister Rocco Wilken (SPD) bereits am Sonntag. Die Stadt habe von der Aktion aus den Medien erfahren.

Wald konnte sich 20 Jahre ungestört entwickeln

Bei dem Waldstück an der Autobahnauffahrt handelt es sich nach Aussage der Stadt um ein schützenwertes Biotop. Die Bäume hätten sich über 20 Jahre entwickeln können und böten einen Lebensraum für viele Lebewesen.

Die Rodung sei nicht nachvollziehbar, auch weil die Stadt enorme Anstrengungen für den Klima- und Umweltschutz unternehme. Den Vorschlag der Stadt, das Waldstück einzuzäunen, lehnte die Autobahn GmbH ab.