WDR extra: Attacke in Münster - Trauer und Motivsuche

WDR extra 08.04.2018 11:35 Min. Verfügbar bis 29.04.2040 WDR

Seehofer: "Ein feiges und brutales Verbrechen"

Stand: 08.04.2018, 13:19 Uhr

  • Am Tag nach Amokfahrt in Münster
  • Seehofer und Laschet legen Blumen nieder
  • Schweigeminute am Tatort

Große Trauer in Münster nach der Amokfahrt: Viele Menschen legten Blumen und Kerzen am bereits freigegebenen Tatort der gestrigen Amokfahrt ab. Viele Pressevertreter sind zurzeit vor Ort.

Schweigeminute am Tatort

Bundesinnenminister Horst Seehofer NRW-Innenminister Herbert Reul und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet verweilten am Sonntag (08.04.2018) kurz am Tatort, legten eine Schweigeminute ein, um schließlich Blumen abzulegen.

Laschet lobt Besonnenheit der Bürger

Dann ließen sie sich von der Polizei noch einmal vor Ort an der Absperrung den Tathergang beschreiben. Bundesinnenminister Horst Seehofer war am Vormittag in Münster eingetroffen, um mit der Polizeiführung zu sprechen und sich ein Bild der Lage zu machen. Seehofer sprach von einem "feigen und brutalen Verbrechen". Er sei nach Münster gekommen, um Solidarität und Anteilnahme der Bundesregierung zum Ausdruck zu bringen.

Horst Seehofer

Bundesinnenminister Horst Seehofer in Münster

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet lobte die Besonnenheit und Solidarität der Münsteraner nach der Tat. Es würde sich wünschen, dass "diese besondere Münsteraner Erfahrung einer Friedenstadt" auch diejenigen erreicht hätte, die "ganz schnell bei Twitter und anderswo wieder das Hetzen begonnen haben."

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) war zuvor schon kurz am Tatort gewesen. "Wir sind noch lange nicht am Ende. Es ist die Stunde der Ermittler."

Am Tag nach der Amokfahrt: "Münster ist heute eine andere Stadt"

WDR 2 08.04.2018 03:20 Min. Verfügbar bis 29.04.2040 WDR 2


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Spontane Blutspenden

Auch die Anteilnahme der Münsteraner war groß. Viele zeigten sich auch einen Tag nach der Tat traurig und empört. Am Universitätsklinikum waren noch am Samstagabend (07.04.2018) innerhalb von Minuten rund 300 Menschen dem Aufruf zum Blutspenden gefolgt. Acht Verletzte der Amokfahrt liegen derzeit noch im Krankenhaus.

Trauer und Motivsuche in Münster

Große Anteilnahme in Münster: Viele Bürger und hochrangige Politiker kamen einen Tag nach der Amokfahrt an den Tatort, um der Opfer zu gedenken.

Erste Blumen liegen an dem Brunnen des Kiepenkerls vor einem Restaurant in der Altstadt

Der Tatort in Münster - einen Tag nach der Amokfahrt in Münster, bei dem zwei unbeteiligte Menschen ums Leben kamen und 25 Menschen verletzt wurden. An dem eigentlich belebten Platz stehen nun Absperrgitter.

Der Tatort in Münster - einen Tag nach der Amokfahrt in Münster, bei dem zwei unbeteiligte Menschen ums Leben kamen und 25 Menschen verletzt wurden. An dem eigentlich belebten Platz stehen nun Absperrgitter.

Bürger hatten bereits am Sonntagmorgen (08.04.2018) Blumen abgelegt.

Viele Pressevertreter hatten sich ebenfalls in der Stadt eingefunden. Sie warteten vor allem auf den Besuch von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU).

Am Mittag legte Seehofer gemeinsam mit Innenminister Herbert Reul und Ministerpräsident Armin Laschet Blumen am Tatort ab. "Dieses feige und brutale Verbrechen hat uns alle sehr betroffen gemacht", sagte Seehofer.

Jetzt sei die Stunde der Ermittler, sagte Innenminister Herbert Reul an die wartenden Pressevertreter gewandt. Den Medien dankte der Innenminister dafür, dass sie in ihrer Berichterstattung nicht über den Täter und seine möglichen Motive spekuliert hätten. Sie hätten sich alle "sehr verantwortlich verhalten". Nun ginge es in erster Linie auch um die Betreuung der Opfer.

Der Vorfall zeige erneut, dass es leider keine absolute Sicherheit gebe. Es gebe im Moment starke Hinweise, dass es sich um einen Einzeltäter gehandelt habe und kein Bezug zur Terrorszene bestehe, sagte Seehofer. Es werde aber weiter in alle Richtungen ermittelt.

Nach den Motiven der Tat fragten nicht nur Ermittler und Politiker. Ein Besucher am Tatort hatte seine drängendste Frage auf einem großen Pappschild formuliert.

Die Leitende Oberstaatsanwältin von Münster, Elke Adomeit, sagte, dass der mutmaßliche Täter der Polizei bereits wegen kleinerer Delikte bekannt gewesen sei. Es habe drei Verfahren in Münster gegeben und eines in Arnsberg aus den Jahren 2015 und 2016 - sie seien alle eingestellt worden.