Warnstreik in der Metallindustrie in Monheim

Erste Warnstreiks in NRW-Metallindustrie gestartet

Stand: 29.10.2022, 12:59 Uhr

Die IG Metall hat in der Nacht erste Warnstreiks in der deutschen Metall- und Elektroindustrie begonnen. Direkt nach Ablauf der Friedenspflicht um Mitternacht legten Beschäftigte in ausgewählten Industriebetrieben die Arbeit nieder, wie Gewerkschafter vor Ort berichteten.

Allein in Nordrhein-Westfalen sollten sechs Betriebe jeweils für einige Stunden bestreikt werden. Wie die Gewerkschaft mitteilte, legten 60 bis 70 Mitarbeitenden des Metallverarbeitungsunternehmens apt Extrusions in Monheim die Arbeit nieder - darunter auch 15 bis 20 Mitglieder der IG Metall Jugend, der Jugendorganisation der Gewerkschaft. Bei einer Kundgebung in Hagen, am Standort von Thyssenkrupp Hohenlimburg, nahmen nach Angaben des Gewerkschaftlers Jens Mütze knapp 150 Beschäftigte teil. Vor Tor 3 des Miele-Werks in Bielefeld kamen bis zu 110 Beschäftigte zusammen.

Auch in Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz gibt es erste Aktionen. Auch Betriebe in anderen Bundesländern sollen bald folgen, hieß es. In Niedersachsen nahmen nach Angaben der IG Metall über 500 Beschäftigte teil.

Gewerkschaft fordert acht Prozent mehr Lohn

Bislang waren die Tarifverhandlungen regional geführt worden. Die Gewerkschaft verlangt für einen Zeitraum von zwölf Monaten dauerhaft acht Prozent mehr Geld für die rund 3,9 Millionen Beschäftigten.

Arbeitgeber bieten Einmalzahlungen an

Die Arbeitgeber hatten jeweils Einmalzahlungen von 3000 Euro und zudem bei einer Laufzeit von 30 Monaten eine nicht bezifferte Erhöhung der Lohntabellen angeboten. Die Einmalzahlung soll steuer- und abgabenfrei direkt bei den Beschäftigten ankommen. Am Freitag hatte unter anderem der einflussreiche IG-Metall-Bezirk NRW die Offerte abgelehnt.

Nächste Verhandlungsrunde im November

Hofmann ließ erkennen, dass zunächst bis zur vierten Verhandlungsrunde, die am 8. November in Bayern und Baden-Württemberg beginnt, nur kürzere Warnstreiks von einigen Stunden geplant sind. Danach werde die IG Metall entscheiden, wie es weitergeht.

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