Ticker vom Mittwoch (17.06.2020) zum Nachlesen

  • Bundesländer verlängern Verbot von Großveranstaltungen
  • WDR extra: Laumann weist Kritik nach Corona-Ausbruch zurück
  • Schlachtbetrieb, Schulen und Kitas im Kreis Gütersloh dicht
  • Alle Entwicklungen hier im Corona-Live-Ticker
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Was gibt es Neues in Sachen Coronavirus? Hier im Live-Ticker halten wir Sie über die Entwicklungen auf dem Laufenden.

Großveranstaltungen bis Ende Oktober verboten - mit Ausnahmen

Bund und Länder haben sich heute auf eine Reihe neuer Corona-Regeln verständigt. Unter anderem sollen Großveranstaltungen grundsätzlich bis mindestens Ende Oktober verboten bleiben. Dies gelte für solche Veranstaltungen, bei denen eine Kontaktverfolgung und die Einhaltung von Hygieneregeln nicht möglich sei. "Aber wir haben ein paar Kriterien, wenn zum Beispiel rückverfolgbar ist, wer wo gesessen hat, dass man auch schon vorher größere Veranstaltungen durchführen kann", sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU).

Außerdem sollen die Schulen spätestens nach den Sommerferien in allen Ländern in den Regelbetrieb zurückkehren. Dies gelte, falls sich die Infektionslage in der Corona-Krise weiterhin gleichbleibend gut entwickle. Wie der volle Schulbetrieb nach den Sommerferien praktisch organisiert werden soll, darüber werden an diesem Donnerstag die Kultusminister der Länder in einer Schaltkonferenz beraten.

Laumann weist Kritik an Landesregierung zurück

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) betonte am Abend nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischkonzern "Tönnies" im Kreis Gütersloh in einem WDR extra, dass es nun darum gehe, dafür zu sorgen, dass das Virus nicht "überspringt". Daher habe man die Quarantäne-Maßnahmen ergriffen sowie Kitas und Schulen geschlossen.

Kritik, dass die Landesregierung nicht genug unternommen habe, um nach den Coronavirus-Fällen bei Westfleisch in Oer-Erkenschwick einen erneuten Ausbruch in der Fleischindustrie zu verhindern, wies Laumann zurück: "Man kann solche Infizierungen nicht ausschließen", so der Minister. Jeder Schlachthof habe ein Hygienekonzept, das kontrolliert werde.

Lob von Bundeskanzlerin für Kreis Gütersloh

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Abend das Vorgehen des Kreises Gütersloh nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischkonzern "Tönnies" in Rheda-Wiedenbrück gelobt: "Wir beobachten das Infektionsgeschehen im Bund und in den Ländern sehr aufmerksam. Und die ganze Aufmerksamkeit richtet sich darauf, ist es möglich, das Infektionsgeschehen unter Kontrolle zu halten und regional zu belassen. Deshalb begrüße ich es sehr, wenn heute, wie im Landkreis Gütersloh, ein solches gehäuftes Infektionsgeschehen auftritt, dass dann auch sofort Maßnahmen ergriffen werden und zum Beispiel die Schule geschlossen werden und Ähnliches."

Corona-Tests für alle Schlachthofmitarbeiter in NRW angekündigt

Nach dem Ausbruch des Coronavirus in einem Schlachthof in Rheda-Wiedenbrück werden erneut landesweit alle Schlachthofbelegschaften mit Werkvertragsarbeitern auf das Virus getestet. Das hat NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) angekündigt. Danach werde man wissen, ob es sich bei dem Ausbruch um eine Ausnahme handelt oder nicht.

Der Arbeitsschutz habe sich in den vergangenen Wochen zudem 250 Sammelunterkünfte von ausländischen Arbeitern angeschaut. Während diese in der Landwirtschaft bis auf Ausnahmen überwiegend vernünftig gewesen seien, habe man bei den Unterkünften der Schlachtindustrie äußerst schwierige Verhältnisse angetroffen.

Quarantäne-Maßnahmen, aber kein Shutdown nach Corona-Ausbruch

Nach einem Corona-Ausbruch beim Fleischkonzern "Tönnies" im Kreis Gütersloh hat Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) die Schließung des Schlachtbetriebes in Rheda-Wiedenbrück verfügt. Zudem müssen alle mit dem Virus Infizierten und ihre Kontaktpersonen in Quarantäne gehen - ebenso alle Menschen, die auf dem Gelände der Firma arbeiten. Das gab er am Nachmittag in der gemeinsamen Pressekonferenz des Kreises und des Konzerns "Tönnies" bekannt. Betroffen seien mehr als 7.000 Menschen.

Zuvor war bereits mitgeteilt worden, dass alle Schulen und Kitas des Kreises bis zu den Sommerferien geschlossen bleiben. Abitur-Prüfungen seien nicht betroffen. Adenauer appellierte an die Menschen, die im Umfeld der Tönnies-Mitarbeiter im Kreis Gütersloh unterwegs sind, sich "öffentlich zurückzuhalten". So solle ein Shutdown des öffentlichen Lebens vermieden werden.

Die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Mitarbeiter beim Schlachtereibetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück ist auf 657 gestiegen. Insgesamt lagen am Abend 983 Testergebnisse vor, davon 326 negativ, wie ein Sprecher des Kreises Gütersloh mitteilte. Dies sei nur ein Zwischenstand. Nach Angaben Adenauers hatte der Kreis insgesamt 1.050 Coronavirus-Tests für Beschäftigte der Firma Tönnies veranlasst.

NRW-Landtag bald wieder im Vollbetrieb

Nach rund drei Monaten coronabedingtem Notbetrieb tagt der nordrhein-westfälische Landtag kommende Woche erstmals wieder im Vollbetrieb. Zu den letzten drei Plenarsitzungen vor der Sommerpause könne das Parlament mit seinen 199 Abgeordneten wieder in voller Besetzung zusammentreten, teilte Landtagspräsident André Kuper mit.

Um die Hygiene- und Abstandsregeln einzuhalten, werden die Sitze im Plenarsaal mit Trennwänden aus Acrylglas ausgestattet. In der Sommerpause sollen auch die zwei größten Fraktionssäle mit Acrylglas-Kabinen ausgestattet werden, damit die Ausschüsse wieder in normaler Größe tagen können und Besucher sowie Presse genug Platz haben.

Corona-Warn-App hat mehr als 6,4 Millionen Downloads

Die neue Corona-Warn-App wurde bereits von mehr als 6,4 Millionen Menschen heruntergeladen. Für das Bundesgesundheitsministerium ist das eine überraschend hohe Resonanz seit dem Start der App am Dienstag (17.06.2020). "Das sind weit über sechs Millionen Gründe, warum das Coronavirus künftig weniger Chancen hat", sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Jeder Einzelne, der die App nutze, mache einen Unterschied. Die hohe Zahl der Downloads solle noch mehr Bürger motivieren mitzumachen.

Ziel der Corona-Warn-App ist, dass Corona-Infektionen leichter und schneller nachvollzogen werden können. Dafür misst sie, ob sich Handynutzerinnen und Handynutzer über eine längere Zeit näher als zwei Meter gekommen sind. Wenn Nutzerinnen und Nutzer positiv getestet wurden und dies in der App geteilt haben, werden diejenigen, die sich länger in der Nähe aufgehalten haben, informiert. Dann kann man sich freiwillig - auch ohne Symptome - auf Kosten der Krankenkasse testen lassen. Kontaktdaten werden nicht zentral gespeichert, sondern nur auf den jeweiligen Smartphones.

Zulassung für zweite klinische Impfstoff-Studie in Deutschland erteilt

Das Tübinger Biotech-Unternehmen "CureVac" darf mit der klinischen Studie seines möglichen Corona-Impfstoffes beginnen. Der Wirkstoff wird an rund 170 gesunden Freiwilligen getestet. Seit April darf bereits ein Mainzer Unternehmen Tests machen. Weltweit gibt es mehr als 100 Kandidaten für den Impfstoff; welcher Impfstoff am Ende auf den Markt kommt, weiß noch niemand genau.

Das Bundeswirtschaftsministerium hatte am Montag (15.06.2020) bekanntgegeben, sich mit 300 Millionen Euro an "CureVac" zu beteiligen - damit werden rund 23 Prozent der Anteile übernommen. Damit soll die Forschung beschleunigt und auch eine mögliche Übernahme aus dem Ausland verhindert werden. Die Geschäftsentscheidungen der Firma wolle der Staat aber nicht beeinflussen.

WHO: zum ersten Mal Durchbruch bei Covid-19-Behandlung

Ein Arzt bedient eine Beatmungsmaschine auf einer Intensivstation. | Bildquelle: dpa/Marijan Murat

Wissenschaftler in Großbritannien haben möglicherweise einen Weg gefunden, schwer kranken Corona-Patienten zu helfen: mit dem Entzündungshemmer Dexamethason. Die Weltgesundheitsorganisation spricht von einem Durchbruch. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte, es sei das erste Mittel, das die Sterblichkeit von Covid-19-Patienten verringere, die auf Sauerstoff oder Beatmungsgeräte angewiesen seien.

Nach den vorläufigen Ergebnissen einer klinischen Studie der Universität Oxford ging die Sterblichkeit dieser Patienten um ein Drittel zurück. Die Ergebnisse wurden noch nicht veröffentlicht und auch noch nicht von anderen Experten begutachtet. Die britische Regierung will Dexamethason jetzt großflächig gegen das Coronavirus einsetzen.

Große Umsatzverluste im April in Kleidungs- und Schuhgeschäften in NRW

Viele Menschen in NRW haben wegen der Corona-Pandemie in letzter Zeit deutlich weniger in Geschäften eingekauft. Es gibt jetzt Zahlen des Statistischen Landesamts dazu, wie sich das im April auf den Einzelhandel ausgewirkt hat. Kleidungs- und Schuhgeschäfte verloren demnach im Vorjahresvergleich im April rund zwei Drittel ihres Umsatzes. Bei Sport- und Spielwarenläden sowie Elektronikgeschäften ging der Umsatz um rund ein Viertel zurück. Viele Menschen bestellten dafür Produkte im Internet: Im Versand- und Internethandel wuchs der Umsatz entsprechend um fast ein Drittel.

Bundesregierung stuft Türkei als Corona-Risikogebiet ein

Ein Strand im türkischen Badeort Kemer an der südlichen Mittelmeerküste. | Bildquelle: dpa

Wer über den Sommer in die Türkei reisen will, muss sich wohl auf größere Hindernisse einstellen: Das Land wird auf einer Liste des Robert-Koch-Instituts als Corona-Risikogebiet eingestuft - mit insgesamt 130 weiteren Ländern, darunter auch Ägypten, Thailand und Marokko. Wer aus einem Risikogebiet nach Deutschland einreist, muss damit rechnen, für zwei Wochen unter Quarantäne gestellt zu werden. Die Aufhebung der Reisewarnung für die Türkei und die weiteren Länder ist unter anderem deshalb nach jetzigem Stand wohl kaum möglich.

Die Türkei ist nach Spanien und Italien das drittbeliebteste Urlaubsland der Deutschen. Der türkische Außenminister Mevlüt Çavusoglu sagte schon vor ein paar Tagen im "Spiegel", er sei enttäuscht über die Beibehaltung der Reisewarnung. Die wissenschaftlichen Gründe dafür seien nur schwer zu verstehen, alles sei vorbereitet für eine sichere Reise in die Türkei.

Maßnahmen gegen neuen Corona-Ausbruch in Peking

In der Hauptstadt von China ist das Virus wieder ausgebrochen: In den letzten Tagen haben sich in Peking nach offiziellen Daten fast 140 Menschen infiziert, das ist dort die höchste Zahl seit Februar. 27 Wohnviertel sind deshalb abgeriegelt worden, man darf sie nur nach Fiebermessung und Registrierung betreten. Zahlreiche Inlandsflüge und Fernbusverbindungen von und nach Peking wurden gestrichen und viele Schulen und Sportplätze geschlossen. Außerdem werden zehntausende Menschen auf das Virus getestet.

Diskussion um Regelbetrieb an Grundschulen

Seit Montag (15.06.2020) haben alle Grundschüler in NRW wieder täglich Unterricht - mit Vorsichtsmaßnahmen, aber ohne Abstandsregeln. Der NRW-Schulausschuss berät heute in einer aktuellen Viertelstunde über die Öffnung, denn Lehrer- und Elternverbände kritisieren sie scharf.

In mehreren Städten gibt es an Schulen aktuell Corona-Fälle, der Umgang damit ist unterschiedlich: In Wuppertal wurde eine Grundschule geschlossen; in Düsseldorf, Ahlen und Nordwalde sind die Kinder und ihre ermittelten Kontaktpersonen in Quarantäne. Die Corona-Fälle waren teilweise aber schon bekannt, bevor der Regelbetrieb an den Grundschulen wiederaufgenommen wurde. Kritiker sehen im Regelbetrieb trotzdem eine besonders große Ansteckungsgefahr.

Positive Stimmen zu Corona-App im WDR extra

Lungen-Facharzt Dr. Heinz-Wilhelm Esser sagte im WDR extra am Dienstagabend, die Corona-Warn-App sei besonders sinnvoll, weil sie dafür sorge, eine neue Welle im Herbst effektiv zu verhindern. Man könne bei akuten Brandherden sehr schnell die Betroffenen benachrichtigen, sodass diese souverän reagieren könnten.

Digitalexperte Dennis Horn kritisierte, es sei am Anfang viel Zeit für die Diskussion um die Umsetzung der Corona-Warn-App "vertrödelt" worden. Herausgekommen sei die bestmögliche App bezüglich Datenschutz und Sicherheit. Außerdem sagte er, dass verschiedene Länder daran arbeiten, ihre nationalen Apps durchlässiger zu machen, sodass sie miteinander kompatibel sind.

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