Aus Kiew nach Essen: Zehnjähriger wird erfolgreich wegen Krebs behandelt

Stand: 01.05.2022, 16:52 Uhr

In einem Kraftakt haben Kinderonkologen 237 Kinder aus der Ukraine nach Deutschland geholt. Unter anderem den zehnjährigen Vadym aus Kiew. Er wird in der Uniklink Essen behandelt - mit Erfolg.

Von Monika König

Am 6. März ist Vadym nach Deutschland gekommen; mit dem allerersten Bus, der insgesamt 25 krebskranke Kinder aus der Ukraine an die Uniklinik nach Essen transportiert hat. Er ist mit seiner Mutter Julia hier. Sein Vater ist in Kiew - um für die Heimat zu kämpfen.

Protonenbestrahlung gegen den Hirntumor

Vadym hat einen bösartigen Hirntumor. In Kiew wurde er bereits operiert, aber seine Behandlung, eine lebensrettende Bestrahlung, wurde bei Kriegsausbruch in der Ukraine abgebrochen. Jetzt wird er in Essen mit Protonen bestrahlt.

Vadym steht vor dem Bestrahlungsgerät

Angst habe er nicht, sagt der Zehnjährige. "Ich weiß, was hier mit mir geschieht und was ich machen muss", sagt Vadym, der alleine in den Bestrahlungsraum geht. "Ich brauche mir keine Sorgen zu machen." Seine Mutter Julia ist stolz auf ihr Kind. Wie er das alles meistere, mit all den Schwierigkeiten kämpft, die ihm widerfahren seien, sagt sie.

Gute Nachricht für Vadym

25 Bestrahlungen hat Vadym schon hinter sich, zu denen er ganz allein geht. Noch fünf und dann hat er es geschafft. Die Protonenbestrahlung ist ein Glücksfall für Vadym, eine Behandlung, die es in der Ukraine nicht gibt. Seine Mutter ist dankbar für die effektive und schonende Behandlung.

"Die Chancen stehen gut, dass Vadym wieder ganz gesund wird." Prof. Uta Dirksen, stellvertretende Direktorin Kinderklinik Uniklinik Essen
Vadym und die zuständige Ärztin mit Maske nebeneinander

Die Kinderärztin Uta Dirksen betreut mittlerweile 47 Kinder aus der Ukraine in Essen. Anfang März hat sie Vadym zum ersten Mal gesehen und jetzt, Ende April, hat sie richtig gute Nachrichten für ihn und seine Mutter: Der Zehnjährige braucht keine Chemotherapie, eine Behandlung, vor der Vadym große Angst hatte.

Erleichterung in Kiew

"Das war es", sagt Mutter Julia im Gespräch mit Vadyms Vater in Kiew. "Das ist jetzt das Ende unserer Behandlung. Alle drei Monate wird kontrolliert - und das war's." Auch daheim in der Ukraine beim Vater ist die Erleichterung riesengroß: "Das sind so gute Neuigkeiten."

"Jetzt kannst du deine Sachen für die Schule packen, Vadym. Jetzt hast du Zeit zum Lernen und für Sport." Vadyms Vater in Kiew

Zurück ins Leben und zurück in ein bisschen Normalität: Darauf freuen sich jetzt alle.