Urteil nach Anschlagsfahrt an Silvester gefallen

Ein Mann hält sich einen Umschlag vor das Gesicht, neben ihm sitzt ein Mann in einer Robe.

Urteil nach Anschlagsfahrt an Silvester gefallen

  • Täter muss in geschlossene Psychiatrie
  • 50-Jähriger leidet an Wahnvorstellungen
  • 14 Menschen wurden an Silvester verletzt

Sie wollten am Silvesterabend auf der Straße feiern, doch plötzlich steuert ein Auto auf die Menschenmenge auf dem Berliner Platz in Bottrop zu. Eine Frau wird dabei von dem Wagen überrollt und lebensgefährlich verletzt. Seit einigen Monaten muss sich ein 50-jähriger Mann vor dem Landgericht Essen verantworten. Am Mittwoch (11.12.2019) hat das Gericht das Urteil verhängt: Der Mann muss in die geschlossene Psychiatrie.

Täter leidet offenbar unter Wahnvorstellungen

Vor der Tat in Bottrop fuhrt der Täter bereits in Essen auf Menschenansammlungen zu. Insgesamt 14 Personen wurden bei der Amokfahrt verletzt. Der Täter war offenbar gezielt in Personengruppen gefahren, die aus seiner Sicht einen Migrationshintergrund hatten.

Im Prozess hatte der Beschuldigte angegeben, dass er geglaubt habe, einen Terroranschlag verhindern zu müssen. Der 50-Jährige leidet seit Jahren unter paranoider Schizophrenie.

Ein Opfer wurde lebensgefährlich verletzt

Zu den Opfern zählt auch eine 46-jährige Frau aus Syrien. Fünf Wochen musste sie im Krankenhaus bleiben. Ihre Knieschlagader wurde abgerissen, auch die Leber blutete. Bis heute kann sie nicht wieder richtig laufen.

Der Täter entschuldigte sich vor Gericht bei der Frau und den anderen Opfern. Auslöser der Tat waren offenbar krankhafte Wahnvorstellungen. Laut psychiatrischem Gutachten ist der Mann weiterhin gefährlich und bleibt deshalb hinter Gittern.     

Stand: 11.12.2019, 14:47

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