Ein Polizeiauto fährt durch einen Tunnel (Symbolfoto)

Staatsschutz ermittelt nach Brand auf Moschee-Baustelle

Stand: 21.01.2024, 10:27 Uhr

Die Essener Polizei hat am Freitagabend zwei Männer festgenommen, die auf der Baustelle einer Moschee versucht haben sollen, ein Feuer zu legen. Der Staatsschutz ermittelt.

Nach einem schnell gelöschten Brand auf einer Moschee-Baustelle im Essener Stadtteil Karnap hat der Staatsschutz Ermittlungen aufgenommen. Ein Anwohner hatte am Freitagabend über den Notruf gemeldet, dass auf der Baustelle eingebrochen und "gezündelt" worden sei, teilte die Polizei am Samstag mit.

Polizeibeamte konnten zwei Männer im Alter von 18 und 19 Jahren noch auf der Baustelle vorläufig festnehmen und zwei Feuerzeuge sicherstellen. Gegen die beiden wird laut Polizei wegen des Verdachts der Brandstiftung und der Verwendung von Kennzeichen verbotener Organisationen ermittelt. Auf dem Dach der Moschee-Baustelle wurde den Angaben zufolge ein drei mal drei Meter großes Hakenkreuz entdeckt, das in den Schnee getreten worden war.

Tatverdächtige bislang noch nicht polizeilich aufgefallen

Noch in der Nacht wurden die Wohnungen der beiden Männer per Beschluss durchsucht. "Nach aktuellen Erkenntnissen sind die beiden Tatverdächtigen in der Vergangenheit noch nicht durch politisch motivierte Straftaten aufgefallen", hieß es in der Polizeimitteilung. Weil zu diesem Zeitpunkt keine ausreichenden Haftgründe vorlagen, ordnete die Staatsanwaltschaft die Freilassung der Männer an.

Der Anwohner habe laut Polizei zunächst Taschenlampenlichter auf dem Dach der Moschee gesehen. Danach habe der Zeuge auch Feuer auf der Baustelle wahrgenommen. Die Polizeibeamten entdeckten brennende Baumaterialien - unter anderem Plastikfolien, die sich an Lichtkuppeln und Türen befanden. Noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr konnte die Polizei die Brände löschen. Kuppeln und Türen wurden beschädigt.

Oberbürgermeister Kufen zeigt sich betroffen

Der Essener Oberbürgermeister Thomas Kufen zeigte sich betroffen von der Brandstiftung an der im Bau befindlichen Moschee. "Ich danke der aufmerksamen Nachbarschaft, die schlimmeres verhindert hat sowie Feuerwehr und Polizei für ihr schnelles Eingreifen", sagte der CDU-Politiker. Er hat die bosnisch-islamische Gemeinde am Samstag besucht und wollte damit ein Zeichen der Solidarität setzen: "Wir als Essenerinnen und Essener stehen an der Seite der Gemeinde."

Quelle:

  • Agenturmeldung
  • Pressemitteilung Stadt Essen

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