Warnung vor Weltkriegsmunition am Rheinufer

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Niedrigpegel legt gefährliche Munition am Rheinufer frei

Stand: 10.08.2022, 16:38 Uhr

Das Niedrigwasser im Rhein bei Bonn und Köln legt große Bereiche der Flussbette frei - und damit auch Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg.

Von Christoph Hensgen

Die Städte Bonn und Köln warnen vor dem Betreten der unbefestigten Uferbereiche. Polizei und Feuerwehr raten Spaziergängern dringend davon ab, Weltkriegsmunition anzufassen.

Munitionsfunde häufen sich je mehr der Pegel fällt

Die Fälle häufen sich, je mehr der Rheinpegel sinkt. Anfang der Woche entdeckte ein Elfjähriger am Godesberger Rheinufer eine verrostete Panzer-Granate. Der Junge verhielt sich der Polizei zufolge zum Glück vorbildlich: Er ließ die Finger von dem Sprengkörper, seine Großeltern, die bei dem Spaziergang dabei waren, wählten die 110.

Polizisten sperrten den Fundort sofort ab. Auch das Ordnungsamt, die Wasserschutzpolizei und Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes der Bezirksregierung wurden alarmiert. Letztere transportierten die Granate schließlich ab. Auch in Köln und in Erpel (Kreis Neuwied) wurden der Polizei jetzt Munitionsfunde gemeldet. In beiden Fällen waren die Sprengkörper auch erst durch das Niedrigwasser sichtbar geworden.

Rost macht Patronen und Granaten noch unberechenbarer

Polizei, Feuerwehr und Stadtverwaltungen warnen vor der Gefahr, die von solcher Munition ausgeht. Man sollte sie weder beim Auffinden in irgendeiner Weise bewegen, noch einsammeln oder gar mitnehmen. "Vor allem die Tatsache, dass die Blindgänger verrostet sind, macht sie noch unberechenbarer", sagt Robert Scholten, von der Bonner Polizei. "Es ist immer gut, wenn man uns hier so schnell wie möglich mit ins Boot holt. Wir wissen dann, wie wir uns verhalten, wie wir absperren, wen wir informieren - und so ist eine Lage, wie auch in aktuellen Fällen jetzt passiert, schnell beherrschbar."

Gefährlich wird der Pegelstand langsam aber sicher auch für die Schifffahrt. Gerade einmal 25 Prozent Auslastung sind für die Binnenschiffe noch möglich. Kein Wunder, bei einem Kölner Rheinpegel von 94 Zentimetern.

Über dieses Thema haben wir am 10. August 2022 im WDR Fernsehen: Lokalzeit aus Bonn, 19:30 Uhr berichtet.

Rheinland: Kriegsmunition: Unbefestigte Uferbereiche des Rheins nicht betreten!

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