Eine Flasche mit dem Rattengift Thallium.

Hürther Giftmord: Säugling gestorben - Obduktion angeordnet

Stand: 26.07.2022, 19:58 Uhr

Wegen des mutmaßlichen Giftmordes an zwei Frauen und einem Mordversuch an seiner damals schwangeren Lebensgefährtin muss sich bald ein Mann aus Hürth vor dem Landgericht in Köln verantworten.

Der 41-Jährige soll seine Ehefrau und die Großmutter seiner neuen Lebensgefährtin mit dem Schwermetall Thallium vergiftet haben. Seine seinerzeit schwangere und 36 Jahre alte Lebensgefährtin konnte gerettet werden. Wie Gerichtssprecher Jan Orth am Dienstag auf Anfrage bestätigte, ist nun jedoch auch der kürzlich geborene Säugling gestorben. 

Die zuständige Kammer des Landgerichts habe die Obduktion des Babys angeordnet, sagte Orth. Dabei soll geklärt werden, ob der Tod des Kindes möglicherweise in Zusammenhang mit der Vergiftung der Lebensgefährtin steht, in deren Blut das Thallium nachgewiesen worden war. Zunächst hatte der "Kölner Stadt-Anzeiger" berichtet.

Rhein-Erft: Thallium-Giftmorde: Mann hat möglicherweise auch Baby mit Thallium vergiftet

00:30 Min. Verfügbar bis 27.07.2023


Prozess beginnt im September

Die Anklage lautet derzeit auf zweifachen Mord sowie versuchten Mordes in Tateinheit mit versuchtem Schwangerschaftsabbruch. Als Mordmerkmale nimmt die Staatsanwaltschaft Heimtücke und Grausamkeit an. Laut Anklage hatte der Krankenpfleger den drei Frauen das Thallium 2020 und 2021 verabreicht.

Das früher als Rattengift eingesetzte Mittel kann unter anderem Herzrasen, Krämpfe, Organschäden und Blutungen im Magen-Darm-Trakt hervorrufen. Der Prozess gegen den 41-Jährigen soll nach Gerichtsangaben am 19. September beginnen.