"mobil.nrw": Neue ÖPNV-App fürs ganze Land

Collage Stadtbus/Strassenbahn/S-Bahn

"mobil.nrw": Neue ÖPNV-App fürs ganze Land

  • Alle Infos und Tarife auf einen Blick
  • Regionalverbünde des ÖPNV verknüpft
  • Erste NRW-weite Lösung im Nahverkehr

Für NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) hat die "Ticket- und Tarif-Wissenschaft" im ÖPNV in NRW nun ein Ende: Am Düsseldorfer Bahnhof hat er am Montag (02.12.2019) zusammen mit der Bahn die neue Smartphone-App "mobil.nrw" vorgestellt.

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Probleme beim Ticketkauf

Wenn Nutzer im Nahverkehr etwas stört, dann wohl meistens, dass der einfache Ticketkauf oft nicht so einfach ist. Apps gibt es eigentlich schon genug – von der Deutschen Bahn, den regionalen Verkehrsverbünden von unabhängigen Ticketanbietern. Viele decken Teilbereiche ab, aber scheitern oft dann, wenn der Nutzer in einen anderen Verkehrsverbund wechselt.

Pendeln in NRW: "ÖPNV ist Rückgrat der Mobilität"

WDR 5 Morgenecho - Interview 25.11.2019 05:53 Min. Verfügbar bis 24.11.2020 WDR 5

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Seit Montag ist das nun anders, verspricht Verkehrsminister Wüst: "Die Kunden können ab heute den gesamten ÖPNV in NRW aus einer App buchen." Keine Verwirrung mehr, wenn man aus einem Tarifbereich in den nächsten wechselt. Verspätungen, Bauarbeiten, Netzpläne – alles ist nun in einer App zu finden.

Was kann die App?

Laut Anbieter ist die "mobil.nrw App" die einzige App, die alle Tickets des NRW-Tarifs sowie aller Verbünde in NRW in digitaler Form gebündelt anbietet. Bezahlt werden die Ticketbuchungen per Paypal, Lastschrift und Kreditkarte. Die App selber ist kostenlos. "Das Ziel muss ein elektronischer, verbundraumübergreifender und landesweiter Tarif sein", so Wüst.

Verkehrswende: Tops und Flops aus NRW

Bei der Einführung neuer Verkehrskonzepte wie den Düsseldorfer Umweltspuren gibt es stets viel Diskussionsbedarf. Was läuft gut in NRW, was nicht? Wir zeigen Beispiele.

Auto- Bahn- und Radverkehr in der Stadt

Bei der Einführung neuer Verkehrskonzepte wie den Düsseldorfer Umweltspuren gibt es stets viel Diskussionsbedarf. Am Donnerstag (28.11.2019) will der Stadtrat entscheiden, ob das Experiment abgebrochen wird. Wir blicken darum auf Beispiele in NRW, die zeigen, wie sich Verkehr besser gestalten lässt - und was nicht funktioniert.

Bei der Einführung neuer Verkehrskonzepte wie den Düsseldorfer Umweltspuren gibt es stets viel Diskussionsbedarf. Am Donnerstag (28.11.2019) will der Stadtrat entscheiden, ob das Experiment abgebrochen wird. Wir blicken darum auf Beispiele in NRW, die zeigen, wie sich Verkehr besser gestalten lässt - und was nicht funktioniert.

Top: Fahrradstadt Münster
Laut Fahrrad-Klima-Index des ADFC ist Münster die radfreundlichste Stadt in NRW. Bundesweit liegt Münster hinter Karlsruhe auf Platz zwei. Besonders gelobt wird in Münster im Vergleich zu anderen Städten die Reinigung der Radwege und dass sie auch im Winter geräumt werden.

Top: Radschnellwege
Ähnlich wie eine Autobahn für den motorisierten Verkehr führen Radschnellwege über längere Strecken und ermöglichen ein schnelles und komfortables Fahren auf breiten, gut ausgebauten Wegen. In NRW gibt es 7 Projekte. Der Radschnellweg Ruhr (RS1) soll auf 100 Kilometern von Duisburg nach Hamm quer durch das Ruhrgebiet führen. Bislang fertig sind allerdings erst 6 Kilometer. Weitere Projekte sind der RS2 Westmünsterland (45 km), RS3 OWL (36 km), RS4 Euregio bei Aachen (14 km), der RS Mittleres Ruhrgebiet (16 km), RS Neuss, Düsseldorf, Langenfeld/Monheim (31 km) und der RS Köln, Frechen (8 km). Top ist hier aber vor allem die Idee - die Verwirklichung zieht sich noch ziemlich hin.

Top: Radwelle Oberhausen
Grüne Welle für Radfahrer - das gibt es in Oberhausen. 30 Ampeln wurden in der Innenstadt dafür umgerüstet. Weitere Standorte werden zurzeit geprüft. Über Wärmebildkameras oder Induktionsschleifen im Boden werden nahende Radfahrer erkannt und die Ampeln schalten auf Grün. Radwelle nennt die Stadt das vom Bundesumweltministerium zu 90 Prozent geförderte Modellprojekt. Noch ist es einmalig in NRW.

Flop: Radweglein auf der Venloer Straße in Köln
Die Kölner Venloer Straße ist eine zentrale Ost-West-Achse im Linksrheinischen und stark frequentiert: von Autofahrern, Radfahrern auf dem Weg zur Arbeit und Fußgängern, die in den zahlreichen Geschäften einkaufen. Lieferfahrzeuge parken in zweiter Reihe. Die Radwege auf der Straße sind viel zu schmal. Eine Radfahrerin klagt im WDR: "Es ist gefährlich eng, weil alle sehr hektisch unterwegs sind." CDU und Grüne in Köln wollen deshalb weniger Autoverkehr auf der Venloer, eine Einbahnstraßen-Regelung wird geprüft.

Top: Tempo 30 in Aachen
Um ein Dieselfahrverbot zu vermeiden, hat der Aachener Stadtrat jüngst Tempo 30 in der Innenstadt beschlossen. Nach und nach werden seit Mitte November die entsprechenden Verkehrsschilder aufgebaut. Schon länger fordern Experten wie Maria Limbourg von der Uni Duisburg-Essen Tempo 30 innerorts. Es gebe dadurch weniger Unfälle mit weniger schweren Folgen. Fußgänger, Radfahrer und Kinder würden besser geschützt. Die Fahrzeit erhöhe sich nur unwesentlich. Bei einer fünf Kilometer langen Fahrt liege die Verzögerung bei höchstens zwei Minuten.

Top: "#Ringfrei" in Köln
Tempo 30 gilt auch auf den Kölner Ringen. Initiiert wurde die Umgestaltung der Hauptverkehrsader von der Bürgerinitiative #Ringfrei. Sie gründete sich 2015 nach einer Reihe von schweren, zum Teil tödlichen Unfällen auf den Kölner Ringen. Als ein wesentlicher Grund der Unfälle wurde die Radwegeführung neben dem Gehweg angesehen. Aktivisten und Politiker erarbeiteten gemeinsam einen 10-Punkte-Plan. Dazu gehören neben Tempo 30 und einer Verlegung der Radwege auf die Straße auch die Umwandlung von Parkplätzen in Ladezonen für Lkw. #Ringfrei erhielt 2019 den Deutschen Fahrradpreis.

Top: Kostenloser Nahverkehr in Monheim
In Monheim kann ab April 2020 das Busnetz umsonst genutzt werden. Das kostet die Kleinstadt (44.000 Einwohner) im Jahr rund 3 Millionen Euro. Zum Vergleich: Wäre in der Millionenstadt Köln die Nutzung von Bus und Bahn kostenlos, müsste die Stadt Ticket-Einnahmen von knapp 250 Millionen Euro kompensieren. Und wegen der zu erwartenden Nachfrage auch kräftig in den Ausbau investieren.

Flop: 365-Euro-Ticket in Bonn
Für einen Euro am Tag in Bonn Bus und Bahn fahren - das könnte attraktiv sein. Aber das Ticket gilt nur für Neukunden, nicht im Umland und das Projekt ist zeitlich befristet. Auch die Verkaufszahlen für das neue Ticket blieben hinter den Erwartungen zurück. Bonn ist neben Essen, Reutlingen, Herrenberg und Mannheim eine von fünf Modellstädten, die vom Bund zwei Jahre lang gefördert werden. Wie es danach weitergeht, ist offen.

Top: RRX
Mit dem Rhein-Ruhr-Express (RRX) soll der Schienenverkehr im Ruhrgebiet und im Rheinland ausgebaut werden. Züge mit mehr Passagieren sollen häufiger fahren. Seit Dezember 2018 sind die ersten RRX auf der Spur, der komplette Ausbau soll 2035 erreicht sein. Von der Unterzeichnung der Rahmenvereinbarung (2005) bis zur Fertigstellung dauert es drei Jahrzehnte!

Welche Funktionen sind neu?

Die neue App soll Zugriff auf Fahrplanauskünfte in Echtzeit bieten. Außerdem aktuelle Informationen über Baustellen, außerplanmäßige Beeinträchtigungen und Störungen sowie Informationen zu den ausgewählten Verbindungen in ganz NRW. Mittelfristig soll die App auch weitere Verkehrsmittel wie Sharing-Angebote umfassen.

"Pro Bahn" begrüßt das digitale Angebot

Der Fahrgastverband Pro Bahn hofft, dass die App im Tarifdschungel bei der Suche nach dem richtigen Fahrschein hilft. "Die größte Schwierigkeit im Nahverkehr haben Kunden, wenn sie von einem Verkehrsverbund in einen anderen fahren", berichtet Lothar Ebbers, Sprecher des Fahrgastverbands Pro Bahn.

Stand: 02.12.2019, 16:12

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