Die besten Tipps gegen Lebensmittelverschwendung

Stand: 05.10.2022, 10:35 Uhr

78 Kilogramm Lebensmittel wirft jeder Deutsche pro Jahr weg. Das will eine bundesweite Aktionswoche ändern, die heute startet. Die besten Tipps gegen Lebensmittelverschwendung im Überblick.

Ob Brot, Gemüse, Joghurt - noch immer landet hierzulande viel Essbares im Müll. Das möchte die Initiative "Zu gut für die Tonne!" ändern. Die Initiative des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft in Bonn ruft im Rahmen der Aktionswoche "Deutschland rettet Lebensmittel!“ dazu auf, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren.

Bei mehr als 130 Vor-Ort-Aktionen können sich Verbraucherinnen und Verbraucher seit Donnerstag informieren, was jede und jeder gegen Verschwendung tun kann. Denn: Mit 59 Prozent oder 6,5 Millionen Tonnen entsteht laut Bundeslandwirtschaftsministerium der Großteil von Lebensmittelabfällen in privaten Haushalten. Auch in NRW finden viele Aktionen statt.

Das können wir alle gegen die Verschwendung von Nahrungsmitteln tun - die Tipps für zu Hause:

Den Einkauf planen

Die goldene Regel lautet: Nicht hungrig einkaufen gehen! Sonst ist schnell zu viel im Einkaufskorb! Besser ist es, vorher zu überlegen, was man tatsächlich braucht. Wer vor dem Einkauf seine Vorräte checkt und sich eine Einkaufsliste schreibt, kauft nichts Überflüssiges und schont dabei auch noch seinen Geldbeutel.

Helfen kann dabei ein Wochenplan: Was will ich essen? Bekomme ich Besuch? Schon zu diesem Zeitpunkt kann man überlegen, wie Reste verwertet werden können. So kann ein bestimmtes Lebensmittel für mehrere Gerichte eingeplant werden. Hilfreich dabei kann der Portionsplaner der Verbraucherzentrale sein.

Lebensmittel richtig lagern

Wer weiß, wie die unterschiedlichen Lebensmittel gelagert werden, kann sie länger haltbar machen.

  • Brot und Backwaren: Um Brot vor dem Austrocknen zu schützen, kann es zum Beispiel in einem Brotkasten oder Tontopf mit Deckel geschützt werden. Plastiktüten haben den Nachteil, dass frische Brote schnell weich werden. Wer's knusprig mag, kann Brot in einer Bäckertüte aufbewahren. Wichtig ist es, darauf zu achten, dass bei längerer Lagerung die Luft zirkulieren kann, damit sich kein Schimmel bildet.
  • Milchprodukte: Käse, Butter, Joghurt und Milch gehören gut verschlossen in den Kühlschrank. Dort herrscht dafür im mittleren Fach die optimale Temperatur. Bildet sich auf Hartkäse leichter weißlicher Schimmel, ist das kein Grund für die Tonne: einfach die befallenen Stellen großzügig wegschneiden. Schnittkäse, Weichkäse und Frischkäse sollten jedoch schon beim ersten Anzeichen von Schimmelbefall vollständig entsorgt werden.
  • Nudeln: Frische Teigwaren wie Nudeln, Spätzle und Gnocchi sind anfällig für Keime und gehören in den Kühlschrank. Gekochte Nudelreste in geschlossenen Behältern halten im obersten Kühlschrankfach ein bis zwei Tage. Getrocknete Nudeln sind mindestens bis zu einem Jahr haltbar - wenn sie trocken und gut verschlossen bei Raumtemperatur gelagert werden.
  • Fleisch und Wurst: Sie sind leicht verderblich und müssen direkt nach dem Einkauf in den Kühlschrank. Wie lange rohes Fleisch und Wurst bei guter Aufbewahrung haltbar sind, ist abhängig von der Fleischsorte. Während Rind-, Schweine- und Geflügelfleisch sich ein bis zwei Tage halten, ist es bei Hackfleisch nur ein Tag. Aufgeschnittene Wurst hält drei Tage.
  • Obst und Gemüse: Fast alles Gemüse kann in den Kühlschrank - außer Auberginen, Tomaten, Kartoffeln und Kürbis. Schwieriger ist es bei Obst. Die Faustregel: Heimisches wie Äpfel, Zwetschgen oder Kirschen können in den Kühlschrank, Exotisches wie Bananen, Zitrusfrüchte oder Mango dagegen nicht. Ausnahmen sind Kiwis und Feigen.

Um bei richtiger Lagerung die maximale Haltbarkeit zu erreichen, ist es wichtig, auch auf die Hygiene und Kühlung zu achten. Vorrats- und Kühlschränke sollten deshalb regelmäßig ausgewischt werden. Dazu eignen sich warmes Wasser und etwas Reinigungsmittel. Ein Schuss Essigessenz beugt außerdem Schimmel vor. 

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Nahrungsmittel haltbar machen

Trotz Planung und richtiger Lagerung kann es vorkommen, dass Lebensmittel länger liegen bleiben als beabsichtigt. Doch das ist noch kein Grund, sie wegzuwerfen.

  • Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD): Wenn das vom Hersteller auf der Verpackung aufgedruckte Datum abgelaufen ist, sollte überprüft werden, ob das Lebensmittel tatsächlich verdorben ist. Verlassen Sie sich dabei auf Ihre Sinne: Wenn ein Produkt gut aussieht, riecht und schmeckt, ist es meistens auch noch gut.
  • Verbrauchsdatum (VD): Dieses Datum tragen einige besonders leicht verderbliche tierische Produkte. Ob Hackfleisch oder frisches Geflügel – ist das VD dieser Lebensmittel überschritten, gibt es leider nur noch eine Möglichkeit: Ab in die Tonne damit! Auch durchgebraten können diese abgelaufenen Lebensmittel nicht mehr verzehrt werden.
  • Einfrieren: Die beste Methode, Frisches haltbar zu machen, ist das Tiefkühlen. Je frischer die Produkte beim Einfrieren, umso länger halten sie sich. Frieren Sie Lebensmittel am besten portionsweise ein. Das spart beim Auftauen Energie und man hat direkt die richtige Menge zur Hand. Gekochte Reste können ebenfalls gut eingefroren werden und halten sich luftdicht verpackt etwa drei bis sechs Monate.
  • Einkochen, Einlegen, Fermentieren: Mit diesen Methoden haltbar gemachte Lebensmittel sind kühl, trocken und lichtgeschützt gelagert bis zu einem Jahr haltbar.

Reste verwerten

Wenn trotzdem mal was übrigbleibt: Reste nicht in die Tonne, sondern in die Pfanne werfen! Für jedes Lebensmittel gibt es passende Rezepte. Die App "Zu gut für die Tonne!", die kostenlos vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft angeboten wird, enthält hunderte solcher Rezepte. Dafür kann man die Zutaten angeben, die man noch im Kühlschrank hat und sich ein passendes Rezept suchen. Genauso arbeiten auch "EatSmarter" und "Chefkoch".

Wer nicht nur besser Reste verwerten, sondern auch noch sparen möchte, kann das über die App "Too Good to Go" tun. Supermärkte, Kantinen, Restaurants etc. bieten kurz vor Ladenschluss ihre Lebensmittel billiger an. Man kann sich über die App für deutlich weniger Geld sein Essen kaufen. Was genau man am Ende bekommt, hängt davon ab, was noch übrig ist. Die App "ResQ" hat dasselbe Konzept wie "Too Good to Go", gibt es aber bisher nur in Berlin.

Hinweis: In einer frühen Version des Textes hieß es, dass weißlicher Schimmel auf Käse kein Grund für die Tonne sei und die befallenen Stellen einfach wegzuschneiden seien. Die Angabe haben wir präzisiert: Bei Hartkäse kann leichter weißer Schimmel großzügig weggeschnitten werden. Schnittkäse, Weichkäse und Frischkäse hingegen sollten schon beim ersten Anzeichen von Schimmelbefall vollständig entsorgt werden.

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